Alan Greenspan, der ehemalige Chef der US-Notenbank Federal Reserve, ist am Montag, 22. Juni 2026, im Alter von 100 Jahren an den Folgen einer Parkinson-Erkrankung verstorben. Seine Frau Andrea Mitchell bestätigte den Tod und würdigte ihn als prägende Figur der modernen Wirtschaft.
Ein Leben zwischen Wirtschaftswunder und Kritik
Alan Greenspan hat die Finanzwelt wie kaum ein anderer geprägt. Als Vorsitzender der Federal Reserve von 1987 bis 2006 leitete er die US-Geldpolitik unter vier Präsidenten – von Ronald Reagan bis George W. Bush. Seine Amtszeit fiel in eine der längsten Wirtschaftsexpansionen der USA, die von 1991 bis 2001 andauerte. Doch sein Erbe ist ambivalent: Während er von vielen als „genialer Zentralbanker“ gefeiert wurde, sehen Kritiker in seinen Entscheidungen, insbesondere der Deregulierung des Finanzsektors, die Grundlage für die globale Finanzkrise 2007/08. Die Bundesbank und internationale Medien betonen, dass seine Politik den modernen Kapitalismus entscheidend mitgeformt hat – von den letzten Jahren des Kalten Krieges bis ins digitale Zeitalter.„Für mich war er mein Ehemann, der mein Leben seit unserem allerersten Date im Jahr 1984 geprägt hat.
Ein Zentralbanker mit globaler Wirkung
Greenspans Einfluss reichte weit über die USA hinaus. Als er 1987 die Fed übernahm, war er der erste Zentralbankchef, der die Märkte mit einer Mischung aus technokratischer Präzision und rhetorischer Eleganz beruhigte. Sein berühmtester Moment: der „Schwarze Montag“ 1987, als die Börsenkurse weltweit um bis zu 20 Prozent einbrachen. Greenspan reagierte mit einer Geldspritze – ein Mittel, das er später immer wieder anwandte. Der Spiegel beschreibt ihn als „großartigsten Zentralbanker der Weltgeschichte“ – ein Titel, der seine Fähigkeit unterstreicht, in Krisenzeit Ruhe auszustrahlen.
Was bleibt von Greenspans Erbe?
Greenspans Tod markiert das Ende einer Ära. Doch sein Einfluss auf die globale Wirtschaft ist ungebrochen. Seine Amtszeit fiel in eine Zeit des Wandels: vom Ende des Kalten Krieges über die Dotcom-Blase bis hin zum Aufstieg Chinas als Wirtschaftsmacht. BILD betont, dass er selbst bis ins hohe Alter aktiv blieb – etwa als er sich 2026 für die Unabhängigkeit der Fed einsetzte.Ein Leben zwischen Musik und Macht
Greenspan war nicht nur ein Ökonom, sondern auch ein Musiker. Vor seiner Karriere als Zentralbanker träumte er davon, Saxophonist zu werden – inspiriert von Benny Goodman. Seine Frau Andrea Mitchell erinnerte daran, wie sehr ihn Musik und Sport prägten. BILD zeigt ein Foto aus seiner Jugend, auf dem er mit seiner Band zu sehen ist – ein Kontrast zu seinem späteren Image als strenger Notenbanker.
„Man wird sich an ihn wegen seiner Brillanz und seiner Freundlichkeit erinnern.
Was kommt als Nächstes?
Greenspans Tod wirft Fragen auf: Wie wird die Fed unter seinem Nachfolger weiter agieren? Und welche Lehren zieht die Politik aus seiner Ära? Während die Märkte zunächst stabil blieben, bleibt abzuwarten, wie sein Erbe in der aktuellen Diskussion um Zentralbanken und Finanzregulierung gewichtet wird. Der Spiegel betont, dass Greenspan ein Symbol für die Spannung zwischen Freiheit und Kontrolle in der Wirtschaft bleibt. Eines ist sicher: Alan Greenspan wird als einer der einflussreichsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts in Erinnerung bleiben. Sein Tod ist nicht nur ein persönlicher Verlust, sondern auch ein Anlass, über die Rolle der Geldpolitik in einer globalisierten Welt nachzudenken.Find more reporting in our Nachrichten section.