Der Musiker macht den milliardenschweren Stadionbesitzer Robert Kraft für den Rauswurf verantwortlich, der nach Angaben aus den Quellen ein Ultimatum unter Konzertveranstaltern organisiert haben soll.
Die umstrittenen Auftritte im MetLife Stadium und die Folgen
Der Konflikt entzündete sich an den Auftritten des US-Rappers Macklemore als Vorband von Ed Sheeran im MetLife Stadium in New Jersey am 4. und 5. September 2025. Während seiner Performance trug der 43-jährige Musiker eine palästinensische Kufiya, rief wiederholt Free Palestine
und präsentierte auf einer Leinwand Bilder der Zerstörung aus dem Gazastreifen. Zudem spielte er seinen Protestsong Hind’s Hall
, der den pro-palästinensischen Protesten an der Columbia University gewidmet ist. Der Song ist benannt nach der sechsjährigen Hind Rajab, die im Gazastreifen getötet wurde.
Die Reaktionen auf diese Bühnenaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Unter anderem startete eine Petition, um den Rapper von der verbleibenden Tour zu entfernen.
Robert Krafts Intervention und das Ultimatum der Stadionbesitzer
In einem ausführlichen Statement auf Instagram schilderte Macklemore, dass sein langjähriger Freund und Hauptact Ed Sheeran ihn über die Hintergründe seines Ausschlusses informiert habe. Demnach habe Robert Kraft, der Eigentümer des NFL-Teams New England Patriots und des Gillette Stadium in Foxborough, Massachusetts, persönlich bei Sheeran angerufen, um dem britischen Popstar mitzuteilen, dass der Rapper in seinem Stadion unerwünscht sei. Die Berichte stimmen in diesem Punkt mit den Äußerungen des Rappers überein.

Kraft soll darüber hinaus weitere Stadionbetreiber um sich geschart und ein gemeinsames Ultimatum ausgesprochen haben. Laut der Schilderung des Musikers hieß es: Wenn Macklemore auf der Tour bleibt, dürft ihr nicht in unseren venues spielen.
Kraft, der 2019 die Foundation to Combat Antisemitism ins Leben gerufen hat, betonte in seiner Erklärung, dass die Entscheidung nicht das Leid unschuldiger Palästinenser schmälern solle. Er warf dem Rapper jedoch vor, nur selektive Informationen zu teilen und die Aktionen der Hamas zu ignorieren, was lediglich mehr Spaltung und Hass fördere.
Ed Sheerans Position zwischen den Fronten und die Solidaritätswelle der Vorbands
Der britische Sänger Ed Sheeran äußerte sich in einem eigenen Instagram-Beitrag zu den Vorgängen und betonte, dass der Ausschluss keine persönliche Entscheidung von ihm gewesen sei. Er habe in den Tagen zuvor mit Veranstaltern, Aktivisten beider Seiten und Beteiligten gesprochen, um eine Lösung zu finden, die jedoch erfolglos blieb. Sheeran erklärte, er sei entsetzt über den Nahostkonflikt und das Leid auf allen Seiten, zog es jedoch vor, seine Konzerte als neutralen Ort des Zusammenkommens zu bewahren.

Der Fall zieht derweil weite Kreise in der Musikbranche. Mehrere Künstlerinnen und Künstler, die als Support-Acts oder Tourmusiker für Sheerans Loop Tour
vorgesehen waren, erklärten ihren Rücktritt aus Solidarität mit dem ausgeschlossenen Rapper.
Das Angebot zum Dialog und die offenen Fragen der Tournee
Trotz der harten Fronten hat Robert Kraft überraschend einen Schritt auf den Rapper zugetan. Der 85-jährige Milliardär erklärte in einer späteren Stellungnahme, er würde die Gelegenheit begrüßen, sich mit Macklemore zusammenzusetzen und über die Fakten zu sprechen, da letztlich das gemeinsame Ziel Frieden und ein Ende allen Hasses sein müsse. Ob es zu einem solchen Treffen kommen wird, bleibt ebenso offen wie die Frage, wie Ed Sheeran die verbleibenden Konzerte seiner US-Stadiontournee ohne Vorbands fortsetzen wird.
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