US-Finanzminister Scott Bessent hat bestätigt, dass die regulären Staatsanleihen-Auktionen trotz eines massiv ausgeweiteten Rückkaufprogramms für längerfristige Papiere wie gewohnt weiterlaufen. Die im August angekündigten Maßnahmen zielen darauf ab, die Liquidität in dünneren Marktsegmenten zu stützen, während die Staatsverschuldung erstmals die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten hat.
Scott Bessent bestätigt fortlaufende Schuldenauktionen
Die Vereinigten Staaten werden trotz einer kürzlich beschlossenen Ausweitung von Anleihenrückkäufen an ihrem gewohnten Fahrplan für die Emission neuer Schuldtitel festhalten. Das betrifft ausdrücklich auch langfristige Anleihen. Entsprechende Klarstellungen lieferte US-Finanzminister Scott Bessent während einer Pressekonferenz, in der primär über wirtschaftliche Druckmittel gegen den Iran gesprochen wurde.
Auf Nachfragen von Journalisten zur künftigen Ausrichtung der Auktionen betonte der Minister den Fortbestand des bestehenden Zeitplans. Bessent erklärte laut übereinstimmenden Medienberichten, dass man mit dem regulären Auktionsprogramm fortfahren werde und man sich daher zu Beginn des nächsten Quartals wieder bei ihnen melden werde. Die nächsten Auktionen für 10-jährige Notes sowie für 20- und 30-jährige Bonds sind für Mitte September anberaumt.
Verdopplung der Rückkaufvolumina im langfristigen Sektor
August verkündete Kursänderung des US-Finanzministeriums. Demnach wird die maximale Rückkaufautorität für off-the-run-Wertpapiere am langen Ende von zuvor 2 Milliarden US-Dollar je Operation auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Diese Untergrenze soll es der Behörde erlauben, flexibler auf die Gegebenheiten am Markt zu reagieren.
Die geänderte Struktur tritt voraussichtlich am 10. September in Kraft und bleibt bis zum 4. November bestehen. Zu diesem Zeitpunkt will das Ministerium weitere Details über die künftige Handhabung bekannt geben. Bislang hat das Finanzministerium im Rahmen des erweiterten Programms noch keine Papiere erworben, wie der US-Finanzminister bestätigte.
Scott Bessent, US-Finanzminister, via Foxbusiness zufolge habe man bislang noch keine einzige Anleihe gekauft.
Hintergründe zur Liquiditätssicherung und zum Treasury General Account
Die Intervention soll vor allem für mehr Liquidität in einem traditionell eher illiquiden Marktsegment sorgen. Nach Angaben des Ministeriums verzeichnet der 30-jährige Sektor zwar eine konstant starke Nachfrage, konkurriert jedoch gleichzeitig mit einem hohen Volumen an neu emittierten Unternehmensanleihen, die im Zuge des Booms bei künstlicher Intelligenz an den Markt drängen. Die Renditen langfristiger Staatsanleihen hatten zuvor Höchststände notiert, die seit knapp zwei Jahrzehnten nicht mehr erreicht worden waren.

Über die Finanzierung der Rückkäufe hielt sich das Ministerium zunächst bedeckt. Analysten verweisen jedoch auf das Treasury General Account (TGA) bei der Federal Reserve als naheliegende Option. Das TGA fungiert quasi als das Girokonto des Bundes und wies zuletzt einen Stand von rund 940 Milliarden US-Dollar auf. Ein Rückgriff auf diese Reserven würde die Neuemission kurzfristiger Staatspapiere überflüssig machen, allerdings auch die staatlichen Cash-Reserven mindern.
Das Finanzamt hatte das TGA in den vergangenen Monaten unter anderem aufgestockt, um Rückzahlungen an Importeure in Höhe von etwa 166 Milliarden US-Dollar zu stemmen. Diese Zahlungen wurden nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs fällig, das Teile der bisherigen Importzölle für unzulässig erklärte.
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