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Gerhard Zeiler verdiente 207.500 Euro bei Vonovia

Wohnbausprecherin Nina Tomaselli und die Grünen üben scharfe Kritik an der Vergangenheit des SPÖ-Vorsitzkandidaten Gerhard Zeiler. Sie hinterfragen eine frühere Führungstätigkeit und ein Gehalt von über 200.000 Euro bei dem als „Mieterschreckkritisierten Konzern Vonovia, während in der SPÖ ein offener interner Machtkampf tobt.

Kritik an Gerhard Zeilers Vonovia-Vergangenheit

Die grüne Wohnbausprecherin Nina Tomaselli hat die Vergangenheit des SPÖ-Vorsitzkandidaten Gerhard Zeiler scharf kritisiert. Im Zentrum der Vorwürfe steht Zeilers frühere Tätigkeit für den Immobilienkonzern Vonovia und dessen Vorgängergesellschaft.

Für diese gut zwei Jahre habe er insgesamt ein Salär von 207.500 Euro bezogen. Der Konzern steht dabei seit Jahren wegen seiner Geschäftspraktiken gegenüber Mietern in der Kritik; Mietervereine beanstandeten hohe Mietaufschläge nach Sanierungen und fragwürdige Betriebskostenabrechnungen.

Innerhalb der SPÖ – die sich gerade unter Andreas Bablers Führung das Thema Wohnen auf die Fahne heftete – scheine das niemanden zu stören, kritisierte Tomaselli weiter. Die SPÖ sei einmal die Partei des leistbaren Wohnens gewesen, und heute stelle sie mit Andreas Babler den Wohnminister, doch der wohnpolitische Anspruch gehe im internen Machtkampf unter.

Gerhard Zeiler verdiente 207.500 Euro bei Vonovia
Foto: Kurier

Andreas Babler bleibt ruhig im internen Machtkampf

In der SPÖ richten sich alle Augen auf ein Treffen zwischen Vizekanzler Andreas Babler und den Länderchefs, bei dem die mit der Bewerbung Gerhard Zeilers für den Parteivorsitz ausgebrochene Personaldebatte besprochen werden soll.

Vizekanzler und Parteichef Andreas Babler äußerte sich im Interview mit PULS 24 gelassen zu dem Vorstoß. Seine Haltung fasst Babler knapp zusammen: „Insofern sehe ich das sehr nüchtern.Derzeit gebe es nur Gerüchte über eine mögliche Kandidatur, und sollte es tatsächlich dazu kommen, gebe es eben klare demokratische Spielregeln.

Babler änderte nach seiner Wahl zum SPÖ-Chef im Jahr 2023 die Regeln und stärkte das Amt sowie die Parteibasis. Die damalige Landesparteisekretärin Barbara Novak erklärte dazu: „Es gibt einen Grund, warum das Statut eine Mitgliederabstimmung über personelle Entscheidungen nicht vorsieht.Noch deutlicher wurde Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, der davor warnte, einer Person durch eine Direktwahl sehr viel Macht in die Hand zu geben.

Gerhard Zeiler verdiente 207.500 Euro bei Vonovia
Foto: Diepresse

Will der Bundesparteivorstand keine neue Vorsitzwahl starten, müssen zehn Prozent aller SPÖ-Mitglieder sie verlangen – derzeit wären das rund 12.500 Unterschriften –, woraufhin eine Bewerbungsfrist von mindestens vier Wochen läuft. Bei seiner Wiederwahl im März 2026 stimmten mangels offizieller Gegenkandidaten nicht alle SPÖ-Mitglieder ab, weshalb der Parteitag laut Statut entschied und ihn mit 81,51 Prozent bestätigte. Auf diesen klaren Auftrag beruft sich Babler heute.

Gerhard Zeiler hält an seiner Bewerbung fest

Medienmanager Gerhard Zeiler, der sich mit seiner Bewerbung für den Partei-Chefsessel ins Gespräch brachte und gerade beruflich in den USA verweilt, betonte gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) ob bisher verhaltener Unterstützung der Parteifunktionäre „überhaupt nichtan einen Rückzug der Bewerbung zu denken.

In der Debatte fiel in den letzten Tagen auch immer wieder der Name Markus Marterbauer (SPÖ), wobei ventiliert wurde, der Finanzminister könne im Falle von Bablers Rücktritt den Vizekanzler machen. Marterbauer erteilte dem in der „ZIB2am Freitagabend eine Absage und betonte, dass er das in den nächsten Monaten nicht sehe; Zeiler habe der Partei mit seiner Bewerbung geschadet und er finde das weder vom Zeitpunkt passend noch vom Inhalt nachvollziehbar.

Unterdessen äußerte sich Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner zu ihrer eigenen Person: Das sei der einzige Name, zu dem sie eine sehr konkrete Antwort geben könne, da sie in ihren Funktionen als Frauen- und Wissenschaftsministerin und Vorsitzende der SPÖ-Frauen noch viele Aufgaben zu erfüllen habe.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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