US-Finanzminister Scott Bessent hat eine neue Sanktionskampagne gegen den Iran angekündigt und den Ausschluss von Geldwäsche-Institutionen aus dem US-Dollar-System angedroht, während die Finanzmärkte auf konkrete Banken-Sanktionen warten und die Rohölpreise nachgaben.
US-Finanzminister Scott Bessent drohte am Montag, jede Person, die für den Iran Geld wäscht, aus dem US-Dollar-System auszuschließen, wie Yahoo Finance berichtet. Die angekündigten Sanktionen wurden zunächst noch nicht verhängt; stattdessen setzt Washington einzelnen Ländern Fristen, um entsprechende Aktivitäten einzustellen. Die von dem US-Finanzministerium als „Operation Economic Outcastbezeichnete Kampagne umfasst fünf Sektoren: digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt.
Reaktionen an den Rohöl- und Kryptomärkten nach Bessents Drohung
An den Märkten wurde die Ankündigung vorerst als Warnung und nicht als harter Schlag bewertet. Der Preis für Brent-Öl fiel auf 90,44 US-Dollar, während West Texas Intermediate etwa um Prozentwerte verlor und bei rund 85,76 US-Dollar notierte. Nach einer zweiwöchigen Rallye verkauften Trader im gesamten Energiesektor. Umgekehrt entwickelte sich Gold: Der Kassapreis stieg auf 4.653,23 US-Dollar und erreichte den höchsten Stand seit drei Monaten. Der Bitcoin-Kurs legte um Prozentwerte zu und lag bei etwa 78.676 US-Dollar. Im Iran sank der Rial indes auf ein Rekordtief von etwa 2.020.000 Rial je US-Dollar.
Details zur Executive Order und Einbindung von Kryptowährungen
Die entsprechende Verfügung umfasst eine Seite und wurde von OFAC-Direktor Bradley T. Smith um 9:25 Uhr Eastern Time unterzeichnet; sie gilt noch am selben Tag. Damit wurde erstmals der Kryptosektor eines Landes gezielt benannt. Die zugrundeliegende Executive Order 13902 wurde zuvor im Jahr 2020 für Finanzdienstleistungen und 2024 für Erdöl angewendet. Jede in den genannten fünf Sektoren tätige Person kann nun unabhängig von Standort oder Nationalität blockiert werden. Am Montag nannte das Finanzministerium in diesen neuen Sektoren jedoch noch kein Unternehmen namentlich.
Erwähnung fand der Kryptosektor im Zusammenhang mit Ivan Obukhov, einem in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässigen Broker, der laut Mitteilung für Irans Schattenflotte von Tankern arbeitet. Seit 2023 hat er nach Angaben des Ministeriums mehr als 100 Millionen US-Dollar in Kryptowährungstransaktionen abgewickelt, die für Ölexporte der Revolutionsgarde genutzt wurden. Zuvor hatte der sogenannte „Kill Switchvon Tether bereits fast 475 Millionen US-Dollar an Stablecoins der iranischen Zentralbank eingefroren.
Der ausstehende Bankentest und Pekings Reaktion
Bessents zentrale Drohung zielte auf Finanzinstitute ab: US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, jede Institution, die Geldwäsche im Auftrag des Iran ermögliche, werde aus dem US-Dollar-System entfernt, und fügte hinzu, dass die Uhr ticke. Bisher führt das Finanzministerium in seiner öffentlichen Liste ausländischer Banken, denen der Zugang zu US-Korrespondenzkonten verwehrt wird, nur zwei Institute: die Bank of Kunlun (eine kleine Bank in Xinjiang, ausgeschlossen seit 2012) und die Bank of Dandong (gesperrt seit 2017 wegen Nordkorea). Keine der vier großen chinesischen Banken wurde bisher benannt, obwohl China nach Angaben des US-Finanzministeriums etwa 90% der iranischen Ölexporte abnimmt. Seit März 2025 sanktionierte Washington fünf chinesische Raffinerien sowie Häfen und Schifffahrtsunternehmen, jedoch keine Banken.

Auf die Frage, ob chinesische Banken verschont blieben, lehnte Bessent eine Ausnahme ab. Laut einem Bericht von CNBC erklärte er, wenn sie Transaktionen ermöglichten und Teil des Ökosystems seien, das iranisches Öl in Geld und in Repression verwandle, würden sie ins Visier genommen.
Peking reagierte innerhalb weniger Stunden auf die Drohungen. Der Sprecher des Außenministeriums, Lin Jian, erklärte, Sanktionen würden lediglich die Spannungen verschärfen. Für Ende September wird der chinesische Präsident Xi Jinping in Washington erwartet, während der Iran mitteilte, er sei auf eine neue US-Wirtschaftsoffensive vollständig vorbereitet.