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Welt

Schweden-Wahl: Sozialdemokraten laut Hochrechnungen stärkste Kraft

Bei der Parlamentswahl in Schweden haben die Sozialdemokraten unter Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson laut aktuellen Hochrechnungen die meisten Stimmen erhalten. Ein klarer Wahlsieger steht nach dem extrem knappen Rennen jedoch noch nicht fest, da die genaue Sitzverteilung im Reichstag von der endgültigen Auszählung abhängt.

Schweden hat gewählt, doch am Tag nach der Abstimmung herrscht politische Ungewissheit. Die Sozialdemokraten gehen zwar als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervor, ob es für eine Regierungsmehrheit des Mitte-links-Bündnisses reicht, ist jedoch völlig offen.

Das Kräfteverhältnis und die Stimmanteile der Parteien

Die von Magdalena Andersson geführten Sozialdemokraten erreichen in den Auszählungen rund 28,1 Prozent der Stimmen. Im Vergleich zur vorangegangenen Wahl im Jahr 2022 bedeutet dies zwar einen leichten Rückgang, dennoch bleibt die Partei klar an der Spitze. Auf dem zweiten Platz folgen die Konservativen von Ministerpräsident Ulf Kristersson, die mit rund 19,9 Prozent der Stimmen knapp vor den Rechtspopulisten liegen.

Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten verzeichnen nach den vorläufigen Ergebnissen Verluste und kommen auf 17,6 Prozent der Stimmen. Damit müssen sie voraussichtlich zum ersten Mal bei einer Parlamentswahl Einbußen hinnehmen.

„Wir haben offensichtlich gegenüber dem Wahlergebnis von vor vier Jahren einige Prozentpunkte verloren. Ich finde trotzdem, dass wir in diesem Wahlkampf Gewinner gewesen sind, weil es so viele Menschen in unserem Land gibt, die es nicht mehr unangenehm finden zu sagen, dass sie Schwedendemokraten sind.“

Jimmie Åkesson, Parteichef der Schwedendemokraten

Für die Regierungsbildung entscheidend sind auch die Ergebnisse der potenziellen Koalitionspartner. Die Linkspartei erzielt rund 8,2 Prozent, die liberale Zentrumspartei kommt auf 7,1 Prozent und die Grünen erreichen 6,1 Prozent. Auf der konservativen Seite holen die Christdemokraten 6,2 Prozent und die Liberalen 5,4 Prozent.

Komplizierte Mehrheitsverhältnisse im schwedischen Reichstag

Im schwedischen Parlament, dem Reichstag, geht es um insgesamt 349 Sitze. Die Wahlbehörde sieht das mögliche Mitte-links-Lager von Andersson kurz nach der Auszählung bei einer knappen Mehrheit von 176 Mandaten. Das bisherige Regierungsbündnis unter Ministerpräsident Kristersson gemeinsam mit den Rechtspopulisten kommt demnach auf 173 Mandate.

Schweden-Wahl: Sozialdemokraten laut Hochrechnungen stärkste Kraft
Photo: n-tv.de

Ein endgültiges amtliches Endergebnis wird erst erwartet, wenn die letzten Briefwahlstimmen sowie die Stimmen von Wählerinnen und Wählern aus dem Ausland vollständig erfasst sind. Der Politikwissenschaftler Tommy Möller verwies gegenüber der Nachrichtenagentur TT auf die überraschend starke Dynamik am Wahlabend: Wahrscheinlich geht gerade eine Schockwelle durch die Reihen der Schwedendemokraten, sagte er zu den unerwarteten Verlusten der Rechtspopulisten.

Herausforderungen bei der Regierungsbildung

Unabhängig davon, welches politische Lager am Ende die Mehrheit der Mandate für sich beanspruchen kann, stehen dem skandinavischen Land schwierige Verhandlungen bevor. Im oppositionellen Lager liegen insbesondere die Linkspartei und die Zentrumspartei inhaltlich weit auseinander.

Schweden-Wahl: Sozialdemokraten laut Hochrechnungen stärkste Kraft
Photo: zeit.de

Auf der anderen Seite könnte Kristersson im Amt bleiben, falls sich seine bisherige Zusammenarbeit mit den Konservativen, Christdemokraten, Liberalen und den Rechtspopulisten fortsetzt. Die Schwedendemokraten hatten die Minderheitsregierung in den vergangenen Jahren gestützt, ohne eigene Ministerposten zu besetzen – eine Beteiligung auf Ministerebene war von Kristersson jedoch zuvor nicht ausgeschlossen worden. Im Wahlkampf dominierten vor allem Themen wie Migration, die Bekämpfung der Bandenkriminalität und eine generelle Verschärfung des Strafrechts die politische Debatte.

LIVE: Sweden Election Results Come In as Social Democrats and Moderates React in Stockholm | AC1N
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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