Eine große französische epidemiologische Studie der NutriNet-Santé-Kohorte zeigt einen Zusammenhang zwischen bestimmten Konservierungsstoffen und einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Untersuchung mit über 112.000 Teilnehmern legt nahe, dass insbesondere nicht-antioxidative Zusatzstoffe die Gefäßgesundheit beeinträchtigen könnten.
Risikofaktoren durch industrielle Zusatzstoffe
Die Ergebnisse einer großen epidemiologischen Studie in Frankreich werfen ein neues Licht auf die Inhaltsstoffe unserer Lebensmittel. Die Forscher werteten die Daten von 112.395 Freiwilligen aus, die im Rahmen der NutriNet-Santé-Studie über einen Zeitraum von durchschnittlich sieben bis acht Jahren detaillierte Ernährungsprotokolle führten. Dabei wurde eine deutliche Korrelation zwischen der Menge an aufgenommenen Konservierungsmitteln und gesundheitlichen Risiken festgestellt.
Besonders alarmierend ist die Auswirkung nicht-antioxidativer Zusatzstoffe. Personen, die die höchsten Mengen dieser Stoffe konsumierten, wiesen ein um 29 Prozent höheres Risiko für Bluthochdruck auf als die Gruppe mit der geringsten Aufnahme. Auch das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Angina pectoris stieg um 16 Prozent an.
Experimentelle Studien deuten darauf hin, dass einige Konservierungsstoffe der Herz-Kreislauf-Gesundheit schaden könnten, aber wir hatten bisher nicht genügend Belege für die Auswirkungen dieser Inhaltsstoffe auf den Menschen.
Die Ambivalenz der Antioxidantien
In der Lebensmittelindustrie werden Zusatzstoffe meist in zwei Kategorien unterteilt: nicht-antioxidative Stoffe wie Nitrite und Sorbate, die Mikroben wie Schimmelpilze und Bakterien hemmen, sowie antioxidative Stoffe wie die Vitamine C und E, die Oxidation verhindern. Letztere gelten traditionell als schützend.

Die aktuelle Untersuchung überrascht jedoch durch die Identifizierung von Kandidaten, die bisher als harmlos oder sogar gesundheitsfördernd galten. So stehen nun auch Vitamin C und Zitronensäure im Verdacht, mit Herz-Kreislauf-Problemen assoziiert zu sein. Die Wissenschaft steht nun vor der Aufgabe, durch weitere Untersuchungen zu klären, ob es sich um echte kausale Zusammenhänge handelt oder lediglich um statistische Assoziationen.
Das Natrium-Kalium-Gleichgewicht
Neben der Frage nach den Zusatzstoffen spielt die Mineralstoffbalance eine entscheidende Rolle für die Gefäßgesundheit. Natrium, der Hauptbestandteil von Speisesalz, erhöht bei hoher Aufnahme das Blutvolumen und die Menge der Gewebeflüssigkeit, was den Blutdruck steigen lässt. Der biologische Gegenspieler zu Natrium ist Kalium.
Die Diskrepanz zwischen empfohlenen und tatsächlichen Werten ist in Deutschland signifikant. Während Experten eine tägliche Salzzufuhr von maximal fünf bis sechs Gramm empfehlen, liegt die tatsächliche Salzzufuhr in Deutschland deutlich höher: Im Durchschnitt konsumieren Frauen etwa 8,4 Gramm und Männer sogar 10 Gramm Salz pro Tag.
Strategien für eine herzgesunde Ernährung
Um das Risiko für Hypertonie zu senken, rät die Fachwelt zu einer Ernährung, die auf frischen und möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln basiert. Wie ndr.de berichtet, hat sich die Mittelmeerküche als besonders effektiv erwiesen, um den Blutdruck auf natürliche Weise zu regulieren.

Ein wesentlicher Faktor ist die Kaliumzufuhr. Kaliumreiche Lebensmittel unterstützen die Regulierung des Blutdrucks und wirken dem Natrium entgegen.
- Gemüse (z. B. Spinat, Tomaten, Kartoffeln, Rote Bete)
- Obst (z. B. Bananen, Aprikosen, Kiwi)
- Nüsse und Samen (z. B. Mandeln, Pistazien, Walnüsse)
- Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte
- Fisch und Meeresfrüchte
Zusätzlich zur Auswahl der Lebensmittel spielt das Körpergewicht eine zentrale Rolle. Übergewicht, insbesondere Bauchfett, produziert entzündungsfördernde Stoffe, die die Gefäße schädigen können. Eine Gewichtsreduktion kann messbare Erfolge bringen: Pro 10 Kilogramm Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck um etwa 12 zu 8 mmHg.
Für die tägliche Praxis empfiehlt es sich, statt Salz verstärkt auf Kräuter und Gewürze zu setzen. Bei der Auswahl von Tiefkühlware sollte darauf geachtet werden, Produkte ohne Zusätze von Zucker, Butter oder Soßen zu wählen, um die versteckte Salz- und Zusatzstofflast zu minimieren.
Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Besprechen Sie Ernährungsumstellungen oder gesundheitliche Beschwerden bitte immer mit Ihrem behandelnden Arzt.