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Unterhaltung

Tom Cruise erlebt mit Digger den größten Kinostart-Flop seit 19 Jahren

Der mit einem geschätzten Budget von 160 bis 180 Millionen US-Dollar produzierte Film Digger von Regisseur Alejandro González Iñárritu und Hauptdarsteller Tom Cruise ist am Eröffnungswochenende Anfang Oktober 2026 an den nordamerikanischen Kinokassen massiv eingebrochen und spielte in 3.321 Kinos lediglich rund 8 Millionen US-Dollar ein.

Hollywood hat selten einen so steilen Absturz erlebt. Nach Angaben von Deadline verzeichnete Tom Cruise mit dem Projekt den niedrigsten Start seiner Karriere seit 19 Jahren. Das weltweite Einspielergebnis zum Auftakt belief sich auf magere 20 Millionen US-Dollar, während Branchenkenner und Studiokreise prognostizieren, dass der Film am Ende einen Verlust von rund 150 Millionen US-Dollar einfahren wird. Selbst im besten Fall, so die Analysen, wird das weltweite Einspielergebnis kaum die Marke von 50 Millionen US-Dollar erreichen.

Ein exorbitantes Budget und gescheiterte Marketing-Strategien

Während Birdman weltweit über 100 Millionen US-Dollar einspielte und The Revenant die Marke von 500 Millionen US-Dollar weltweit knackte, verlief die Entwicklung des zehnjährigen Projekts Digger ungleich holpriger. Versicherungen deckten dabei notwendige Nachdrehs ab, die unter anderem auf Anpassungen des Make-ups von Tom Cruise abzielten, den dieser während der Werbe- und Pressearbeit zu Final Reckoning im Vorjahr vorbereitet hatte.

Tom Cruise erlebt mit Digger den größten Kinostart-Flop seit 19 Jahren
Foto: Yahoo

Die Reaktionen auf den Film waren jedoch verheerend. Interessanterweise zeigte sich das jüngere Publikum zwischen 18 und 34 Jahren mit einer Mehrheit von 60 Prozent am stärksten im Kinopublikum vertreten, ohne jedoch den Flop abwenden zu können. Vertraute des Hauptdarstellers betonten daraufhin, dass jeder neue Kinostart von Tom Cruise den Gesamtwert seines Filmkatalogs steigere, der über 53 Titel hinweg einen Box-Office-Gesamtwert von mehr als Milliarden US-Dollar aufweist.

Narrative Wendepunkte und radikale Brüche im Film

Inhaltlich bricht der Film radikal mit den gewohnten Sehgewohnheiten eines Tom-Cruise-Blockbusters, da der Superstar hier erstmals seit langer Zeit eine Rolle ohne jegliche Actionsequenzen übernimmt. Der Schauspieler verkörpert darin den gealterten texanischen Öltycoon Rockwell Digger, der mit grauem Haar, künstlichem Bäuchlein und aufwendigen Prothesen kaum wiedererkennbar ist. Seine milliardenschwere Bohrung in Grönland setzt versehentlich eine gewaltige Eismasse von der Größe Marylands frei, die innerhalb von drei Tagen auf Westeuropa prallt und katastrophale Flutwellen auslöst. Nach etwa einer halben Stunde offenbart der Film jedoch einen metafiktionalen Twist: Die gezeigte Handlung ist in Wahrheit eine Generalprobe für ein Theaterstück namens Fossil Fools, das von der von Sophie Wilde gespielten Hannah adaptiert und inszeniert sowie von dem geheimnisvollen Millionärs-Neffen Kenny (gespielt von Jesse Plemons) finanziert wird. Tom Cruise schlüpft dabei in die Rolle des frustrierten Schauspielers Curtis Markson, der sich bitterlich darüber beklagt, dass er eine Karikatur spielen muss und sich von der Figur vollkommen distanziert fühlt.

Warum Tom Cruises Digger an den Kinokassen gefloppt ist

„Es ist wie eingesperrt zu sein in einer Tuba für zwei Stunden.“

Kritikerzusammenfassung, zitiert via Yahoo

Sandra Hüller übernimmt in einigen Szenen die Rolle von Emma, der jüngeren und selbstbezogenen Halbschwester sowie Geschäftspartnerin des Tycoons, die ein auf saubere Energie ausgerichtetes Unternehmen betreibt, während Digger dies lediglich verspottet. John Goodman prägt den Film als Präsident Compson mit deftigen Auftritten und bissigen Dialogen, während er und sein Kabinett angesichts der drohenden Apokalypse und verfehlter politischer Bewältigungsversuche hilflos agieren.

Der Streit um die künstlerische Einordnung

Während die allermeisten Rezensenten und das breite Publikum den Film als prätentiösen und anstrengenden Flop verrissen, plädieren einzelne Kritiker für eine Neubewertung als missverstandenes Meisterwerk.

Tom Cruise in 'Digger'
Foto: deadline.com

Warner Bros. versuchte im Nachgang, die polarisierenden und ablehnenden Kritiken umzudeuten, indem argumentiert wurde, das US-Publikum habe die Intention schlicht nicht verstanden. Während das Studio offizielle Anfragen zu den Verlusten unkommentiert ließ, verdeutlichen die Einspielergebnisse und das enorme Minus von schätzungsweise 150 Millionen US-Dollar das finanzielle Risiko dieses ambitionierten Ausflugs ins Arthouse-Fach.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.