Fast zwanzig Jahre lang herrscht Funkstille zwischen den bekannten TV-Grössen Oliver Pocher und Stefan Raab. Im Podcast Patchwork Boys nennt Pocher nun den mutmasslichen Auslöser für den langanhaltenden Konflikt und erklärt, wie ein früherer geschäftlicher Umgang in eine totale Entfremdung mündete.
Die Beziehungen in der deutschen Fernsehlandschaft verlaufen selten geradlinig, doch nur wenige Konflikte halten so hartnäckig an wie das Zerwürfnis zwischen Oliver Pocher (48) und Stefan Raab (59). Einst teilten sich die beiden erfolgreichen Entertainer nicht nur den Arbeitgeber bei dem deutschen Privatsender ProSieben und moderierten gemeinsame Sendungen wie das TV Total Turmspringen, sondern traten auch als Geschäftspartner auf. Im Jahr 2003 wurde die Pocher TV GmbH gegründet, an der unter anderem die Raab TV Produktions GmbH beteiligt war. Beide Medienschaffenden wohnten in Köln und prägten den Humor einer ganzen Fernsehepoche mit ihrem Lausbuben-Humor. Doch seit rund zwei Jahrzehnten wird kein Wort mehr miteinander gewechselt.
Vom Geschäftspartner zum Konkurrenten bei Schmidt & Pocher
Der Wendepunkt des Verhältnisses datiert auf das Jahr 2007. Damals verliess Pocher das gemeinsame Unternehmen und wechselte zu Harald Schmidt, um fortan gemeinsam die Late-Night-Show Schmidt & Pocher zu moderieren. Aus der Perspektive von Oliver Pocher nahm hier das Unglück seinen Lauf, da er überzeugt ist, dass Raab ihm diesen Schritt nie verzeihen konnte. Die sarkastisch-humorvolle Art der neuen Show, bei der auch Raab gelegentlich das Ziel von nicht immer sehr netten Witzen wurde, habe das Verhältnis schwer belastet.
„Wir haben uns hier und da auch mal über Stefan ein bisschen lustig gemacht, und Stefan ist sehr nachtragend. So ist das entstanden“, erklärte der 48-Jährige.
Während Pocher in dem Podcast «Patchwork Boys» (mit Pietro Lombardi, 34) einräumt, dass die damaligen Seitenhiebe den Auslöser für das Schweigen darstellten, betont er zugleich seine eigene Vorgeschichte. Er sei mit Stefan Raab gross geworden und früher ein grosser Bewunderer und Fan gewesen. Wenn er Kritik an Raabs Sendungen äussere, sei das gar nicht persönlich, sondern einfach fachlich, so wie er das sehe.
Begegnungen im Alltag und das Verbot beim TV-Comeback
In der Realität gestaltet sich das Verhältnis von eisigem Schweigen geprägt. Schon 2025 gab Pocher in einem Interview mit Bild.de Einblicke in sein Zerwürfnis und verriet, dass Raab bei zufälligen Treffen alles daran setze, ihn tunlichst zu meiden. Als Beispiel nannte er eine Situation: Vor einer Woche standen wir gemeinsam am Fahrstuhl zur Loge beim 1. FC Köln
, erzählte Pocher. Stefan zog es vor, nicht mit mir zwölf Sekunden in einem Raum zu stehen. Er nahm die Treppe.
Hinter der Kamera beschrieb er Raab als den verschüchterstesten Menschen, den es gebe, der einen einfach ignoriere, durch einen hindurchsehe und nicht einmal wolle, dass man sich grüßt. Bereits 2021 erzählte Pocher in einem Podcast mit seiner Ex Amira Aly, dass Raab selbst bei direktem Sehen stumm an ihm vorbeigehe, woraufhin Amira Aly die Situation mit den Worten „Er hasst dich!“ zusammenfasste.

Die Fronten bleiben demnach verhärtet. Als Stefan Raab 2024 gegen Regina Halmich boxte und so sein TV-Comeback feierte, durfte Pocher nicht einmal am Event teilnehmen, da er Hausverbot von Raab bekam. Pocher kritisierte Raabs TV-Comeback öffentlich als «Negativbeispiel» dafür, wie man ein Comeback nicht gestalten sollte, und störte sich unter anderem an den aus seiner Sicht immer gleichen Witzen.
Geteilte Haltungen zur Versöhnung und das ungelöste Schweigen
Trotz der fast zwanzigjährigen Funkstille zeigt sich Pocher in seiner Aussendarstellung prinzipiell versöhnlich. Auf die Frage nach einer möglichen Aussprache betonte er im Podcast mit Pietro Lombardi: Wenn ich ihn sehen würde, würde ich ganz normal Hallo sagen.
Von der Gegenseite ist ein solches Entgegenkommen jedoch nicht zu erwarten. Raab ist nach wie vor wesentlich nachhaltiger in seinem Konflikt, meidet Pocher konsequent, und so bleibt die jahrzehntelange Distanz zwischen den zwei TV-Grössen weiter bestehen.