Der malaysische König Sultan Ibrahim Iskandar hat am 18. September 2026 einem Gnadengesuch des inhaftierten Ex-Premierministers Najib Razak stattgegeben. Najib darf den Rest seiner Haftstrafe wegen Korruption im 1MDB-Finanzskandal bis zum 23. August 2028 unter Hausarrest verbringen, sofern er eine Geldstrafe von 50 Millionen Ringgit zahlt.
Die Entscheidung des Pardons Board der Bundesterritorien wurde am Freitag offiziell bekannt gegeben und markiert eine außergewöhnliche Wende in einem der größten Korruptionsfälle der jüngeren Geschichte. Najib, der von 2009 bis 2018 an der Regierung war, war ursprünglich im Juli 2020 zu einer zwölffahrigen Haftstrafe verurteilt worden. Im Zentrum des Skandals stand der staatliche Investitionsfonds 1Malaysia Development Berhad, den der ehemalige Regierungschef kurz nach Amtsantritt ins Leben gerufen hatte.
Bedingte Begnadigung und finanzielle Auflagen
Laut der Erklärung der Regierungsbehörden ist der Hausarrest an strikte Bedingungen geknüpft. Neben der Begleichung der ausstehenden Gerichtssumme muss der 73-jährige Politiker alle weiteren Auflagen exakt einhalten. Sollte er auch nur gegen eine dieser Bedingungen verstoßen, wird die Bewilligung sofort widerrufen und er muss die verbleibende Haftzeit unverzüglich im Kajang-Gefängnis verbringen.
Ursprünglich war die Geldstrafe im Jahr 2020 auf 210 Millionen Ringgit festgesetzt worden, bevor sie bei einer früheren teilweisen Begnadigung im Januar 2024 reduziert wurde.
Politische Reaktionen und Reaktionen in der Regierungskoalition
Die königliche Entscheidung stößt in der malaysischen Politik auf geteiltes Echo. Premierminister Anwar Ibrahim verteidigte die Maßnahme und betonte, dass die verfassungsmäßigen Vollmachten des Königs zu respektieren seien. Gleichzeitig versicherte er der Öffentlichkeit, dass der Kurs der Regierung im Antikorruptionskampf ungebrochen bleibe und das Prinzip des Rechtsstaates intakt sei.
Ich möchte betonen, dass das Prinzip des Rechtsstaates intakt bleibt. Unsere Verpflichtung, gegen alle Fälle von Korruption vorzugehen, ist nicht betroffen, und das bedeutet nicht, dass das Land Praktiken der Unterschlagung und Korruption beugen sollte. Anwar Ibrahim, Premierminister von Malaysia
Beobachter warnen jedoch vor politischen Erschütterungen innerhalb der Regierungsallianz.
Dies ist ein großer Sieg für die UMNO, und sie werden sich in Zukunft zuversichtlicher und gestärkter fühlen, um die Dinge in ihrem Sinne zu regeln, da es so aussieht, als ob sie die nächste Regierung in Wartestellung sein werden. Syaza Shukri, Politikwissenschaftlerin an der International Islamic University Malaysia
Juristischer Kontext und offene Fragen
Die Umsetzung des Hausarrests wirft laut juristischen Experten noch zahlreiche Fragen auf. Ein erfahrener Jurist wies darauf hin, dass die Bewilligung nicht bedeutet, dass der ehemalige Ministerpräsident uneingeschränkte Bewegungsfreiheit genießen wird da strenge Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen der Besucher erforderlich sind. Einfach gesagt, Najib ist immer noch im Gefängnis, aber dieses Gefängnis ist sein Haus, erklärte der Jurist.

Zudem bleibt abzuwarten, wie sich das Vorgehen auf ein weiteres anhängiges Verfahren auswirkt. Im Dezember 2025 war Najib in einem separaten Prozess im Zusammenhang mit dem 1MDB-Komplex zu weiteren 15 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 11,4 Milliarden Ringgit verurteilt worden, gegen die er Berufung einlegte wie aus Berichten hervorgeht.