Ein Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffauto und anschließenden Schießereien auf ein Polizeigelände im nordwestpakistanischen Kohat hat am 18. September 2026 mindestens 27 Menschen das Leben gekostet. Zu der Bluttat während der Freitagsgebete bekannte sich eine radikale Fraktion der pakistanischen Taliban.
Bombenanschlag auf Polizeigelände in Kohat fordert Dutzende Menschenleben
Der Anschlag ereignete sich am Freitag, dem 18. September 2026, in der Stadt Kohat in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa. Ein Angreifer steuerte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in den Eingangsbereich der Moschee, die sich innerhalb eines Polizeidienstgebäudes befindet. Zum Zeitpunkt der Explosion versammelten sich dort Beamte, deren Familienangehörige sowie Zivilisten zum Freitagsgebet.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters riss die Wucht der Explosion die Begrenzungsmauer des Areals auf. Bewaffnete Männer begleiteten den Selbstmordattentäter und eröffneten nach der Detonation das Feuer auf die anwesenden Personen. Rettungskräfte und Schaulustige eilten zur Unfallstelle, um Verletzte unter den Trümmern hervorzuziehen.
Die Opferzahlen variierten in ersten Meldungen, wobei neuere Berichte die Gesamtzahl der Todesopfer auf mindestens 27 bezifferten. Unter den Getöteten befinden sich nach Angaben von Behörden und der Medienberichterstattung 15 Polizeibeamte sowie sechs Zivilisten und weitere Opfer. Rettungsoffiziere wie Bilal Faizi wiesen darauf hin, dass es sich bei den meisten Verletzten um Gläubige handelte, die sich zum Gebet eingefunden hatten.
Tehrik-e-Taliban Pakistan und Fraktionsbekenntnis
Zu der Tat bekannte sich eine Fraktion der Tehrik-e-Taliban Pakistan, kurz TTP. Nach Angaben der Dschihadisten-Gruppe Ittehadul Mujahideen, die dem Rebellenkommandanten Hafiz Gul Bahadur nahesteht, wurde der Selbstmordanschlag von ihren Leuten ausgeführt. Die TTP selbst ist ein Dachverband verschiedener sunnitischer militanter Organisationen, der gegen die Bundesregierung in Islamabad kämpft.

Der Provinzialpolizeichef Zulfikar Hameed bestätigte den Ablauf des Angriffs und das anschließende Feuergefecht. Provinzpolizeisprecher teilten über den Kurznachrichtendienst X mit, dass die Sicherheitskräfte entschlossen seien, die ruchlosen Pläne von Fitna-al-Khawarij zu vereiteln – die von Behörden verwendete offizielle Bezeichnung für die pakistanischen Taliban.
Polizeibehörden erklärten zudem, dass alle Angreifer während der Explosion und dem anschließenden Schusswechsel getötet wurden. Die staatlichen Stellen in Islamabad werfen den militant islamistischen Gruppierungen seit langem vor, sich in den Nachbargebieten Afghanistans sichere Rückzugsorte zu schaffen. Das dort regierende Taliban-Regime weist diese Vorwürfe jedoch konsequent zurück und bezeichnet die innere Militanz als reines Problem Pakistans.
Hintergrund der Sicherheitskrise und politische Reaktionen
Die Region Khyber Pakhtunkhwa verzeichnet seit Monaten einen drastischen Anstieg gewaltsamer Übergriffe, die gezielt gegen Militär und Polizei gerichtet sind. Kohat liegt unweit der afghanischen Grenze und fungiert als wichtige Transitstadt in die unruhige Region North Waziristan sowie nach Bannu und Dera Ismail Khan, wie der Korrespondent Kamal Hyder für Al Jazeera erläuterte.

Michael Semple, Gastprofessor an der Queen’s University Belfast und ehemaliger EU-Gesandter, erklärte, im Wesentlichen scheine dies in das Muster zu passen, bei dem die afghanischen Taliban sowohl Al-Qaida als auch verschiedenen Fraktionen der TTP Unterschlupf gewähren, um das Training für Angriffe dieser Art durchzuführen.
Kurz vor dem Anschlag in Kohat waren bei einer Sprengstoffexplosion am Straßenrand im benachbarten Distrikt Hangu sechs Soldaten eines Sicherheitskonvois getötet worden. Als Reaktion darauf führten Sicherheitskräfte Razzien durch, bei denen nach Militärangaben zehn mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet wurden.
Die Führung des Landes reagierte bestürzt auf den Anschlag. Premierminister Shehbaz Sharif verurteilte die Gewalt scharf und wies die zuständigen Behörden an, die Rettungs- und Bergungsarbeiten zu beschleunigen. Das pakistanische Innenministerium bezeichnete die Attacke in einer offiziellen Erklärung als cowardly actions
und betonte, dass diese Angriffe nicht geeignet seien, the nation’s firm resolve
zu schwächen.
Auch Staatspräsident Asif Ali Zardari äußerte sich öffentlich zu den Ereignissen. Er übermittelte seine besten Wünsche für die rasche Genesung der bei der Explosion Verletzten und forderte gleichzeitig die complete elimination
des Terrorismus im Land.
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