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Mordfall Fabian: Angeklagte bricht Schweigen und bestreitet Tat

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Angeklagte vor dem Landgericht Rostock erstmals ihr Schweigen gebrochen und die Tat bestritten. Die 30-Jährige verlas eine 95-seitige Erklärung zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, ihrer Beziehung zum Kindesvater und dem Fundort der Leiche im Oktober 2025.

Vier Monate nach Beginn des Indizienprozesses vor dem Landgericht Rostock hat die angeklagte Gina H. am Montag erstmals vor Gericht gesprochen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den achtjährigen Fabian am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesteckt zu haben.

Die Angeklagte wies die Anschuldigungen in ihrer verlesenen Erklärung entschieden zurück. Fabian hat mir nie etwas getan, und ich hätte ihm auch nie etwa antun können. Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten, erklärte sie kurz vor dem Ende ihrer Aufzeichnungen (so berichtete das Nachrichtenportal tag24.de).

Darstellung zum Leichenfund in Klein Upahl und Zeugenaussagen

Im Mittelpunkt der Vernehmung stand die Frage, wo sich die Angeklagte am Tag des Verschwindens des Jungen aufhielt. Zeugen hatten im Prozess ausgesagt, sie am 10. Oktober 2025 mit ihrem auffälligen Pick-up-Auto auf einem Feldweg in der Nähe des späteren Fundortes gesehen zu haben. Dazu äußerte sich die 30-Jährige in ihrer Erklärung, indem sie schilderte, sie sei zwar an jenem Tag in Güstrow und in der Nähe von Klein Upahl spazieren gewesen, habe das Kind jedoch nicht angetroffen. Sie betonte, sie wäre nicht so dumm gewesen und an Zeugen vorbeigefahren, wenn sie die Tat begangen hätte (berichtet von ZEIT ONLINE).

Den Fundort der Leiche will sie erst am Abend des 13. Oktober 2025 – drei Tage nach dem Verbrechen – zum ersten Mal gesehen haben. Sie räumte ein, an diesem Abend zweimal jeweils mit einem anderen Bekannten am Tümpel gewesen zu sein. Diese Freunde hätten ihr jedoch eindringlich abgeraten, die Polizei zu informieren, weshalb sie den Fund erst am darauffolgenden Tag meldete (laut Schilderungen von tag24.de).

Beziehung zum Kindesvater und die Rolle des Opfers

Ein wesentliches Motiv der Anklage knüpft an das Verhältnis der Angeklagten zum Vater des getöteten Jungen an. Die Frau beschrieb die Begegnung als Liebe auf den ersten Blick und berichtete, dass sie sehr schnell mit ihm zusammengezogen sei (wiedergegeben auf tag24.de). Sie habe Fabian als Ziehsohn betrachtet und betont, dass ihr eigener Sohn und das Opfer sich gut verstanden hätten.

Später sei es jedoch zu Spannungen gekommen, unter anderem nach einer ungeplanten Schwangerschaft und einer daraus folgenden Abtreibung. Sie schilderte in ihrer Erklärung depressive Phasen, ein Gefühl des Alleinseins sowie körperliche Gewalt in der Beziehung und den häufigen Alkoholkonsum des Mannes (ergänzen die Berichte aus dem Gerichtssaal). Gleichzeitig gab sie an, zeitweise unter Eifersuchtsanfällen und einem Kontrollzwang gelitten zu haben, strich jedoch heraus, dass sie niemals eifersüchtig auf Fabian selbst gewesen sei.

Spuren im Fahrzeug und psychische Verfassung

Die Angeklagte ging in ihrer Verlesung ebenfalls auf ein zentrales Beweismittel der Ermittler ein: eine Küchenrolle mit Blutspuren des getöteten Jungen, die im hinteren Teil ihres Autos entdeckt worden war. Sie erklärte dazu, dass sich Fabian bei einem gemeinsamen Ausflug an einen Badesee im August 2025 leicht am Fuß verletzt habe. Sie habe die Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit dem Küchenpapier abgetupft (so die Ausführungen bei ZEIT ONLINE).

Mordfall Fabian: Angeklagte bricht Schweigen und bestreitet Tat
Photo: DIE ZEIT

Während der stundenlangen Ausführungen kam es mehrfach zu Unterbrechungen. Bekannt wurde im Zuge des Prozesses zudem, dass die 30-Jährige wegen einer Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Symptomen seit Jahren eine Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht und finanziell auf den Vater des Opfers angewiesen war, da sie fünf Pferde besitzt.

Der Vorsitzende Richter setzte den letzten Verhandlungstag im laufenden Indizienprozess auf den 10. September fest, an dem möglicherweise ein Urteil gesprochen werden könnte (wie das Gericht mitteilte).

TRAGISCHER MORDPROZESS UM DEN ACHTKÄHRIGEN FABIAN: GINA H. BRICHT IHR SCHWEIGEN! | #shorts
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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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