Die US-Notenbank Federal Reserve hat am 16. September ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine neue Zielspanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Der einstimmige Beschluss unter dem neuen Notenbankchef Kevin Warsh markiert den ersten Zinsschritt nach oben seit drei Jahren und signalisiert weitere Erhöhungen.
Einstimmiger Zinsentscheid unter neuem Fed-Chef Kevin Warsh
Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt, wodurch die neue Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent festgesetzt wurde. Wie Wallstreet Online berichtet, kam dieser Schritt für die Finanzmärkte nicht überraschend, da er im Vorfeld bereits eingepreist war. Dennoch fallen die Prognosen der Notenbanker deutlich straffer aus als noch im Sommer.
Für Kevin Warsh handelt es sich um die erste geldpolitische Wende seit seinem Amtsantritt im späten Mai, nachdem er von Trump mit der Erwartung ausgewählt worden war, dass er die Zinsen senken würde. Die jüngsten Projektionen und wirtschaftlichen Daten der Notenbank sprechen jedoch eine andere Sprache und öffnen die Tür für eine straffere Geldpolitik durch das nächste Jahr, wobei der Leitzins bis zum Ende dieses Jahres auf die Spanne von 4,00%-4,25% steigen und 2027 auf demselben Niveau enden soll.
Reaktionen an den Aktien- und Anleihenmärkten in New York
Nach der Veröffentlichung des Entscheids und den nachfolgenden Äußerungen von Notenbankchef Warsh zeigten sich die internationalen Börsen bewegt. Die wichtigsten US-Indizes gaben nach, nachdem sie zuvor noch moderat im Plus gelegen hatten. Der S&P 500 verzeichnete ein Minus von 1 Prozent, während der Nasdaq um 0,7 Prozent nachgab.
Am Anleihenmarkt verhielten sich US-Treasury-Wertpapiere gemischt. Die besonders zinssensitive zweijährige Rendite stieg um 7 Basispunkte nach früheren Rückgängen, während die zehnjährige Rendite um 2 Basispunkte stieg und die dreißigjährige Rendite um 0,5 Basispunkte sank. Der US-Dollar-Index legte um 0,6 Prozent auf 100.30 zu. Marktbeobachter äußerten sich kritisch zur Kommunikation des Fed-Chefs.
„It’s similar to what we got in July where everything sold off pretty significantly once Chair Warsh’s press conference started. That’s what happened again today.“
Michael James, Managing Director, Equity Sales Trading, Rosenblatt Securities, Los Angeles
Analysten wie Michael James merkten an, dass die Pressekonferenz zu vage geblieben sei und konkrete Details sowie echte Inhalte vermissen ließ, was zu einer gewissen Frustration bei Portfolio-Managern über den Kommunikationsstil von Chair Warsh geführt habe. Gleichzeitig betonte Justin Greenhill, Chief Investment Officer bei Sollinda Capital Management in Miami, Florida, dass der Markt für festverzinsliche Derivate eine Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte eingepreist hatte, sodass der Schritt keineswegs eine Überraschung war. Greenhill fügte hinzu, dass die Pressekonferenz bemerkenswert hawkish war und ihrer Ansicht nach zumindest kurzfristig den jüngsten Anstieg der langfristigen Zinssätze beruhigen dürfte, während er gleichzeitig erwartet, dass sich Small-Cap-Aktien bei sich verknáppenden finanziellen Bedingungen schlechter als Mega-Caps entwickeln werden.
Inflationsdruck und geldpolitische Aussichten für das kommende Jahr
Die durch den Ölpreisschock infolge des Iran-Krieges befeuerte Inflation in den USA hat sich als äußerst hartnäckig erwiesen, womit die Fed effectively die Unfähigkeit der Trump-Administration anerkennt, die Inflation bislang zu kontrollieren. US-Präsident Donald Trump setzt die unabhängigen Währungshüter jedoch immer wieder unter Druck, die Zinsen entgegen der gängigen Lehrmeinung in Zeiten hoher Inflation zu senken.
Stock market DIPS after Fed raises interest rates to try and grapple inflation
Sprechend in Washington nach der Veröffentlichung der Entscheidung versprach Warsh, dass das Politkomitee der Fed price stability liefern werde. Neue politische Projektionen der Notenbank zeigen, dass 16 von 18 Entscheidungsträgern mindestens eine weitere Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bis zum Ende dieses Jahres erwarten, während lediglich zwei von ihnen sehen, dass die Zinsen von hier aus stabil bleiben. Warsh hat anscheinend erneut keine Zinsprognose eingereicht.
David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.
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