August 2026, unter schwierigen Bedingungen auf verschüttete Wasserkraftwerkstunnels und vermisste Staatsangehörige aus Dutzenden Ländern.
Die verheerenden Sturzfluten und Erdrutsche, die am vergangenen Mittwochmorgen durch ein Abbrechen eines großen Gletschers ausgelöst wurden, haben im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet schwere Zerstörungen hinterlassen. Dies berichten übereinstimmend mehrere Medien wie WSLS und The Irish Times.
Massenhafte Vermisste und der Großeinsatz an den Wasserkraftanlagen
Neben den Todesopfern bereitet den Rettungsmannschaften vor allem die hohe Zahl der Vermissten große Sorge. In Nepal werden mehr als 4.200 Menschen vermisst, darunter fast 600 ausländische Staatsangehörige. Unter den Vermissten befinden sich auch Staatsbürger aus deutschsprachigen Ländern; so teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit, dass eine hohe einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger vermisst wird, während eine vierköpfige deutsche Familie im Katastrophengebiet gerettet werden konnte, wie der Sender BR berichtete.
Die Such- und Rettungsarbeiten konzentrieren sich derzeit mit Hochdruck auf mehrere Wasserkraftwerke.
Brig. Gen. Raja Ram Basnet, Armeesprecher von Nepal, erklärte, dass ihre oberste Priorität die Rettung der gestrandeten Menschen sei.
Nach Angaben der nationalen Katastrophenbehörde gelten Dutzende bis Hunderte Menschen als vermisst, die sich in den Tunneln von Wasserkraftprojekten aufgehalten hatten. Es ist kompliziert, die Ein- und Ausgänge des Tunnels zu finden, weil alles mit Schlamm bedeckt ist, erläuterte Basnet die schwierige Lage an den verschütteten Stollen, was auch von CBS News dokumentiert wurde.
Gletscherabbruch und seismische Spuren der Katastrophe
Wissenschaftler haben inzwischen den genauen Auslöser der Naturkatastrophe untersucht. Satellitenaufnahmen und geologische Analysen zeigen, dass der felsige Untergrund an der Nordflanke des Langtang-Massivs im Himalaya eingebrochen ist und einen riesigen Teil eines Gletschers mitgerissen hat. Der Felssturz war so gewaltig, dass er seismische Instrumente auslöste und als Erdbeben der Stärke 5.2 registriert wurde. Das deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam stellte fest, dass die Schlamm- und Wassermassen innerhalb von weniger als zehn Minuten nach dem Abbruch die grenznahe Station Gyirong erreichten, wie der Sender BR berichtete.

Drohende Sekundärkatastrophen durch aufgestaute Barriere-Seen
Die Rettungseinsätze mussten in den vergangenen Tagen mehrfach wegen starker Regenfälle, drohender Schlammlawinen und eines akuten Risikos durch neu entstandene Stauseen unterbrochen werden. Durch herabgestürztes Geröll bildete sich an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ein natürlicher Staudamm, der einen See aus Wassermassen zurückhält. Chinesische Behörden und das Wasserministerium warnten vor einem hohen Risiko von Überflutungen, da der Pegel durch anhaltenden Regen weiter steigen könnte und das Wasservolumen nach offiziellen Angaben Millionen Kubikmeter umfasst, was auch von Al Jazeera hervorgehoben wurde.

Aus Sorge vor einem unkontrollierten Bruch dieses Barriere-Sees wurden sowohl die Rettungsmannschaften vor Ort als auch die Bewohner in den flussnahen Distrikten wie Rasuwa angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen und höher gelegene Hänge aufzusuchen. Die nepalesische Polizei meldete zudem, dass auf tibetischer Seite ein weiterer Damm über die Ufer getreten sei, was die Alarmbereitschaft der Sicherheitskräfte weiter erhöhte.
Internationale Hilfe und Reaktionen der Regierungen
Angesichts des enormen Ausmaßes – das Rotes Kreuz schätzt, dass rund 90.000 Menschen von den Folgen der Flut direkt oder indirekt betroffen sind – wurden internationale Hilfsangebote und Bergungsteams mobilisiert.
Auch die Vereinigten Staaten kündigten finanzielle Unterstützung an. Das US-Außenministerium stellte nach Angaben von ABC News 500.000 US-Dollar für Hilfslieferungen und Notunterkünfte über Hilfsorganisationen zur Verfügung, während die Suche nach vermissten amerikanischen Staatsbürgern und Touristen aus aller Welt in den kommenden Tagen unvermindert fortgesetzt wird.