Die Juni-Bootiden erreichen in dieser Woche ihren Höhepunkt – doch niemand kann vorhersagen, ob es ein spektakuläres Sternschnuppen-Spektakel geben wird oder kaum etwas zu sehen sein wird. Laut der Space.com und dem American Meteor Society könnte das Maximum zwischen dem 22. und 27. Juni liegen, wobei die Aktivität von Jahr zu Jahr stark variiert.
Warum die Juni-Bootiden so unberechenbar sind
Die Juni-Bootiden sind berüchtigt für ihre Unberechenbarkeit. Während die meisten Meteorströme wie die Perseiden oder Leoniden jährlich zuverlässig auftreten, können die Juni-Bootiden von kaum wahrnehmbar bis zu einem Ausbruch mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde schwanken. Das Space Daily erinnert daran, dass die letzten spektakulären Ausbrüche in den Jahren 1998 und 2004 stattfanden, als die Rate auf bis zu 100 bzw. 50 Meteore pro Stunde anstieg. Für 2026 gibt es jedoch keine Anzeichen für eine solche Aktivität. Die Internationale Meteororganisation (IMO) hat in ihrem Kalender für 2026 keine ungewöhnliche Aktivität vorhergesagt.


Die Ursache für diese Schwankungen liegt in der Bahn des Kometen 7P/Pons-Winnecke, der alle etwa 6,3 Jahre die Sonne umkreist. Jedes Mal, wenn der Komet die Sonne passiert, hinterlässt er eine Spur aus Staub und Eis. Wenn die Erde diese Spur durchquert, verbrennen die Teilchen in der Atmosphäre und erzeugen die Sternschnuppen. Allerdings ist die Verteilung des Staubs ungleichmäßig, was die Vorhersage so schwierig macht.
„Die Juni-Bootiden sind in ihrer chaotischen Art einer der aufregendsten Meteorströme des Sommers“, heißt es beim Independent. „Man könnte fast nichts sehen – oder ein regelrechtes Sternschnuppen-Sturm erleben.
Wann und wo kann man die Juni-Bootiden beobachten?
Die beste Zeit, um die Juni-Bootiden zu beobachten, ist in den frühen Morgenstunden des 22. bis 27. Juni. Der Ausstrahlungspunkt (Radiant) des Stroms liegt im Sternbild Bootes, das in den nördlichen Breitengraden hoch am Himmel steht. Laut dem American Meteor Society haben Beobachter in der Nordhalbkugel einen deutlichen Vorteil, da der Radiant dort höher am Himmel steht und länger sichtbar ist.
Für die Beobachtung empfiehlt sich ein dunkler Standort fernab von Stadtlichtern. Die Meteorströme sind am besten mit bloßem Auge sichtbar, wenn man sich etwa 20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnt hat. Laut Space.com sollte man nicht direkt auf den Radianten starren, sondern ein breites Blickfeld wählen, da die Sternschnuppen in alle Richtungen ausstrahlen.
Die Meteorströme der Juni-Bootiden sind besonders langsam – sie treten mit etwa 18 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein, im Vergleich zu etwa 70 km/s bei den Leoniden im November. Dadurch hinterlassen sie oft lange, leuchtende Spuren.
Was bedeutet das für 2026?
Für 2026 gibt es keine Hinweise auf einen ungewöhnlichen Ausbruch der Juni-Bootiden. Die Internationale Meteororganisation (IMO) und andere Quellen wie das Space Daily gehen von einer eher schwachen Aktivität aus. Das bedeutet, dass Beobachter in den meisten Fällen nur wenige Sternschnuppen pro Stunde sehen werden – wenn überhaupt.

Allerdings bleibt die Möglichkeit eines unerwarteten Ausbruchs. „Wenn Sie Glück haben, gehen Sie nach draußen, legen Sie sich auf eine Decke, richten Sie Ihren Blick auf das Sternbild Bootes im Westsüdwesten, halten Sie den Mond aus Ihrem direkten Blickfeld und warten Sie“, rät das Royal Museum Greenwich.
„Sie könnten fast nichts sehen. Sie könnten einen Sturm erleben. Wir können Ihnen nicht sagen, was passiert.
Was kann man tun, um die Chancen zu erhöhen?
Da die Juni-Bootiden so unberechenbar sind, gibt es keine Garantie für ein spektakuläres Schauspiel.

- Wählen Sie einen dunklen Standort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung.
- Gewöhnen Sie Ihre Augen etwa 20 Minuten an die Dunkelheit.
- Richten Sie Ihren Blick auf das Sternbild Bootes, das nach Einbruch der Dunkelheit im Westen zu sehen ist.
- Vermeiden Sie den direkten Blick auf den Radianten, sondern beobachten Sie ein breites Himmelsfeld.
- Halten Sie den Mond aus Ihrem Blickfeld, da er das Licht der Sternschnuppen überstrahlen kann.
Warum lohnt sich die Beobachtung trotzdem?
Auch wenn die Juni-Bootiden nicht zu den zuverlässigsten Meteorströmen gehören, sind sie für Wissenschaftler und Hobbyastronomen besonders spannend. Die Unberechenbarkeit macht sie zu einem faszinierenden Forschungsobjekt. Zudem bieten sie die Möglichkeit, seltene Himmelsphänomene zu beobachten – selbst wenn es nur wenige Sternschnuppen sind.
Die Juni-Bootiden erinnern uns daran, dass selbst die scheinbar unscheinbarsten Ereignisse am Himmel oft die größten Überraschungen bereithalten. Ob es in dieser Woche zu einem spektakulären Ausbruch kommt, bleibt eine spannende Frage. Eines ist jedoch sicher: Wer bereit ist, die Nacht zu beobachten, könnte belohnt werden – sei es mit einem einzigen Sternschnuppen-Sturm oder einfach mit dem Genuss eines klaren Sommernachthimmels.
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