Fünfundzwanzig Jahre nach dem Tod ihres Vaters bei den Anschlägen vom 11. September hat Brielle Saracini im Yankee Stadium den ersten symbolischen Wurf ausgeführt. Die Gedenkfeier während der Partie zwischen den New York Yankees und den New York Mets brachte historische Erinnerungen, prominente Sportler und persönliche Schicksale zusammen.
Ein symbolischer Wurf im Yankee Stadium zum 25. Jahrestag
Am Freitag stand das altehrwürdige Yankee Stadium ganz im Zeichen des Gedenkens. Genau fünfundzwanzig Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 trat Brielle Saracini im Rahmen der Begegnung zwischen den New York Yankees und den New York Mets an den Pitcher-Hügel, um den ersten zeremoniellen Wurf zu absolvieren. Sie war gerade zehn Jahre alt, als ihr Vater Victor Saracini als Kapitän des United-Airlines-Fluges 175 ums Leben kam, als die entführte Maschine in den Südturm des World Trade Centers steuerte.
Beide hatten sich zwei Jahre nach den Attraktionen in einem Sommercamp für Kinder kennengelernt, die ein Elternteil verloren hatten, und heirateten im Jahr 2017. Auf dem Spielfeld trug McGuire ein Trikot von Mike Piazza, dem legendären Catcher der New York Mets. Es war ein bemerkenswerter Moment in den Farben des traditionellen Stadtrivalen, den die Yankees sonst in einer solchen Zeremonie kaum erlaubt hätten.
Es gibt einige Dinge, die größer sind als Baseball. Jeder kennt diesen Satz, und das ist definitiv genau so einer. Brielle Saracini, via Reuters
Die unerwartete Verbindung zu Derek Jeter
Der Tag markierte nicht nur ein nationales Gedenken, sondern auch das Wiedersehen mit einer besonderen Freundschaft. Derek Jeter, die Ikone der Yankees und damaliger Superstar, begleitete Saracini auf das Spielfeld und zu einer anschließenden Pressekonferenz. Wenige Tage nach den Anschlägen im September 2001 hatte die damals zehnjährige Brielle dem Baseballspieler einen Brief geschrieben, woraufhin dieser sie zu einem Spiel einlud und den Grundstein für einen langjährigen Kontakt legte.
Als Sportler war es das erste Mal, dass ich zu mir selbst sagte: Warum spiele ich überhaupt? Und dann hatte man die Möglichkeit, viele Familienmitglieder kennenzulernen, die geliebte Menschen verloren haben, und Brielle steht da ganz an der Spitze […] da wird einem klar, dass unsere Aufgabe darin bestand zu gewinnen. Zumindest versuchen, den Menschen für ein paar Stunden am Tag etwas zum Jubeln zu geben. Derek Jeter, via Reuters

Die Beziehung hielt über die Jahre an. Als Saracini eine Krebserkrankung durchlitt, erhielt sie eine persönliche Sprachnachricht von dem ehemaligen Shortstop, die ihr im Krankenhaus Halt gab, wie sie vor Journalisten erzählte. Beim eigentlichen Wurf auf dem Platz unterlief ihr zwar ein kleiner Patzer – sie warf den Ball kurz auf den Rasen –, doch das nahm sie mit Humor. Ihr Vater, so scherzte sie später, hätte ihr wahrscheinlich erst beigebracht, wie man wirft, sie dann aber fest in die Arme genommen und sich bei Jeter bedankt, dass er auf seine Tochter aufgepasst habe.
Gedenken und Emotionen beim Subway Series-Auftakt
Das Stadion war mit 47.410 Zuschauern ausverkauft, viele von ihnen in den Farben Rot, Weiß und Blau gekleidet, während Lee Greenwood vor dem ersten Spiel sang, dass Gott die Vereinigten Staaten segnen möge. Die Yankees holten für die Gedenkveranstaltungen zahlreiche Legenden des 2001er-Teams zurück in den Bronx-Bezirk, darunter Mariano Rivera, Tino Martinez, Jorge Posada, Scott Brosius und Paul O’Neill. Vor Spielbeginn legten Trainer Aaron Boone sowie die aktuellen Spieler Aaron Judge und Gerrit Cole Kränze im Monument Park nieder.
Sportlich ging es in der Partie ebenfalls hoch her: Die Yankees entschieden das Spiel am Ende mit 6:4 gegen die Mets für sich, wobei das Resultat für die anwesenden Fans angesichts des historischen Anlasses zweitrangig blieb.
Begleitet wurde der Abend von Momenten der Anspannung, als im siebten Inning ein Zuschauer das Spielfeld betritt und von Sicherheitskräften gestoppt wurde, was von den Rängen mit deutlichem Unmut und erneuten U-S-A
-Rufen begleitet wurde.
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