Genetische Analysen mit Daten von über einer Million Menschen zeigen, dass eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 5 Millimeter Quecksilbersäule das Risiko für metabolisch bedingte Fettlebererkrankungen um 8 Prozent mindert (Odds Ratio 0,92 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,90 bis 0,94). Die Untersuchung hebt besonders die Rolle von Hemmern des Renin-Angiotensin-Systems hervor und ergänzt aktuelle Empfehlungen zur kardiometabolischen Therapie.
Metabolische Lebererkrankungen wie die Fettleber (NAFLD) betreffen nach Angaben aus der medizinischen Forschung mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung. Forscher untersuchten daher in einer umfassenden genomweiten Mendelian Randomization, ob ein erhöhter Blutdruck ein veränderbarer Risikofaktor ist und ob bestehende blutdrucksenkende Medikamente für die Prävention infrage kommen (die Untersuchung zu antihypertensiven Behandlungen).
Genetische Daten und Schutzfaktoren für die Leber
Die Studie nutzte genetische Daten von über einer Million Menschen europäischer Abstammung, um den Effekt einer systolischen Blutdrucksenkung auf das NAFLD-Risiko zu berechnen. Jede Reduktion des systolischen Blutdrucks um 5 Millimeter Quecksilbersäule war mit einer Verringerung des Erkrankungsrisikos um 8 Prozent verbunden (Odds Ratio 0,92 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,90 bis 0,94). Dabei zeigte sich ein klarer Schutzfaktor.
Um die spezifischen Effekte einzelner Medikamentenklassen zu bewerten, griffen die Wissenschaftler auf einen ansatzbasierten Ansatz zurück.
- Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems (RAS)
- Betablocker
- Kalziumkanalblocker
- Diuretika
Unter diesen vier Klassen zeigten insbesondere die RAS-Inhibitoren in den genetischen Auswertungen die günstigsten Assoziationen in Bezug auf das Leberrisiko. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass genetische Analysen die Realität im klinischen Alltag idealisieren, in dem Faktoren wie Therapietreue und Dosierung eine entscheidende Rolle spielen, auch wenn präklinische Untersuchungen diese Ergebnisse stützen.
Therapieoptionen bei Stoffwechselerkrankungen
Aktuelle Berichte aus dem österreichischen Raum zeigen, dass Substanzen wie Inkretinanaloga und SGLT2-Hemmer aus dem therapeutischen Alltag bei Patienten mit Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Leiden und metabolischen Lebererkrankungen nicht mehr wegzudenken sind (die Übersicht zu kardiometabolischen Therapien). Parallel dazu stehen Ärztinnen und Ärzten bei kardiometabolischen Lebererkrankungen immer mehr Behandlungswege offen.
Die metabolisch dysfunktionell assoziierte steatotische Lebererkrankung, kurz MASLD, ist in der Bildgebung oder durch Biopsien nachweisbar, wenn gleichzeitig kardiometabolische Risikofaktoren vorliegen.
Aus einer simplen Steatose kann sich im weiteren Verlauf eine MASH entwickeln, die zu einer Fibrosierung des Organs und einem erhöhten Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom führen kann, während für den Einsatz von Inkretinanaloga, SGLT2-Hemmern und Statinen bei fortgeschrittener Leberzirrhose oder schwerer Fibrose nach wie vor nur begrenzte Daten vorliegen, weshalb Fachleute dazu raten, diese wirksamen Medikamente den betroffenen Patienten nicht vorzuenthalten.