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Unternehmen

Axa-Chef Thomas Buberl verlässt den Stiftungsrat des Weltwirtschaftsforums

Thomas Buberl, der Chef des Versicherungskonzerns Axa, hat den Stiftungsrat des Weltwirtschaftsforums nach sechs Jahren verlassen. Sein Rücktritt folgt auf ein von heftigen Streitigkeiten geprägtes Treffen im August, bei dem es zu kontroversen Auseinandersetzungen über die künftige Nachfolge der beiden Co-Vorsitzenden kam.

Der Stiftungsrat des Weltwirtschaftsforums (WEF) verliert eine seiner prominentesten Führungspersönlichkeiten aus der europäischen Wirtschaft. Thomas Buberl, CEO des französischen Versicherungskonzerns Axa, hat seine Tätigkeit in dem 28-köpfigen Gremium nach sechs Jahren beendet, wie die Medienstelle des WEF bestätigte. Der Austritt des 53-jährigen Managers erfolgte im August.

Harte Auseinandersetzungen um die Nachfolge im WEF-Präsidium

Hintergrund des Abgangs sind schwere Differenzen innerhalb des Stiftungsrats, der erst vergangene Woche zu einem Treffen zusammengekommen war. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand laut der «NZZ am Sonntag» die Frage, wer die beiden gegenwärtigen Co-Vorsitzenden Larry Fink, Gründer des Vermögensverwalters Blackrock, und André Hoffmann, Vizevorsitzender des Verwaltungsrats beim Pharmakonzern Roche, ablösen soll.

Der Governing-Ausschuss des WEF-Stiftungsrats, dem Buberl angehörte, hatte sich für ein offenes Suchverfahren ausgesprochen, bei dem sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden sollten. An dem Treffen überwogen jedoch die Stimmen jener Mitglieder, die eine Wahl von Christine Lagarde favorisieren. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank gehört dem Stiftungsrat seit mehr als achtzehn Jahren an und gilt als Favoritin des langjährigen früheren WEF-Chefs und Gründers Klaus Schwab.

Isolierung im Gremium nach dem Weggang langjähriger Verbündeter

Thomas Buberl stand im WEF-Stiftungsrat zuletzt vor einer schwierigen Situation. Er zählte zu jenem Kreis innerhalb des Gremiums, der dem Gründer Klaus Schwab gegenüber eine zunehmend kritische Haltung einnahm. Zu diesem Lager gehörten früher auch der frühere Nestlé-Chef Peter Brabeck und der ehemalige WEF-Geschäftsführer Börge Brende. Da Brabeck das Forum bereits im August 2025 und Brende im vergangenen Februar verlassen hatten, fehlten Buberl im entscheidenden Moment wichtige Verbündete.

Ob nach dem turbulenten Treffen noch weitere Mitglieder ihren Rücktritt erklären würden, ließ die Medienstelle des WEF offen. Der Konzern Axa reagierte auf eine Anfrage nicht. Im Gremium verbleiben neben Fink und Hoffmann weiterhin prominente Führungskräfte wie der frühere CEO des deutschen Industrieriesen Siemens Joe Kaeser, Siemens-Aufsichtsratspräsident Jim Hagemann Snabe, Chairman und Chef des indischen Mischkonzerns Reliance Industries Mukesh Ambani sowie die ruandische Technologieministerin Paula Ingabire.

Vielschichtige Verpflichtungen jenseits des Weltwirtschaftsforums

Der in Deutschland geborene Manager, der nach seinem Doktorat an der Universität St. Gallen seine Laufbahn bei der Boston Consulting Group begann und den Axa-Konzern leitet, wird trotz seines Abschieds vom WEF stark gefordert bleiben. Buberl sitzt im Verwaltungsrat des US-amerikanischen IT-Schwergewichts IBM und gehört seit Ende 2023 auch dem Stiftungsrat der Kühne-Stiftung an, welche die Kontrolle über den Logistikkonzern Kühne + Nagel ausübt.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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