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Welt

US-Militär versenkt iranischen Öltanker M/T Kylo im Golf von Oman

Eskalation im Persischen Golf: US-Militär versenkt iranische Tanker nach Raketenangriffen

Im Golf von Oman ist ein iranischer Öltanker nach US-Militärangriffen gesunken. Das zuständige US-Zentralkommando Centcom veröffentlichte Aufnahmen des Vorfalls, die den Tanker „M/T Kylozunächst mit Schlagseite zeigten, bevor er unterging. Die Eskalation folgt auf iranische Raketenangriffe auf amerikanische Kriegsschiffe im Zuge des seit Ende Februar 2026 andauernden bewaffneten Konflikts in der Region.

US-Luftangriffe und Untergang des Tankers im Golf von Oman

Das US-Militär hat am Samstag nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker angegriffen, wobei die „M/T Kylo“ vollständig zerstört wurde. Das Schiff war nach Angaben des Militärs nicht mit Öl beladen, als es an „mehreren entscheidenden Stellen“ getroffen wurde, um es unbrauchbar zu machen. Die Besatzung sei zuvor angewiesen worden, den Tanker zu verlassen. Das Centcom führte den Einsatz auf die „Präzision und der Professionalitätder US-Soldaten zurück. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.””

Zusätzlich zu diesem Einsatz nahmen die US-Streitkräfte zwei weitere Schiffe ins Visier. Eines davon befand sich nach Angaben des Militärs nahe der für den iranischen Rohölexport bedeutenden Insel Charg im Persischen Golf, das dritte Schiff operierte im Golf von Oman. Beide Einheiten seien durch den Beschuss dauerhaft außer Gefecht gesetzt worden. Die US-Armee wertete diese Frachter als Teil eines „milliardenschweren Schattennetzwerks, das die IRGC und ihre regionalen Stellvertreter finanziert. Bei dem Einsatz seien keine US-Soldaten verletzt worden.

In einem weiteren Vorfall feuerte ein Helikopter zwei Hellfire-Raketen auf den unter panamaischer Flagge fahrenden Frachter „M/V Vela Nova“ ab, nachdem dieser wiederholte Warnungen ignoriert hatte und auf einen iranischen Hafen zusteuern wollte. Das Centcom bestätigte, dass sich dieses Schiff nun „nicht mehr auf dem Weg Richtung Iranbefinde. Auch die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO berichtete von einem Zwischenfall im Golf von Oman, bei dem ein Containerschiff involviert war.

Reaktionen der Iranischen Revolutionsgarden und Gegenschläge

Teheran reagierte scharf auf die amerikanischen Operationen. Das iranische Außenministerium kritisierte Washington für die Angriffe auf die Öltanker und bezeichnete diese als „illegale und aggressive Handlungen“. Zudem drohte der Iran mit „härteren Angriffen, sollten die Kampfhandlungen der USA weiter andauern. Am Abend meldeten die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ihrerseits Gegenschläge und erklärten, mehrere Ziele ins Visier genommen zu haben.

US-Militär versenkt iranischen Öltanker M/T Kylo im Golf von Oman
Photo: tagesschau.de

Nach eigenen Angaben feuerten die Revolutionsgarden ballistische Raketen auf einen US-Flugzeugträger sowie einen Zerstörer ab. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, dass die Schiffe dadurch zur Flucht gezwungen worden seien und die US-Aggressoren gescheitert seien. Die US-Seite erklärte hingegen, die Kriegsschiffe hätten ausweichen können und es habe keine Verletzten gegeben. Zudem schossen iranische Einheiten nach eigenen Angaben auf drei Öltanker auf der „nicht genehmigten Route durch die Straße von Hormussowie auf drei weitere Schiffe mit Verbindungen zu den USA in anderen Seegebieten. Die Revolutionsgarden warnten andere Schiffe vor dem Versuch, die Meerenge auf nicht genehmigten Routen zu durchqueren.

Wirtschaftlicher Druck durch die US-Seeblockade

Die neuerliche Eskalation auf dem Wasser ist Teil einer umfassenden Handels- und Seeblockade. Die USA blockieren seit Mitte Juli iranische Häfen und Küstengebiete, um Teheran Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen.

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Im Normalfall wickelt Teheran mehr als 90 Prozent seiner Rohölexporte über das Öl-Terminal auf der Insel Charg ab. Da dieser Exportweg durch die amerikanische Seeblockade stark eingeschränkt ist, hält der Iran seinerseits die Straße von Hormus durch Angriffe und Drohungen weitestgehend blockiert. Vor dem Ausbruch des Krieges Ende Februar 2026 lief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch diese strategisch bedeutsame Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Aktuell kann der Iran aufgrund der US-Maßnahmen kaum Öl exportieren.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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