Präsident Donald Trump hat erklärt, dass sein ältester Sohn Donald Trump Jr. einen russischen Oligarchen für dessen finanzielle Unterstützung bei einer Hochzeitsfeier im Mai zurückbezahlt habe. Die Feier auf den Bahamas hatte zuvor wegen Verbindungen des Geldgebers zu Wladimir Putin und zu Vorwürfen um die Entführung ukrainischer Kinder für politische Diskussionen gesorgt.
Die Hochzeit in den Bahamas und die Einbindung von Umar Kremlev
Im Mai heirateten Donald Trump Jr. und die Gesellschaftsdame Bettina Anderson in einer privaten Zeremonie auf den Bahamas, an der nach Angaben der Beteiligten ausschließlich Familienmerglieder teilnahmen — darunter der Präsidenten-Sohn Eric Trump, Ivanka Trump und ihr Ehemann Jared Kushner sowie Tiffany Trump und ihr Ehemann Michael, nebst den jeweiligen Kindern, während der Präsident, First Lady Melania Trump und deren Sohn Barron der Feier fernblieben. Dem folgte jedoch ein mehrtägiges Fest auf einer Privatinsel, das von Umar Kremlev, dem Leiter der International Boxing Association, finanziert wurde. Die Berichterstattung darüber brachte das Paar in die Schlagzeilen, da Kremlev enge Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin unterhält — der ihm im März 2020 den Orden der Freundschaft beziehungsweise die Medaille des Ordens „Für Verdienste um das Vaterlandverlieh — und kurz vor der Hochzeit noch an der Seite Putins in China gewesen war, wie chinesische Staatsmedien berichteten.

Bettina Anderson bestätigte die finanzielle Beteiligung des Oligarchen in einem Instagram-Beitrag, in dem sie Kremlev als einen dear friend bezeichnete, der die Feierlichkeiten nach der Trauung großzügig ausgerichtet habe. Auch der Präsident selbst äußerte sich in Washington zu dem Vorgang und bewertete die Unterstützung zunächst als rechtlich zulässig, bevor er auf eine erfolgte Rückzahlung hinwies.
Trumps Äußerungen im Oval Office zur finanziellen Abwicklung
Während einer Erklärung zu Gesundheitsfragen im Oval Office wurde der Präsident am Freitag von Journalisten auf die Umstände der Hochzeitsfeier angesprochen. Dabei betonte er, dass derartige Gesten im Bekanntenkreis durchaus vorkommen, fügte jedoch hinzu, dass sein Sohn die Kosten mittlerweile ausgeglichen habe. Der Präsident erklärte, er habe von diesem Ausgleich erfahren und sei davon unterrichtet worden, dass die Aufwendungen beglichen wurden.

Präsident Donald Trump erklärte über die Rückzahlung und die Feier, seinem Verständnis nach habe er ihn zurückbezahlt. Er habe das nicht gewollt, daher höre er, dass er ihn zurückbezahlt habe. Eine Person, die er kenne — vermutlich ein Freund von ihm —, habe ihm eine Hochzeitsfeier ausgerichtet, was sehr üblich sei.

Zusätzlich berichtete der Präsident von einem früheren Gespräch mit seinem Sohn, das bereits vor einiger Zeit stattgefunden habe. In diesem Zusammenhang habe Donald Trump Jr. seinen Vater mit den Worten beruhigt: Nein, ich zahle ihn zurück, Dad, wie die Berichterstattung der Associated Press festhält. Eine offizielle Bestätigung der genauen Summe oder unabhängige Belege für den Zeitpunkt der Überweisung liegen bislang jedoch nicht vor, obwohl eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle dem Post bestätigte, dass Kremlev schadlos gehalten wurde (laut den Berichten von ProPublica soll Kremlev hunderte Tausende Dollar für Ausgaben wie das Anmieten einer zusätzlichen Privatinsel für den Empfang sowie ein Feuerwerk übernommen haben).
Reaktionen aus dem Umfeld der Familie und von den Behörden
Während der Name Kremlev im Zusammenhang mit ukrainischen Sanktionen (ausgesprochen von der Ukraine wegen mutmaßlicher Verwicklung in die Entführung von Kindern aus besetzten Gebieten durch die Organisation „Healthy Fatherland“, die von der Zwillingsschwester seiner Ehefrau geleitet wird) und Vorwürfen im Zuge des Krieges gegen die Ukraine genannt wird, versuchte das Umfeld des Weißen Hauses schnell, Distanz zu wahren. Ein Sprecher des Büros der First Lady erklärte gegenüber der Daily Mail, dass Melania Trump keinerlei Beziehung zu dem Oligarchen pflege und an der Planung oder Finanzierung der Veranstaltung nicht beteiligt gewesen sei.”
Auch von juristischer Seite gab es eine Einordnung der Situation. Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte während einer Pressekonferenz im Rosengarten, dass dem Justizministerium keine Ermittlungen zu den Transaktionen vorliegen und betonte, dass weder der Präsident noch andere Familienmitglieder den Hintergrund des Spenders näher kannten.
Auch interessant