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Sweden wählt zwischen linksen Sozialdemokraten und konservativer Regierungskoalition

Schweden wählt an diesem Sonntag in einer äußerst knappen Richtungsentscheidung zwischen einem von den Sozialdemokraten angeführten Mitte-links-Block und einer konservativen Regierungskoalition, die im Fall eines Sieges dem rechtsextremen Bündnispartner Ministerposten in Aussicht gestellt hat.

Die politischen Blöcke in Schweden liefern sich vor der Parlamentswahl ein dramatisches Duell an der Urne. Eine von dem schwedischen Nachrichtendienst Ekot veröffentlichte Umfrage weist für den linken Block 50,8 Prozent der Stimmen aus, während das rechte Bündnis bei 47,6 Prozent liegt – ein Vorsprung von 3,2 Prozentpunkten. Die von Magdalena Andersson geführten Sozialdemokraten dominieren dabei mit 28,6 Prozent den linken Flügel. Auf der Gegenseite rangieren die Schwedendemokraten (SD) mit 18,3 Prozent als zweitstärkste Kraft im konservativen Lager.

Ulf Kristerssons riskantes Bündnis mit den Schwedendemokraten

Premierminister Ulf Kristersson von der Moderaten Sammlungspartei hatte nach der Wahl 2022 eine Regierung gebildet, die sich auf die parlamentarische Unterstützung der rechtsextremen Schwedendemokraten stützt. Im Gegenzug erhielten die Populisten Einfluss auf die Regierungsagenda, insbesondere bei der Verschärfung der Migrationspolitik und im Kampf gegen die Bandenkriminalität. Kristersson hat im Wahlkampf angekündigt, diese Kooperation im Falle eines Wahlsiegs zu vertiefen und den Partnern erstmals Kabinettspositionen zu übertragen.

Jimmie Åkesson und der Wandel der Schwedendemokraten

Im Zentrum der diesjährigen Auseinandersetzung steht die Partei von Jimmie Åkesson, der die Gruppierung mit neonazistischen Wurzeln über zwei Jahrzehnte hinweg vom politischen Paria zu einem schwergewichtigen Machtfaktor geformt hat. Die Schwedendemokraten verfügen im Parlament über rund 20 Prozent der Mandate. Während die Zuwanderung drastisch gesenkt wurde, konzentrieren sich die Forderungen der Partei nun auf die sogenannte Remigration, also die gezielte Veranlassung von Einwanderern zum Verlassen des Landes.

Magdalena Andersson und der Kurs der Sozialdemokraten

Die Opposition setzt auf Magdalena Andersson, die von November 2021 bis zum Regierungswechsel 2022 als erste Frau an der Spitze der schwedischen Regierung stand. Die frühere Finanzministerin führt einen harten wirtschaftspolitischen Kurs und verspricht im Wahlkampf höhere öffentliche Ausgaben für das Gesundheitssystem und den Sozialstaat. Der Politikwissenschaftler Teorell verglich ihren pragmatischen und direkten Regierungsstil mit dem der ehemaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Sweden wählt zwischen linksen Sozialdemokraten und konservativer Regierungskoalition
Photo: bssnews.net

In der Migrations- und Sicherheitspolitik hat sich Andersson jedoch weitgehend an die harten Vorgaben der amtierenden Regierung angenähert. Dennoch warnt sie eindringlich vor den Folgen einer Regierungsbeteiligung der Schwedendemokraten. Auf Facebook erklärte Andersson, dass es bei der Wahl nicht nur um die Person des Premierministers gehe, sondern darum, ob die Rechtsextremisten die Politik in den Bereichen Bildung, Kultur und Finanzen maßgeblich mitbestimmen.

Ausblick auf den Wahlausgang und die Regierungsbildung

Die Wahlen im Riksdag entscheiden darüber, ob Schweden seinen Kurs der restriktiven Einwanderungs- und Integrationspolitik verfestigt und die Schwedendemokraten erstmals offizielle Regierungsämter übernehmen. Während Kritiker wie die frühere Europaministerin Birgitta Ohlsson vor massiven Schäden für die liberalen Werte des Landes warnen, gehen andere Analysten von einer Fortsetzung der politischen Normalisierung aus.

A composite image of Social Democratic Party leader Magdalena Andersson and Prime Minister Ulf Kristersson. Andersson, who
Photo: bbc.co.uk

Unabhängig davon, welcher Block am Sonntagabend die Mehrheit erringt, steht das Land vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. Selbst bei einem Sieg der Sozialdemokraten gilt die Bildung einer stabilen Mehrheitsregierung im fragmentierten schwedischen Parteiensystem als eine anspruchsvolle Aufgabe.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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