Saudi-Arabien leitet nach Drohnenangriffen auf seine wichtigste Ost-West-Öl-Pipeline Rohöl über den Hafen von Sohar in Oman um. Der Markt reagierte auf diese alternative Route mit sinkenden Preisen, während die Brent-Notierungen nach einem kräftigen Plus bei 108,16 US-Dollar und WTI bei 104,63 US-Dollar schlossen.
Die Energiemärkte zeigten sich am Mittwoch volatil, nachdem Saudi-Arabien schnell auf Sabotageakte an seiner kritischen Infrastruktur reagierte. Wie Berichte zeigen, gaben die Ölpreise nach einem zweitägigen massiven Anstieg wieder nach. Die Notierung für Brent-Rohöl sank auf 108,16 US-Dollar je Barrel, während das US-Pendant West Texas Intermediate (WTI) bei 104,63 US-Dollar gehandelt wurde. Zuvor hatten Berichte über Angriffe auf die über 1.200 Kilometer lange Pipeline zwischen dem Persischen Golf und dem Roten Meer zu scharfen Preissprüngen geführt, bei denen Brent zeitweise die Marke von 108 US-Dollar durchbrochen hatte und WTI auf über 103 US-Dollar je Barrel spitzte.
Im Nachgang des Angriffs, der zur Abschaltung und zum Stillstand der Erdölförderung an der Anlage führte, stieg die Sorge um die Ölversorgungssicherheit parallel zu den Benchmark-Ölpreisen. Zusätzliche Dynamik erhielt diese Furcht durch Berichte, wonach Saudi Aramco mehrere Ölladungen storniert hatte, die in diesem Monat an europäische Abnehmer verschifft werden sollten. Zudem berichtete Kpler, dass die Ölvorräte am Rotmeer-Hafen von Yanbu von nahezu 21 Millionen Barrel im Juli auf unter 15 Millionen Barrel gesunken sind, was bei aktuellen Raten von 3,5 Millionen Barrel täglich nur noch für wenige Tage an Exporten ausreichen würde. Auch die europäischen Dieselpreise blieben nahe einem Rekordhoch, während die US-Dieselpreise in der Vorwoche erstmals in der Geschichte die Marke von sechs US-Dollar pro Gallone überschritten.
Houthi blitz leaves Saudi Arabia exposed, Iran emboldened
Umleitung über Oman und Schiffs-zu-Schiff-Umschlag dämpfen Sorgen
Um die Exportausfälle auszugleichen, bietet Saudi-Arabien asiatischen Abnehmern Rohöl nun über Ship-to-Ship-Transfers (STS) vor dem omanischen Hafen von Sohar an. Das Land hat begonnen, mehr Öl zu seinen Golfhäfen umzulenken, um den Suezkanal oder die blockierten beziehungsweise beschädigten Routen zum Roten Meer zu umgehen, wobei Saudi Aramco über Schiff-zu-Schiff-Transfers im Golf von Oman angeblich die Straße von Hormus umgeht. Diese Methode des Spot-Rohöl-Umschlags wurde in den vergangenen Monaten von den Vereinigten Arabischen Emiraten perfeziniert, deren nationale Ögesellschaft ADNOC prompt lieferbare Mengen sowohl im Persischen Golf als auch in der Fujairah-Sohar-Region außerhalb der Straße von Hormus anbot.

UBS-Analyst Giovanni Staunovo erklärte dazu, dass die Exporte aus dem Golf signalisierten, dass die Sorgen vor einem noch größeren und länger anhaltenden Ausfall abnahmen. Auch Hiroyuki Kikukawa, Chefstratege bei Nissan Securities Investment (einer Einheit von Nissan Securities), betonte, dass die zügige Reaktion Riads zusammen mit anstehenden US-China-Gesprächen die Händler beruhigt habe. Im Gegensatz dazu blieben die Schifffahrtsaktivitäten in der Straße von Hormus stark eingeschränkt, wo die Tankerverkehrsraten im einstelligen Bereich verharren und erst kürzlich ein weiteres Schiff angegriffen wurde.
Oil Prices Dip as Saudi Arabia Reroutes Crude Through
Hintergrund der Angriffe und geopolitische Spannungen am Roten Meer

Die dokumentierten Angriffe auf die ost-westliche Pipeline und saudi-arabische Energieinfrastruktur haben die Verwundbarkeit der Anlagen offengelegt. Nach Angaben des saudi-arabischen Außenministeriums wurde die Pipeline vom Irak aus attackiert, was zu Verletzten und Sachschäden führte; im Irak wurde daraufhin eine groß angelegte Fahndung nach den Täterkreisen eingeleitet. Gleichzeitig hat ein Houthi-Vormarsch entlang der Rotmeerküste und die Einnahme von Inseln an der Mündung der Bab el-Mandeb-Straße – einer lebenswichtigen Arterie für globale Öltransporte – Saudi-Arabien den schwersten Rückschlag seit Jahren im Jemen versetzt. Senior-Beamte aus westlichen, regionalen und jemenitischen Kreisen führten den Durchbruch der Houthis auf tiefe Spaltungen unter anti-houthi-Fakten, eine ungetestete saudi-geführte Kommandostruktur nach Ablösung der emiratischen Aufsicht, begrenzte saudische Luftunterstützung und eine Unterschätzung der Vorbereitungen zurück.
Ein anonymer Diplomat berichtete, die Houthis hätten im Stillen rund 100.000 Kämpfer versammelt und die gegnerischen Kräfte zahlenmäßig weit übertroffen. Neil Quilliam, Fellow am Londoner Think Tank Chatham House, nennte die Offensive ein gravierendes Geheimdienstversagen. Der jemenitische Politikanalyst Farea Al-Muslimi ergänzte, die Saudis seien im Jemen unvorbereitet überrascht worden. Abdulkhaleq Abdallah, ein Politikanalyst in den Vereinigten Arabischen Emiraten, konstatierte zudem: „Die jemenitischen Regierungskräfte waren wie ein Kartenhaus. Sie haben keinen Widerstand geleistet. Komplett. Komplett. Durch diesen Zusammenbruch fiel den Houthis zudem eine beträchtliche Menge an fortgeschrittener US- und saudisch-gelieferter Rüstung in die Hände, die bei der Evakuierung zurückgelassen wurde.
Oil Prices Slide as Saudi Arabia Reroutes Crude via
Offizielle Einschätzung zu den Reparaturarbeiten und dem globalen Markt

Während Reparaturen an der beschädigten Pipeline im Gange sind und das Königreich den Ölexport unter US-Militärunterstützung neu ordnet, bleiben Analysten wie jene von Citi für den Nahen Osten wachsam und erwarten, dass geopolitische Spannungen die Rohölpreise kurzfristig erhöht halten, während die Straße von Hormus im vierten Quartal 2026 durch diplomatische Anstrengungen wieder geöffnet werden könnte. Macquarie-Analysten merkten parallel dazu an, dass die Durchflüsse durch die Straße von Hormus trotz steigender Spannungen widerstandsfähig geblieben seien und seit Wiederaufnahme der Kampfhandlungen am 30. August möglicherweise über 7,5 Millionen Barrel täglich erreicht haben, obwohl die täglichen Transits auf dem Wasserweg stark eingebrochen sind.
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