Zum Inhalt springen
Unternehmen

Lori Heinel von State Street prognostizierte Gold-Anstieg auf 3.000 Dollar

State Street-Portfolio-Chefin Lori Heinel, die ein Vermögen von 5,7 Billionen US-Dollar verantwortet, verpasste Bitcoin bei etwa 500 oder 600 US-Dollar, sagte jedoch den Goldpreisanstieg über 3.000 US-Dollar voraus. Währenddessen warnen Finanzexperten vor staatlichen Zugriffen auf alternative Anlagen, während gleichzeitig Risiken bei Big-Tech-Aktien und den hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz diskutiert werden.

Lori Heinels Treffer bei Gold und ihr verpasster Einstieg bei Bitcoin

Lori Heinel, Global Chief Investment Officer bei State Street und verantwortlich für ein Anlagevolumen von 5,7 Billionen US-Dollar, bewies mit einer harten Anlageklasse den richtigen Riecher, während sie eine andere verpasste.

State Street hatte Gold bereits sechs, sieben Jahre vor dem jüngsten Preisanstieg über die Marken von 3.000 und 4.000 US-Dollar pro Unze bei Kunden beworben. Die Anlageentscheidung stützte sich auf die Beobachtung, dass festverzinsliche Wertpapiere ihre klassische Funktion in einem 60/40-Portfolio nicht mehr erfüllten, da die Zinsen kaum noch Spielraum nach unten boten und keine nennenswerten Erträge lieferten. Hinzu kam die makroökonomische Sorge vor fiskalischer Ausgabenfreudigkeit und einer Verwässerung der US-Währung.

Die empirische Basis dieser geldpolitischen Debatte zeigt sich in der Entwicklung der Geldmenge M2. Diese erreichte im Mai 2026 ein Volumen von 23,05 Billionen US-Dollar, verglichen mit 22,02 Billionen US-Dollar im Juli 2025. Trotz dieser Fundamentaldaten zeigten institutionelle Kunden laut Heinel erst dann größeres Interesse, als der Preis die Marke von 3.000 US-Dollar bereits erreicht hatte. Bis heute hält State Street in seinen strategischen Allokationsportfolios einen prozentual kleinen, aber gezielten Goldanteil als Diversifikationsinstrument.

„Very few of those clients did so until it went up to $3,000. Then suddenly you started to see more interest.“

Lori Heinel, Global Chief Investment Officer bei State Street

Ganz anders verlief Heinels Blick auf den Kryptomarkt. Als ihre Tochter und deren Freund im Jahr 2012 begannen, Bitcoin bei einem Kurs von etwa 500 oder 600 US-Dollar zu schürfen, lehnte sie das Konzept ab. Sie gestand ein, damals gedacht zu haben, sie seien verrückt geworden, da man Geld nicht einfach herstellen könne. Obwohl Bitcoin nach Höchstständen im Oktober 2025 und einem darauffolgenden Kursrückgang im Jahr 2026 starken Schwankungen unterliegt, rechnet sich der frühe Einstieg ihrer Familie bis heute deutlich positiv.

Philipp Vorndrans Warnung vor staatlichen Eingriffen in Edelmetalle und Krypto

Während institutionelle Großanleger wie State Street überlegen, wie sie Portfolios gegen Inflation absichern, blickt der Kapitalmarkt auf mögliche staatliche Gegenmaßnahmen. Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch, warnt davor, dass Staaten angesichts hoher Verschuldung unberechenbare Regulierungen einführen könnten.

Lori Heinel von State Street prognostizierte Gold-Anstieg auf 3.000 Dollar
Photo: 247wallst.com

„Ich mache mir zunehmend Gedanken, dass angesichts der Probleme beim Papiergeld sich in den Finanzministerien dieser Welt smarte Damen und Herren überlegen: Wie kann man denn die Fluchtlöcher stopfen, die heute noch existieren, um aus diesem Papiergeld herauszukommen?“

Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege bei Flossbach von Storch

Aus ökonomischer Not heraus könnten Regierungen Investments in Kryptowährungen und Edelmetalle durch Steuern und andere Restriktionen unattraktiver machen. Als konkretes Beispiel nennt Vorndran die deutsche Diskussion um eine Besteuerung von Kursgewinnen bei Bitcoin, bei der nach Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil die bisherige Steuerfreiheit nach einer einjährigen Haltedauer wegfallen soll. Zur Untermauerung seiner Befürchtungen verweist der Experte auf historische Präzedenzfälle wie die Devisenpolizei während der deutschen Hyperinflation oder das weitgehende Goldbesitzverbot in den USA.

Nate Willardson über Risiken bei Big Tech und die Verteilung von KI-Investitionen

Neben den Debatten über Edelmetalle und Kryptowährungen steht auch der Technologiesektor im Fokus von Finanzberatern.

Gold + Bitcoin: Vorsicht vor dem Staat! "Fluchtlöcher werden gestopft“ – Philipp Vorndran

Viele Tech-Konzerne greifen auf Fremdkapital zurück, um ihre KI-Infrastruktur zu bezahlen. Da geliehenes Wachstum in Zeiten geopolitischer Konflikte risikoreicher ist als selbstfinanziertes Wachstum, raten Berater zu einem genaueren Blick auf die Bilanzen. Auch Marktindikatoren spiegeln diese Skepsis wider: Globale Märkte verzeichneten Kursrückgänge wegen hoher Bewertungen und teurer Kreditkosten für weltweite KI-Infrastruktur. So schloss der S&P 500 mit einem Minus von 1,4 Prozent, während der Dow Jones 46 Punkte abgab. Zudem ergab eine Auswertung des Bank of America Institute, dass im Jahresverlauf lediglich etwa 3 Prozent der Kunden für KI-Dienste zahlten, bei einem mittleren Monatsbudget von 20 US-Dollar.

Lori Heinel von State Street prognostizierte Gold-Anstieg auf 3.000 Dollar
Photo: aol.com

„If you invest in the S&P 500 today, you’re already making a bet on the top seven names that make up one-third of the index.“

Nate Willardson, CFP und Managing Partner bei Currents Wealth Strategies

Zusätzlich warnt Willardson vor versteckter Marktkonzentration. Anleger, die heute in den S&P 500 investieren, setzen zu einem Drittel auf nur sieben Unternehmen. Angesichts dieser Klumpenrisiken empfiehlt er, den Blick auf ruhigere Marktbereiche zu richten und profitable, fair bewertete Unternehmen zu suchen, die über Jahrzehnte hinweg stetige Erträge für geduldige Investoren geliefert haben.

'Financial Crisis' Zone; Trader's Warning For Gold, Stocks, Bitcoin | Gareth Soloway
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.