Nach einem wortkargen DAZN-Interview von Michael Olise nach dem Champions-League-Sieg gegen Bodö/Glimt haben Bayern-Trainer Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl den Offensivstar vehement verteidigt. Beide betonten auf einer Pressekonferenz, dass allein die sportlichen Leistungen auf dem Platz zählen und die Reaktionen im Netz für den Franzosen sprechen.
Das virale Interview nach dem Champions-League-Erfolg
Auf die Frage, wie sich sein überragendes Traumtor aus gut 25 Metern zum zwischenzeitlichen 4:0 für ihn selbst anfühle, antwortete der Offensivmann schmallippig: Keine Ahnung.
Auf das beharrliche Nachhaken, ob er es wirklich nicht wisse, schüttelte der 24-Jährige lediglich den Kopf. Als der Reporter wissen wollte, wie ein solches Tor zustande komme – ob intuitiv oder mit Nachdenken –, klärte Olise auf: Ich meine, ich schieße und dann geht er rein oder eben nicht.
Sie machen es mir hier ziemlich schwer, ein Interview zu führen. Was macht sie denn glücklich, was bringt sie zum Lachen? Tore zu schießen?
Auf diesen Vorwurf nickte Olise kurz, sagte ja
, und damit war das Gespräch abrupt beendet. Während die Szene im Internet viral ging und unter anderem von Kritikern als mangelnde Etikette gewertet wurde, sahen die Verantwortlichen des FC Bayern keinen Anlass zur Kritik.
Max Eberl und Vincent Kompany nehmen den Offensivstar in Schutz
Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel stellte sich Sportvorstand Max Eberl schützend vor seinen Topspieler. Michael Olise ist jemand, der Fußball spielen will. Und das nebendran lässt ihn eher kalt
, erklärte Eberl und verwies darauf, dass nicht jeder Mensch gleich tickt. Zugleich hob er hervor, dass der Franzose in den sozialen Medien für seine Art gefeiert werde, weil er sich nicht verstellt.
Für die Vereinsführung zählen ohnehin die sportlichen Fakten. Eberl betonte, dass der in fünf Spielen dieser Saison dreimal zum Mann des Spiels gekürte Angreifer auf dem Platz liefert. Cheftrainer Vincent Kompany schaltete sich daraufhin in die Fragerunde ein und verteidigte den Profi mit Blick auf das Medienecho und die Interessen der Sponsoren.

Darf ich eine Frage an den Journalisten stellen, der die Frage gestellt hat? Sind Sie nicht zufrieden, dass das jetzt viral gegangen ist? Wenn er alle Fragen beantwortet, wie ich das mache, geht nichts viral.
Kompany argumentierte, dass das immense mediale Interesse letztlich auch den Werbepartnern nützt. Sponsoren wollen einfach, dass über ihn gesprochen wird. Und wenn Michael da ist, dann wird über die Sponsoren gesprochen
, so der Belgier. Michaels Art habe für keinen Sponsor und keinen Journalisten einen schlechten Wert.
Der Kontrast zwischen Medienmüdigkeit und mannschaftsinterner Führungsrolle
Während das Verhalten vor den TV-Kameras oft für Diskussionen sorgt, zeichnen Mannschaftskollegen ein völlig anderes Bild von dem jungen Offensivspieler. Hinter den Kulissen gilt der 24-Jährige keineswegs als Sonderling. Bayern-Verteidiger Jonathan Tah verriet in der L’Équipe
, dass Olise eine verbindende Rolle einnimmt und der Chef der internen WhatsApp-Gruppe der Mannschaft ist.
Auch abseits des Profigeschäfts zeigt sich ein bodenständiges Bild: So absolvierte der Franzose im Vorjahr eine Laufeinheit mit einem Fitnesstrainer unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei der Jugendmannschaft des Amateurklubs SV Waldperlach am Münchner Stadtrand. Am Sonntag steht für Olise und den FC Bayern nun die Auswärtspartie bei der SV Elversberg an, bei der seine fußballerischen Qualitäten wieder im Vordergrund stehen sollen.
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