Der portugiesische Priester und DJ Padre Guilherme hat am Samstag, dem 12. September 2026, beim Festival Cross Pulse Pannonia in Mörbisch vor rund 5.000 Jugendlichen aufgelegt. Der Auftritt des Militärseelsorgers markierte seine Premiere im deutschsprachigen Raum und verband elektronische Tanzmusik mit christlichen Botschaften.
Cross Pulse Pannonia in Mörbisch
Wo sonst Operetten und Musicals erklingen, dominierte am Samstagabend in Mörbisch christlicher Techno. Das Jugend- und Musikfestival „Cross Pulse Pannonia – The Sound of Hope“ verwandelte die Seebühne und die Seebadwiese in Mörbisch in eine einzigartige Festivallocation für junge Menschen aus der gesamten Region. Tausende Besucher strömten in das burgenländische Seeheilbad, um einen Abend zu erleben, der traditionelle Kirchenräume mit moderner Clubkultur verschmolz. Der Zutritt zum Festivalgelände war ab zwölf Jahren möglich.”
Hauptact des Abends war der portugiesische Priester und DJ Padre Guilherme – eigentlich Guilherme Guimaraes Peixoto. Der 52-jährige Geistliche, der hauptberuflich als Pfarrer unweit von Braga und als portugiesischer Militärseelsorger tätig ist und eine DJ-Ausbildung in Porto absolviert hat, trat damit zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum auf. Internationale Bekanntheit erlangte er durch umjubelte Auftritte bei Großevents wie dem Weltjugendtag 2023 in Lissabon und einen weiteren mit Papst Leo XIV. im Jahr 2025.
Seine audiovisuelle Show zeichnet sich durch sakrale Klänge mit elektronischer Tanzmusik, Videoelemente und Lichteffekte aus, die Menschenmengen zum Tanzen bringen. Das Jugend- und Musikfestival startete bereits um 14:00 Uhr auf der Seebadwiese. Bei freiem Eintritt bzw. freiem Zugang erwarteten die Besucher dort kreative Stationen und viel Raum für Gespräche und Begegnungen. Um 17:00 Uhr wurde eine heilige Messe gefeiert, ehe ab 18:30 Uhr die Voracts auf der Seebühne für Stimmung sorgten. Um 20:30 Uhr übernahm schließlich Padre Guilherme das DJ-Pult vor den anwesenden Jugendlichen.
Ägidius Zsifkovics und Padre Guilherme
Die Einladung ging auf den Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics zurück, der den Priester in Kosice (Slowakei) kennengelernt und für ein Techno-Event ins Burgenland eingeladen hatte. Im Kathpress-Interview zeigte sich der Bischof angetan von diesem gelungenen Versuch, neue Wege in der Kirche im Burgenland zu gehen. Eine Fortsetzung dieses hierzulande noch wenig bekannten Veranstaltungsformats sei bereits für das kommende Jahr angedacht und geradezu „eine Verpflichtung“.”
„Von hier, im Herzen Europas, aus soll das Evangelium wieder neue Kraft gewinnen, vor allem die Jugend wollen wir mitnehmen.
Ägidius Zsifkovics, Eisenstädter Bischof
Mörbisch solle nach Wunsch des Bischofs nicht nur die Kultur- und Musikszene bespielen, sondern zur Evangelisierung beitragen. Von hier, wo früher der Eiserne Vorhang Europa durchschnitt, möge gemäß dem Festival-Motto „Sound of Hope“ Hoffnung ausgehen, die gerade heute so dringend gebraucht werde, so Zsifkovics, der dabei auf die aus der Slowakei, aus Ungarn und aus Slowenien angereisten Gäste verwies. Tickets für das Abendprogramm kosteten 20 Euro und waren über die Kulturbetriebe Burgenland erhältlich. Alle Informationen waren unter www.martinus.at zu finden, und der Überschuss dieser Veranstaltung kam der Caritas der Diözese Eisenstadt zugute.”
Franziskanerpater Sandesh Manuel
Ähnlich innovative Zugänge zum christlichen Glauben wie Padre Guilherme erschließt hierzulande Franziskanerpater Sandesh Manuel. Der indisch-österreichische Seelsorger, Rapper, Blogger und Maler lud vor dem Techno-Hauptact bei einer Messe mit rund 1.000 Jugendlichen in Mörbisch dazu ein, sich immer wieder auf Neues einzulassen – ganz im Sinne des heiligen Franz von Assisi. Dabei dürfe Kirche auch laut, fröhlich und lebendig sein, erklärte der Ordensmann, und Heiligkeit zeige sich auch in einer befreienden Freude am Glauben.
Seinen Besuch im Burgenland nutzte Padre Guilherme auch zu Gesprächen und Begegnungen. So besuchte er am Freitag die Gemeinschaft Cenacolo in Kleinfrauenhaid, die jungen Menschen in Krisensituationen – besonders bei Drogenproblemen – die Möglichkeit zu einem Neub Neubeginn bietet.
Christian Jelicic und Cross Pulse Pannonia
Zu seinem eigenen Wirken erklärte der Techno-Padre, dass er mittels elektronischer Tanzmusik den Kern der christlichen Botschaft vermitteln wolle: Ganz im Sinn von Psalm 150 in der Bibel solle man alle Instrumente nützen, um Gott zu loben und zu preisen – auch mit Techno-Musik. Aktuell folgen ihm 3,4 Millionen Menschen auf Instagram.

Auch für den Organisator des Festivals „Cross Pulse Pannonia – The Sound of Hope, Christian Jelicic, ist die Verbindung von Techno und Kirche kein Widerspruch:
„Die Kirche ist groß genug für Techno und die Haydn-Messe.
Christian Jelicic, Organisator
Es sei verfehlt zu meinen, dass alles, was nicht der eigene Geschmack ist, automatisch nicht christlich sei, sagte er in einem Interview mit der Kooperationsredaktion der österreichischen Kirchenzeitungen und ergänzte, dass es sich bei Guilhermes Musik um melodischen Techno der emotionalen Schule handle, der respektvoll sakrale Melodien in ein neues Klanggewand hüllt.
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