Microsoft hat die letzte Ausmusterungsphase für SQL Data Sync gestartet. Seit dem 9. Der Dienst läuft am 30.
Die Zeit läuft für Nutzer des Datenbank-Abgleichs: Microsoft hat den offiziellen Startschuss für die letzte Phase bei der Abschaltung von SQL Data Sync gegeben. Betroffen von der neuen Einschränkung sind Azure-Abonnements, die den Dienst in der Vergangenheit noch nie eingesetzt haben und seit dem 9. September keine neuen Sync-Bereitstellungen mehr anlegen können. Bestehende Nutzer können ihre aktuellen Sync-Gruppen zwar weiterhin betreiben, ändern und neue Mitgliedsdatenbanken hinzufügen, doch der Stichtag für das endgültige Aus ist der 30. September 2027.
Drei Jahre Übergangsfrist und aktuelle Einschränkungen
Die Einstellung des Dienstes kommt nicht überraschend. Bereits im Jahr 2024 hatte Microsoft die Abkündigung mit einer dreijährigen Übergangsfrist angekündigt. Das Ziel der aktuellen, am 9. September angelaufenen Maßnahme ist es laut Unternehmensangaben, zu verhindern, dass kurz vor dem endgültigen Abschied noch neue Abhängigkeiten von dem auslaufenden Produkt entstehen. SQL Data Sync wurde primär dafür genutzt, ausgewählte Daten zwischen mehreren Datenbanken abzugleichen – sowohl im Zusammenspiel zwischen Azure SQL Database als auch mit lokalen SQL-Server-Instanzen in eigenen Rechenzentren, wobei der Datentransfer je nach Konfiguration in beide Richtungen erfolgen konnte.
Architektur und Bestandsaufnahme vor der Migration
Technisch organisiert der Dienst die Replikation in sogenannten Sync-Gruppen nach einem Hub-and-Spoke-Prinzip, bei dem eine Azure SQL Database als Hub fungiert und weitere Cloud- oder lokale Datenbanken als Mitglieder teilnehmen; für lokale SQL-Server war zusätzlich ein eigener Sync-Agent notwendig. Da Microsoft für SQL Data Sync kein einzelnes, direktes Nachfolgeprodukt bereitstellt, stehen Administratoren vor einer genauen Inventur. Betroffene Unternehmen sollten laut den veröffentlichten Empfehlungen zunächst sämtliche Bereitstellungen – inklusive inaktiver Gruppen, Agenten und der abhängigen Anwendungen – erfassen. Für kleinere Umgebungen geschieht dies direkt über das Azure-Portal, während Microsoft für größere Landschaften auf die PowerShell und die Azure SQL Management REST API verweist.
Mögliche Ersatzwege und Migrationspfade
Je nach bisherigem Einsatzzweck erfordert der Ausstieg entweder eine simple Umkonfiguration oder einen kompletten Umbau der Replikationsarchitektur. Für geplante oder inkrementelle Kopiervorgänge, wie sie etwa für Data Warehouses anfallen, empfiehlt sich Azure Data Factory als Alternative. Wer hingegen Daten unidirektional von einem SQL Server in eine Azure SQL Database verteilen will, kann auf die transaktionale Replikation ausweichen. Für lesende Replikate und regionale Verfügbarkeit stehen aktive Georeplikation und Read Replicas zur Verfügung.

- Always On Availability Groups für SQL Server auf Azure-VMs sowie Managed Instance Link für Azure SQL Managed Instance zur vollständigen Datenbankspiegelung.
- Azure Functions mit Azure-SQL-Triggern für anwendungsspezifische Synchronisationsszenarien.
- Mirroring in Microsoft Fabric für analytische Umgebungen.
Vor der endgültigen Umstellung sollten Organisationen die gewählte Ersatzlösung in einer Testumgebung validieren, die automatische Synchronisierung der alten Gruppe vorübergehend abschalten und die Ressourcen erst dann entfernen, wenn keine produktiven Anwendungen mehr darauf zugreifen. Der komplette Umstieg muss bis spätestens zum 30. September 2027 vollständig abgeschlossen sein.
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