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Technik und Wissenschaft

Partielle Mondfinsternis taucht den Vollmond in rotes Licht

Nachtschwärmer und Astrofotografen erlebten in der Nacht vom 27. auf den 28. August 2026 ein seltenes Himmelsereignis: Eine partielle Mondfinsternis verdunkelte den Vollmond zu etwa 96 Prozent und tauchte ihn in ein kupferrotes Licht. Die NASA bestätigte den Verlauf des Schattens.

Der August-Vollmond, traditionell auch als Sturgeon Moon bekannt, lieferte in dieser Woche ein spektakuläres Naturschauspiel. Die zweite und letzte Mondfinsternis des Jahres zog über weite Teile der Erde hinweg und zog weltweit Beobachter in ihren Bann. Wer das Himmelsphänomen verfolgen wollte, brauchte im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis keine speziellen Schutzbrillen und konnte direkt in den Nachthimmel blicken.

Der exakte Ablauf der Finsternis und die wissenschaftlichen Hintergründe

Das kosmische Ereignis nahm am späten Donnerstagabend seinen Lauf. Laut den Aufzeichnungen von Scientific American begann die Finsternis um 21:23 Uhr EDT und endete gegen 03:02 Uhr EDT am Freitagmorgen. Der maximale Höhepunkt war kurz nach Mitternacht um 12:13 Uhr EDT erreicht. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich genau 96,3 Prozent der Mondscheibe im Kernschatten der Erde.

Physikalisch entsteht eine solche Finsternis, wenn sich Sonne, Erde und Mond exakt auf einer Linie befinden, wobei unser blauer Planet in der Mitte liegt und einen gewaltigen Schatten in den Weltraum wirft. Dieser Kegel unterteilt sich in den helleren Halbschatten (Penumbra) und den dunklen Kernschatten (Umbra). Wenn der Mond in den Kernschatten eintaucht, verliert er sein gewohntes grelles weißes Sonnenlicht. Dass er dabei dennoch in einem kräftigen Rot- oder Kupferton leuchtet, liegt an der Erdatmosphäre.

Es ist so, als ob alle Sonnenauf- und -untergänge der Welt auf den Mond projiziert würden. NASA, via Wired

Während kurzwellige blaue Lichtwellen an den Luftschichten gestreut werden, passieren die langwelligen roten Anteile die Atmosphäre und fallen gebrochen auf die Mondoberfläche.

Weltweite Perspektiven und fotografische Höhepunkte von Amerika bis Europa

Die Sichtbedingungen variierten je nach geografischer Lage stark. Während der amerikanische Kontinent ideale Voraussetzungen bot und den Höhepunkt in den späten Nachtstunden erlebte, mussten sich Beobachter in Europa bis zum anbrechenden Morgen gedulden. Dennoch gelangen Fotografen rund um den Globus beeindruckende Aufnahmen.

A mostly red moon
Photo: scientificamerican.com

In Budapest und der ungarischen Region Zsujta fing der Fotograf Robert Nemeti den Moment ein, in dem der Erdschatten den ersten Biss in die Mondscheibe setzte und den Tycho-Krater sowie alte Lavastrukturen streifte. In Athen setzte Costas Baltas den verfinsterten Mond hinter dem Parthenon in Szene, während Isa Terli die Szenerie über der Suleymaniye-Moschee in Istanbul dokumentierte. In Italien hielt Lorenzo Di Cola fest, wie sich der rötliche Mond hinter der historischen Festung Rocca Calascio zeigte.

Lokale Wetterkapriolen forderten manchen Astrofotografen Nerven ab.

Mit Gewittern in der Umgebung die ganze Nacht über befürchtete ich, die Chance zur Aufnahme dieses Ereignisses zu verpassen. Aber im letzten Moment, als die maximale Schattenbedeckung näher rückte, rissen die Wolken lang genug auf, um das Bild zu bekommen. Kevin McCarthy, Fotograf

Der Blick nach vorn: Wann sich der nächste Himmelsblick lohnt

Nach dem kosmischen Schauspiel vom August müssen sich Himmelsbeobachter eine Weile gedulden, bis sie die nächste vollständige Finsternis erleben. Das Jahr 2027 bringt zwar drei sehr dezente Halbschatten-Mondfinsternisse mit sich, doch der nächste wirklich markante und totale rote Vollmond lässt laut den Berechnungen bis zum 31. Dezember 2028 auf sich warten. Bis dahin steht im Jahr 2027 erst einmal die Sonnenbeobachtung im Fokus: Am 6. August desselben Jahres.

Partielle Mondfinsternis taucht den Vollmond in rotes Licht
Photo: ClickOnDetroit | WDIV Local 4
Stunning Video Captures Partial Lunar Eclipse in Texas
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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