Astronomen haben die mit 5,6 Billionen Pixeln bisher größte 2D-Karte des Kosmos veröffentlicht. Das Online-Projekt zeigt rund 75 Prozent des Nachthimmels und umfasst fast vier Milliarden Himmelsobjekte, darunter Sterne, Galaxien und Schwarze Löcher, als interaktive Grundlage für die Erforschung der Dunklen Energie.
Wer wissen möchte, wie der Kosmos in atemberaubender Detailtreue aussieht, kann das Universum ab sofort digital erkunden. Forscher haben die bislang umfassendste und größte zweidimensionale Himmelskarte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Projekt erfasst rund drei Viertel des gesamten Nachthimmels im sichtbaren sowie im nahen Infrarotlicht und macht selbst Himmelskörper sichtbar, die bislang von dichten Staubwolken verhüllt waren.
Die Entstehung der 5,6-Billionen-Pixel-Karte
Hinter der gigantischen Kartierung stehen 263.407 Einzelaufnahmen, die in insgesamt 2.285 Beobachtungsnächten zusammengetragen wurden. Die Daten stammen aus drei großen Himmelsdurchmusterungen: dem Dark Energy Camera Legacy Survey, dem Mayall z-band Legacy Survey des Kitt Peak National Observatory in Arizona sowie dem Beijing-Arizona Sky Survey am Steward Observatory.
Um die von unterschiedlichen Teleskopen und unter wechselnden atmosphärischen Bedingungen erfassten Daten zusammenzuführen, war ein enormer technischer Aufwand erforderlich. Das beteiligte Team entwickelte über ein Jahr lang einen speziellen Programmcode. Anschließend lief die Auswertung rund acht Wochen lang auf einem leistungsstarken Supercomputer am Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien.
Interaktive Nutzung und der Weg zur 3D-Weltkarte
Die fertige Himmelskarte steht allen Interessierten frei zur Verfügung und lässt sich über den Legacy Survey Sky Viewer im Internet interaktiv erkunden und heranzoomen. Das Projekt dient dabei nicht nur Hobby-Astronomen zur Orientierung, sondern hat auch einen unmittelbaren wissenschaftlichen Nutzen. Für die Forschung bilde diese Datengrundlage die Basis, um die kosmische Expansion und die Entstehung unserer Galaxie zu untersuchen.
Zudem erfüllt die Karte eine wichtige Funktion für das DESI-Projekt (Dark Energy Spectroscopic Instrument), das auf dem Mayall-Teleskop in Arizona montiert ist.
Einsatz künstlicher Intelligenz in der modernen Astronomie
Die gewaltige Datenmenge von fast vier Milliarden astronomischen Objekten – darunter Sterne, Galaxien, Schwarze Löcher, Supernovae, Asteroiden und Gravitationslinsen – bietet ideale Voraussetzungen für den Einsatz moderner Technologien.

Insbesondere für künstliche Intelligenz liefert der Datensatz wertvolles Trainingsmaterial. Analyseprogramme können anhand der hochaufgelösten Aufnahmen lernen, wie verschiedene kosmische Objekte strukturiert sind, wo sie sich befinden und wie sie im Raum verteilt sind. Langfristiges Ziel der Forscher ist es, mithilfe dieser visuellen Basis und computergestützten Verfahren die bisher präziseste dreidimensionale Karte des Universums zu konstruieren, auch wenn dieser Prozess nach Einschätzung von Fachleuten noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.
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