Zum Inhalt springen
Welt

Shell verdoppelt Gewinn im dritten Quartal auf 10,8 Milliarden Dollar

Shell verdoppelt seinen bereinigten Gewinn im dritten Quartal 2026 auf 10,8 Milliarden US-Dollar. Der britische Energieriese profitiert von Rekordmargen in der Raffinerie und gestiegenen Energiepreisen infolge des Iran-Krieges, während Verbraucher unter höheren Kraftstoffkosten leiden.

Der britische Energiekonzern Shell hat für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 10,814 Milliarden Dollar gemeldet. Das Ergebnis liegt fast doppelt so hoch wie die 5,432 Milliarden Dollar aus dem Vorjahreszeitraum und markiert den zweithöchsten Quartalsgewinn in der Geschichte des Unternehmens. Nur im Jahr 2022 nach Beginn des Ukraine-Krieges verdiente der Konzern in einem Quartal noch mehr.

Rekordmargen in der Raffinerie und geopolitische Krisen

Shells weltweite Raffineriemarge verdoppelte sich im dritten Quartal auf den Rekordwert von 42 Dollar je Barrel, nach 24 Dollar im zweiten Quartal des Jahres. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert laut Berichten bei geringeren Ständen.

Globale Raffinerien in den USA, Europa und Asien kämpften im Sommer mit Lieferausfällen aus dem Nahen Osten und dem russischen Diesel-Exportverbot. Dadurch fielen schätzungsweise 7 bis 8 Millionen Barrel raffinierter Erdölprodukte pro Tag am Weltmarkt weg. Der Bereich Chemikalien und Produkte, welcher den Ölhandel einschließt, meldete parallel dazu einen Rekordgewinn von 3,86 Milliarden Dollar, was etwa 3,45 Milliarden Euro entspricht. Auch die einzelnen Geschäftszweige präsentieren sich in starker Verfassung: Die Gassparte allein steuerte 3,04 Milliarden Dollar bei, während die Förderung von Öl und Gas weitere 3,19 Milliarden Dollar einbrachte.

Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Öl- und Gaspreise bescherten Shell, TotalEnergies und Repsol im dritten Quartal kräftige Gewinnsprünge. TotalEnergies steigerte den bereinigten Nettogewinn im Jahresvergleich auf gut 9 Milliarden Dollar, während Repsol den bereinigten Gewinn auf gut 2,7 Milliarden Euro vervielfachte. Brent kostete im dritten Quartal durchschnittlich mehr als 90 US-Dollar je Barrel, und europäische Gaspreise stiegen erstmals seit 2022 wieder über 100 Euro.

Shell verdoppelt Gewinn im dritten Quartal auf 10,8 Milliarden Dollar
Foto: ad-hoc-news.de

Aktienrückkäufe und politische Debatte um Übergewinnsteuern

Angesichts dieser Ergebnisse kündigte Shell ein neues Aktienrückkaufprogramm im Umfang von fünf Milliarden Dollar an, nach 4,2 Milliarden Dollar, die zuvor abgeschlossen wurden. Repsol kündigte ebenfalls sein drittes Aktienrückkaufprogramm in diesem Jahr an und will noch weitere Aktien im Wert von 950 Millionen Euro zurückkaufen. Die Aktionäre und Energiekonzerne geraten dadurch verstärkt in die Kritik.

Die aktuellen Zahlen verschärfen die Debatte darüber, wer von den hohen Preisen profitiert und wer die Belastungen trägt. Kritiker werfen der Energiebranche vor, von Krieg und Katastrophen zu profitieren. Simon Francis von der End Fuel Poverty Coalition erklärte dazu, dass der Winter der Energiepreiskrise den einflussreichen Aktionären der fossilen Energieriesen zugute komme, während gewöhnliche Haushalte erneut zu kämpfen hätten.

Shells unermüdlicher Fokus auf operative Leistungsfähigkeit hat in einem Quartal mit weiterhin massiven Störungen des globalen Energiesystems sehr starke Ergebnisse ermöglicht.

Wael Sawan, CEO von Shell

Umbau des Portfolios und Abschreibungen auf erneuerbare Energien

Trotz der Rekordergebnisse verzeichnete der Konzern bilanzielle Belastungen. Der jüngste Gewinnsprung gelang trotz erheblicher bilanzieller Belastungen, wobei Shell in seinen aktuellen Ergebnissen eine Wertminderung vor Steuern in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (rund 2,23 Milliarden Euro) auswies. Der britische Ölkonzern setzt parallel seinen Kurs fort, wobei auch der Verkauf von Öko-Anlagen und die Neuausrichtung des Portfolios in den Berichten thematisiert werden.

Shell verdoppelt Gewinn im dritten Quartal auf 10,8 Milliarden Dollar
Foto: Heute

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.