Am 9. September 2026 griff das US-Militär iranische Öltanker an, die mit den Revolutionsgarden in Verbindung stehen. Ziel der Seeblockade in der Straße von Hormus ist es, den Iran wirtschaftlich zu isolieren. Iranische Medien meldeten zudem Explosionen vor der strategisch wichtigen Insel Charg im Persischen Golf.
Die Spannungen im Persischen Golf haben am 9. September 2026 einen neuen Höhepunkt erreicht. Das US-Militär hat nach übereinstimmenden Medienberichten erneut mehrere iranische Tanker angegriffen, die mit den Iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen sollen. Diese Attacken sind Teil der US-Bemühungen, den Iran wirtschaftlich zu isolieren, der stark von seinen Einnahmen aus dem Ölexport abhängig ist. Zuvor hatte das US-Militär bereits mitgeteilt, drei Öltanker attackiert zu haben.
Explosionen vor der Öl-Insel Charg und nahe Dschask
Zeitgleich zu den militärischen Aktionen berichteten iranische Medien über Detonationen in der Region. Laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr waren mehrere Explosionen auf verschiedenen Teilen der Insel Charg zu hören, darunter auch im Hafengebiet. Die Insel Charg fungiert als das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf, von wo aus ein Großteil der Produktion verschifft wird. Bereits im Iran-Irak-Krieg zwischen 1980 und 1988 war das Eiland wegen seiner strategischen Bedeutung wiederholt das Ziel von Angriffen.
Weitere Explosionen wurden zudem nahe der Hafenstadt Dschask im Südosten des Irans an der Straße von Hormus registriert, wie die Nachrichtenagentur Fars meldete. Offizielle Informationen zu Ursprung und Ursache der Explosionen sowie über mögliche Schäden lagen zunächst nicht vor, und die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hintergrund der Angriffe und US-Reaktion auf Raketenangriffe
Die Operationen der US-Streitkräfte erfolgen als Reaktion auf vorausgegangene Attacken. Berichten des US-Senders Fox News und des Wall Street Journal
zufolge unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen sind die Angriffe auf die Tanker Teil der US-Bemühungen, den Iran wirtschaftlich zu isolieren
, nachdem es zuvor zu versuchten Raketenangriffen auf ein US-Kriegsschiff gekommen war. Deutschlandfunk meldete ergänzend, dass ein iranischer Tanker von einer US-Rakete getroffen wurde, wobei es jedoch keine Verletzten gegeben habe.
Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Transport von Öl, Erdgas und Dünger bedeutende Meerenge nach wie vor weitestgehend. Die USA versuchen demgegenüber, mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Druck auf Teheran zu erhöhen.
Vergeltungsdrohungen und unbestätigte Angriffe in Jordanien
Als Reaktion auf die Attacken kündigte die iranische Revolutionsgarde Vergeltungsmaßnahmen an. Nach Angaben von Deutschlandfunk drohte die Führung mit Angriffen auf Schiffe in kuwaitischen und bahrainischen Häfen, auf denen sich Amerikaner befinden. Zudem meldeten iranische Medien, darunter der regierungstreue Sender Press TV auf Telegram und die Nachrichtenagentur Tasnim, dass der Iran US-Militärstützpunkte in Jordanien mit einer Welle an Raketen
angegriffen habe.

Diese Berichte über den Beschuss der Stützpunkte ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen. Das US-Militär und die jordanischen Behörden machten dazu zunächst keine Angaben, während die Berichte in Teheran als direkte Vergeltung für die US-Angriffe auf die Öltanker dargestellt wurden.
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