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Gesundheit

Schwedische Studie zeigt erhöhtes Herzrisiko bei hohem Milchkonsum

Eine schwedische Langzeitstudie zeigt ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen bei hohem Milchkonsum von mehr als drei Dezilitern täglich bei Frauen.

Die tägliche Ernährung prägt maßgeblich die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Während in Schulen und durch Institutionen wie die Société Suisse de Nutrition der Konsum von Milchprodukten traditionell als wertvolle Kalzium- und Proteinquelle empfohlen wird, werfen neuere Untersuchungen Fragen nach den Obergrenzen auf.

Ergebnisse der schwedischen Studie zu Milchkonsum und Herzrisiken

Die Datenerhebung der schwedischen Forscher reicht bis in das Jahr 1987 zurück. Über einen Zeitraum von 33 Jahren dokumentierte das Team fast 18 000 Fälle von koronaren Herzkrankheiten, darunter mehr als 10 000 Myokardinfarkte. Die Studienteilnehmer machten dabei Angaben zu ihrem täglichen Konsum von fermentierten und unfermentierten Milchprodukten sowie zu Lebensgewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum und bestehenden Erkrankungen wie Diabetes.

Die Auswertung ergab einen geschlechtsspezifischen Unterschied. Bei Frauen – jedoch nicht bei Männern – war der Konsum von mehr als drei Dezilitern Milch pro Tag mit einem erhöhten Risiko für koronare Herzkrankheiten und akute Myokardinfarkte verbunden. Das Risiko schien dabei linear mit der Menge zu steigen: Bei vier Dezilitern pro Tag lag der Anstieg bei 5 Prozent, bei sechs Dezilitern bei 12 Prozent und bei acht Dezilitern bei 21 Prozent. Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt, Käse oder Kefir zeigten diesen Effekt indes nicht.

Als mögliche biologische Mechanismen führen die Forscher Veränderungen im Proteinhaushalt an. So schien ein hoher Milchkonsum mit einem erhöhten Spiegel des Proteins ACE2 und einem niedrigeren Spiegel des Proteins FGF21 einherzugehen, die beide an der Regulation des Blutdrucks beteiligt sind. Ein direkter kausaler Nachweis konnte in der Untersuchung jedoch nicht erbracht werden.

Einordnung des Konsumverhaltens im regionalen Vergleich

Die praktische Relevanz dieser Ergebnisse für den Alltag lässt sich anhand nationaler Durchschnittswerte einordnen. Gemäß dem Bundesamt für Landwirtschaft liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten in der Schweiz bei 44,8 Kilogramm. Umgerechnet entspricht dies einer täglichen Menge von rund 123 Gramm beziehungsweise knapp über einem Deziliter reiner Milch. Da das erhöhte Risiko erst ab einer sehr hohen Verbrauchsmenge beobachtet wurde, betrifft dies die Mehrheit der Konsumenten in der Schweiz im alltäglichen Rahmen nicht.

Komplex bleibt auch die Diskussion rund um Krebserkrankungen. Die Ligue contre le cancer weist darauf hin, dass Milch einerseits wichtige Nährstoffe liefert, andererseits aber wegen enthaltener Phosphate, Hormone und möglicher Rückstände kritisch gesehen wird. Während einige Studien auf einen Schutzeffekt gegen Dickdarmkrebs hinweisen, zeigen andere ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko bei hohem Konsum. Für Brustkrebs liegen laut der Ligue contre le cancer keine klaren Befunde vor.

Die Rolle von Bewegung und Spaziergängen für die Herzgesundheit

Neben der Ernährung rückt die körperliche Aktivität als entscheidender Schutzfaktor für das Herz in den Fokus von Fachleuten. Während frühere Empfehlungen oft starre Grenzen wie 10 000 Schritte pro Tag vorsahen, zeigen neuere Untersuchungen, dass bereits deutlich geringere Umfänge messbare Effekte erzielen. Wie topsante.com berichtet, belegte eine Studie der Universität Sydney aus dem Jahr 2025, dass ein ununterbrochenes Gehen von 10 bis 15 Minuten das kardiovaskuläre Risiko signifikant senkt.

Ähnliche Ergebnisse lieferte bereits eine großangelegte Untersuchung aus dem Jahr 2022. Dr. David Sabgir, Kardiologe bei OhioHealth und Gründer von Walk With A Doc, betont: Jede tranche de 1 000 pas supplémentaires, soit environ 10 minutes de marche en plus, diminue encore davantage ce risque. Angestrebt werden sollte schrittweise eine Erhöhung auf 150 Minuten pro Woche, was etwa 21 Minuten täglicher Bewegung entspricht, wie Dr. Sawalla Guseh vom Mass General Brigham empfiehlt.

Vergleich von Gehen, Steigungen und Laufen

Im Vergleich zum Joggen bietet die fortgesetzte Bewegung zu Fuß erhebliche Vorteile in der Alltagstauglichkeit. Dr. Guseh merkt dazu an, dass Laufen zwar intensiver sei, das Gehen jedoch von einem breiteren Personenkreis sicherer und ohne übermäßige Gelenkbelastung ausgeübt werden könne. Größere vergleichende Daten zeigen zudem, dass bei gleichem Energieverbrauch keine signifikanten Unterschiede zwischen Gehen und Laufen hinsichtlich des Schutzes vor Diabetes, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen bestehen.

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Photo: topsante.com

Wer die Herzfrequenz weiter steigern möchte, ohne zu laufen, kann laut der Allgemeinmedizinerin Suzanne Wylie auf Steigungen ausweichen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 zeigte, dass Gehen auf einem Laufband mit einer Neigung von 10 bis 16 Prozent die Herzfrequenz und den Muskeleinsatz im Vergleich zu flachem Terrain deutlich erhöht, während die Gelenke geschont bleiben.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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