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Gesundheit

Alkohol erhöht das Risiko für Brustkrebs und weitere Krebsarten

Alkohol erhöht das Risiko für mindestens sieben Krebserkrankungen, wobei der Zusammenhang mit Brustkrebs besonders stark ist. Gesundheitsexperten warnen, dass bereits geringe Mengen den Hormonhaushalt und die DNA verändern, während viele Frauen sich dieser Gefahr im Alltag kaum bewusst sind.

Alkohol als unterschätzter Risikofaktor für Brustkrebs

Die langjährige Annahme, dass mäßiger Alkoholkonsum harmlos oder sogar gesundheitsfördernd sei, gerät durch zunehmende medizinische Forschung massiv ins Wanken. Fachleute betonen, dass Alkohol als krebserregend eingestuft wird und das Risiko für zahlreiche Krebsarten direkt anhebt. Besonders eng ist diese Verbindung bei Brustkrebs unter den von Experten untersuchten Krebserkrankungen. Alkohol gilt in den Vereinigten Staaten nach Tabak und Übergewicht mittlerweile als die dritthäufigste vermeidbare Ursache für Krebs.

Umfragen verdeutlichen eine große Wissenslücke in der Bevölkerung. So waren laut Daten aus einer im Jahr 2025 veröffentlichten Untersuchung lediglich 30 Prozent der Brustkrebsüberlebenden über den genauen Zusammenhang zwischen Alkohol und der Erkrankung informiert. Noch weniger Betroffene gaben an, jemals von medizinischem Personal vor diesem Risiko gewarnt worden zu sein. Im Rahmen des Breast Cancer Awareness Monats wird zudem daran erinnert, dass eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt, womit diese Krebserkrankung bei amerikanischen Frauen – abgesehen von Hautkrebs – am häufigsten auftritt.

Zahlen und Ursachen laut neuen Studien

Laut einer Analyse verzeichnen Frauen, die täglich ein alkoholisches Getränk zu sich nehmen, einen Anstieg des Brustkrebsrisikos um sieben bis zehn Prozent im Vergleich zu Abstinenten. Bei zwei bis drei Drinks pro Tag liegt die Steigerung bei etwa 20 Prozent, während der Wert bei drei bis vier Getränken täglich auf 32 Prozent klettert. Tonja Winekauf, eine Nurse Practitioner bei UnityPoint Health, bestätigte den Zuwachs von zehn Prozent bereits ab einem Getränk pro Tag. Zudem ergab eine Untersuchung von 270.000 Brustkrebsfällen bei Frauen, dass über 16 Prozent der Fälle mit Alkoholkonsum in Verbindung standen.

Alkohol erhöht das Risiko für Brustkrebs und weitere Krebsarten
Foto: ktiv.com

Im Körper wird aufgenommenes Ethanol zu Acetaldehyd abgebaut, einer giftigen Substanz, die DNA-Strukturen beschädigen kann. Zudem beeinflusst der Konsum den Hormonhaushalt, indem er den Östrogenspiegel erhöht und so das Wachstum von hormonabhängigen Tumoren fördert. Dr. Charles Smith, Suchtmediziner am Recovery First Treatment Center, zog Parallelen zu historischen Debatten:

Dr. Charles Smith sagte, Alkohol hinke bei der öffentlichen Anerkennung und Stimmung stark hinterher, ein Problem, das ihn auf unheimliche Weise an die 1960er Jahre erinnere, als die Menschen nicht glauben wollten, dass Zigaretten Lungenkrebs verursachten. Die Öffentlichkeit habe dies größtenteils für eine Verschwörungstheorie gehalten. Leider fühle es sich an, als ob sich die Geschichte wiederhole, was Menschenleben in Gefahr bringe.

Vorgaben der Fachorganisationen

Angesichts der Datenlage haben Institutionen weltweit ihre Haltung verschärft. Die American Cancer Society rief bereits im Jahr 2020 dazu auf, ganz auf Alkohol zu verzichten, anstatt lediglich Mäßigung zu empfehlen.

Alkohol erhöht das Risiko für Brustkrebs und weitere Krebsarten
Foto: Devil's Lake Daily Journal

Dr. Anne McTiernan erklärte, letztendlich laufe es darauf hinaus, dass der Konsum von etwa einem Glas Wein am Tag oder einem Standardgetränk das Risiko für Brustkrebs langfristig um etwa 10 Prozent erhöhe.

Ärztliche Verbände und Experten wie Muhammad Z. Afzal, Assistenzprofessor für Medizin, raten Frauen daher, den Konsum kritisch zu hinterfragen und die Zufuhr zu reduzieren. Ergänzend betonen Fachleute die Bedeutung weiterer Verhaltensweisen wie regelmäßiger Bewegung, des Rauchverzichts und einer ausgewogenen Ernährung. Für Frauen mit einer entsprechenden Familienhistorie wird empfohlen, den Zeitpunkt für reguläre Screenings, die üblicherweise ab dem 40. Lebensjahr beginnen, individuell mit qualifiziertem medizinischem Personal abzusprechen.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

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