Mehr als zwanzig Schauspieler aus den Marvel-Filmuniversen fordern in einer gemeinsamen Erklärung die sofortige Freilassung des seit 2002 in Israel inhaftierten palästinensischen Politikers Marwan Barghouti. Die von seiner Familie initiierte und international unterstützte Kampagne verweist auf schwerwiegende Vorwürfe zu Haftbedingungen und Menschenrechten.
Marvel-Stars unterstützen die Kampagne für Marwan Barghouti
Prominente Hollywood-Größen und international bekannte Darsteller haben sich einer weltweiten Initiative angeschlossen, die sich für die Entlassung des langjährigen Fatah-Politikers Marwan Barghouti einsetzt. Zu den Erstunterzeichnern gehören Benedict Cumberbatch, bekannt als Doctor Strange, sowie Mark Ruffalo, der in Verfilmungen die Rolle des Hulk verkörpert, und Don Cheadle (als War Machine zu sehen).
Der im Spätjahr des Vorjahres von Angehörigen ins Leben gerufene Appell der Free Marwan
-Kampagne wird inzwischen von mehr als 200 Persönlichkeiten aus den Bereichen Film, Musik, Literatur und Kultur mitgetragen. Neben britischen und US-amerikanischen Filmschaffenden haben sich auch deutsche Schauspieler wie Daniel Brühl, Anna Thalbach, Sandra Hüller und Liv Lisa Fries der Erklärung angeschlossen.
Die Initiatoren der Kampagne erklärten über Medienberichte, sie äußerten ihre tiefe Besorgnis über die anhaltende Inhaftierung von Marwan Barghouti, seine gewaltsame Misshandlung und die Verweigerung von Rechten während seiner Haft, und riefen die Vereinten Nationen und die Regierungen der Welt dazu auf, aktiv die Freilassung von Marwan Barghouti aus israelischer Haft anzustreben.
Hintergrund der Verurteilung und Reaktionen aus Israel
Während Unterstützer Barghouti als Symbol des Widerstands und als potenziellen Vermittler für den innerpalästinensischen Frieden betrachten, verweisen israelische Behörden und Justizorgane auf eine völlig andere Historie. Barghouti war während der Zweiten Intifada eine Führungsfigur der Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden (von Kritikern auch als islamistische Tanzim-Miliz bezeichnet).

Ein israelisches Gericht verurteilte ihn im Jahr 2004 nach einer Reihe von Anschlägen in den Jahren 2001 und 2002 zu fünf lebenslangen Haftstrafen plus 40 Jahren Gefängnis. Die Vorwürfe umfassten unter anderem die Beteiligung an Attentaten, bei denen mehrere Menschen getötet wurden, darunter ein griechisch-orthodoxer Mönch auf dem Weg nach Ma’aleh Adumim sowie Opfer in Jerusalem und Tel Aviv. Barghouti selbst bestritt die Vorwürfe und lehnte es ab, die Legitimität des Gerichts anzuerkennen.
Politische Bedeutung und Meinungsumfragen im Westjordanland
Trotz einer über zwei Jahrzehnte währenden Haftzeit gilt der heute 67-jährige Barghouti in der palästinensischen Bevölkerung als einer der populärsten Politiker und als möglicher Nachfolger von Präsident Mahmud Abbas.
Befürworter der Freilassung wie der Musiker Brian Eno verweisen auf historische Parallelen: Eno erklärte mit Blick auf internationale Kampagnen gegen die Apartheid in Südafrika, die Geschichte zeige uns, dass kulturelle Stimmen den Verlauf der Politik verändern können (wobei er Vergleiche zu Nelson Mandela zog). Auf der anderen Seite lehnen israelische Regierungen jegliche Freilassung in Gefangenenaustauschen kategorisch ab und stufen den Gefangenen als Sicherheitsrisiko ein während die Diskussion um medizinische Vernachlässigung und Haftbedingungen international anhält.
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