Wegen anhaltender Angriffe des Iran reduzieren die USA im September 2026 ihren militärischen Schutz für Öltanker in der Straße von Hormus auf zwei tägliche Zeitfenster. Parallel dazu unterzeichnen der Iran und der Oman ein neues Schifffahrtsabkommen, während eine wichtige saudi-arabische Öl-Pipeline nach Drohnenschlägen vorübergehend abgeschaltet bleibt.
Militärischer Schutz in der Straße von Hormus
Die Sicherheitslage am Persischen Golf verschärft sich drastisch. Wie berichtet wurde, schränken die Vereinigten Staaten den militärischen Schutz für Handelsschiffe und Tanker in der Seestraße von Hormus massiv ein. Betroffene Schiffe wurden in entsprechenden E-Mails des US-Marinekoordinationszentrums dazu aufgefordert, die strategisch wichtige Meerenge nur noch zu festen Tageszeiten zu passieren. Der Schutz aus der Luft ist seit Anfang September auf genau zwei tägliche Zeitfenster limitiert.
Hintergrund der Einschränkung sind verstärkte Angriffe des Irans, die gezielt auf den Schutzkonvoi und Handelsschiffe in der Nacht abzielen. Die US-Regierung bietet Schiffen, die eine alternative Route entlang der omanischen Küste wählen, bereits seit Mai entsprechende Unterstützung an. Seit den gegenseitigen militärischen Aktionen zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar ist die reguläre Durchfahrt für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus faktisch blockiert, da der Iran die Meerenge größtenteils sperrt.
Interview mit Massoud Peseschkian
Während Washington seine Schutzzeiten drosselt, stellt die iranische Führung unter Bedingungen eine Wiedereröffnung in Aussicht. Der iranische Präsident Massoud Peseschkian erklärte in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender „India Today“, die Öffnung der Meerenge sei denkbar, knüpfe diesen Schritt jedoch an ein striktes Ende der US-Seeblockade sowie an die Einstellung aller militärischen Operationen der US-Armee, wie unter Berufung auf die Nachrichtenagentur ISNA gemeldet wurde. Der vollständige Text des Interviews soll später vom iranischen Präsidialamt veröffentlicht werden. Peseschkian äußerte sich während seiner Teilnahme am BRICS-Staaten-Gipfel in Indien, wobei die Abkürzung BRICS für die ersten fünf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika steht und mittlerweile auch Saudi-Arabien, der Iran, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien zu den Mitgliedern zählen.”
Abkommen zwischen dem Oman und dem Iran
Trotz der anhaltenden Spannungen treiben die Anrainerstaaten diplomatische und administrative Schritte voran. Nach Angaben von Peseschkian unterzeichnen der Oman und der Iran am Montag in der omanischen Hauptstadt Maskat ein bilaterales Abkommen über neue Schifffahrtsrouten innerhalb der umkämpften Meerenge. An der Unterzeichnung nehmen den Angaben zufolge auch die Außenminister der arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfs teil. Das fertige Abkommen soll im Anschluss direkt an die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) übergeben werden, um international geregelte Bahnen zu schaffen.
Abschaltung der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien
Die Lage wird durch Angriffe auf kritische Infrastruktur an Land weiter verkompliziert. Saudi-Arabien sah sich gezwungen, seine mehr als 1.200 Kilometer lange Ost-West-Pipeline, die Erdöl vom Persischen Golf unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus zum Roten Meer transportieren kann, nach Angriffen in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abzuschalten. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit. Die Pipeline hat seit Beginn des Iran-Kriegs eine noch größere Bedeutung bekommen, da Saudi-Arabien durch sie Öl umleitet, das eigentlich für darauf wartende Öltanker im Persischen Golf bestimmt gewesen wäre. Von den Detonationen waren nach einer ersten Analyse auch Pumpstationen betroffen, die sich neben der Pipeline befinden. Satellitenbilder sollen laut CNN zeigen, dass es zu Bränden gekommen sein könnte, ob die Pipeline beschädigt wurde, blieb zunächst unklar. Das saudi-arabische Außenministerium teilte mit, dass es bei dem Drohnenangriff mehrere Verletzte und Sachschäden gab. Das Außenministerium erklärte in seiner Mitteilung auf der Plattform X jedoch nicht, wer hinter dem Angriff steckt, betonte jedoch, dass der Angriff auf das Schärfste verurteilt werde. Das Energieministerium teilte weiter mit, es seien die notwendigen Maßnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern. Berichten zufolge war die Leitung bereits Ende Juli von Verbündeten des Irans vom Irak aus attackiert worden.
Untersuchungen des Büros des Ministerpräsidenten ergaben, dass die jüngsten Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien von irakischem Gebiet aus gegangen waren. Der Irak reagierte umgehend: Ein Militärkommandant, der bisher für Einsätze in der südirakischen Provinz Maysan zuständig war, wurde von der irakischen Regierung abgesetzt. Zudem schloss der Irak als Vorsichtsmaßnahme den Grenzübergang Shalamcheh zum Iran, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters berichteten. Derzeit läuft ein groß angelegter Einsatz, um die Täter zu fassen. Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf Angaben von US-Regierungsbeamten ebenfalls, dass die Pipeline durch Drohnen angegriffen worden sei, die aus dem Irak gestartet sein sollen, während das für die Nahost-Region zuständige US-Kommando CENTCOM auf Anfrage einen Kommentar zu dem Bericht ablehnte. In dem Gebiet operieren einige vom Iran unterstützte Milizen. Unterdessen warnte der saudi-arabische Zivilschutz in Khamis Mushait vor einer möglichen Gefahr.
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