HSBC Holdings hat am 27. Oktober 2026 für das dritte Quartal einen Vorsteuergewinn von 9,6 Milliarden US-Dollar gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 32 Prozent im Jahresvergleich. Trotz des Gewinnwachstums enttäuschte das Institut die Erwartungen beim Umsatz und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1 Milliarde US-Dollar an.
Quartalsgewinn steigt um 32 Prozent durch Zinsüberschuss und Basiseffekte
Der Vorsteuergewinn der europäischen Großbank lag im Zeitraum von Juli bis September bei 9,6 Milliarden US-Dollar und entsprach damit weitgehend den Analystenschätzungen von 9,69 Milliarden US-Dollar, wie aus den am Dienstag vorgelegten Finanzdaten hervorgeht. Getragen wurde das Ergebnis von höheren Nettozinserträgen im Kreditgeschäft sowie sinkenden Risikovorsorgen für Kreditausfälle.
Der Nettozinsertrag kletterte im dritten Quartal auf 9,3 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 6 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch Einlagenwachstum und die Neuanlage der strukturellen Absicherung zu höheren Renditen. Der Umsatz der Bank stieg im selben Zeitraum von 17,8 Milliarden US-Dollar auf 18,6 Milliarden US-Dollar.
Zusätzliche Unterstützung lieferten die Gebühren- und sonstigen Erträge, die im Geschäftsbereich Corporate and Institutional Banking bei Wholesale Transaction Banking und in den Märkten für Schuldtitel und Eigenkapital durch eine höhere Kundenaktivität gestärkt wurden. Auch im Wealth-Bereich bei Investment Distribution und Private Bank verzeichnete das Institut Zuwächse, während die Erträge der Wealth-Sparte insgesamt stagnierten.
Ein erheblicher Teil des Wachstums resultiert jedoch aus einem statistischen Basiseffekt. Im dritten Quartal 2025 belastete eine Rückstellung von 1,1 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar an juristischen Kosten das Ergebnis, die im Berichtszeitraum dieses Jahres wegfielen.
Aktienrückkauf über 1 Milliarde US-Dollar und stabile Dividende
Um die Märkte zu beruhigen, kündigte das Management ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu 1 Milliarde US-Dollar an, nachdem ein Programm gleichen Volumens im Vorfeld abgeschlossen wurde. Der Vorstand bewilligte zudem eine dritte Zwischendividende von 10 US-Cents je Aktie.
Dennoch reagierten die Börsen verhalten auf die Bilanzvorlage. In Hongkong gaben die Kurse um rund 2,95 Prozent beziehungsweise 5 Prozent nach. Analysten verwiesen darauf, dass der Gesamtumsatz mit 18,6 Milliarden US-Dollar knapp unter den Konsensschätzungen von 18,93 Milliarden US-Dollar blieb und das Wealth-Management-Geschäft nach zuvor kräftigeren Zuwächsen im Jahresverlauf eine deutlich langsamere Dynamik zeigte.
Im Zuge analystischer Neubewertungen stuften Experten das Papier im August von Halten auf Verkauf herunter und passten ihre Kursziele an.
Sinkende Kreditausfälle und strategische Neuausrichtung
Erleichterung verschafften dem Institut rückläufige Risikokosten. Die erwarteten Kreditausfälle sanken im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 800 Millionen US-Dollar. Hauptursächlich dafür waren geringere Belastungen im gewerblichen Immobiliensektor in Hongkong in Höhe von 100 Millionen US-Dollar sowie niedrigere Risikovorsorgen in der britischen Geschäftseinheit und dem mexikanischen Wealth- und Premier-Banking-Geschäft.

Die operativen Aufwendungen sanken im dritten Quartal um 12 Prozent auf 8,8 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls auf das Ausbleiben der juristischen Vorjahresrückstellungen zurückzuführen ist. Abgesehen von diesen Sondereffekten zogen die Kosten infolge von Inflation und höheren Technologieausgaben an.
Der Vorstandschef betonte die Fortschritte bei der operativen Verschlankung des Konzerns. „Indem wir HSBC vereinfachen, schaffen wir größere Kapazitäten für Investitionen, Wachstum und starke Renditen für unsere Aktionäre, erklärte Georges Elhedery gegenüber Macau Business. Im Rahmen strategischer Reorganisationen prüft die Bank unter anderem signifikante Stellenstreichungen im britischen Wealth-Management-Bereich zugunsten automatisierter Prozesse.
Ausblick und regulatorische Kapitalquoten
Für das Gesamtjahr 2026 bekräftigte das Management seine Prognosen. Die Bank rechnet mit Nettozinserträgen von mindestens 46 Milliarden US-Dollar und hält an ihren mittelfristigen Zielen fest, wonach die Eigenkapitalrendite (RoTE) im Zeitraum 2026 bis 2028 bei 17 Prozent oder mehr liegen soll. Die Erlöse sollen demnach jährlich steigen, mit einem Zielwachstum von 5 Prozent im Jahr 2028 verglichen mit 2027.
Zudem erklärte das Institut, dass die regulatorischen Kapitalreformen im Rahmen von Basel 3.1 die Kernkapitalquote um bis zu einen halben Prozentpunkt begünstigen werden.