Der Fixpunkt 19. November
Nach monatelangen Spekulationen und mehrfachen Verschiebungen ist die Ungewissheit über das Erscheinungsdatum von Grand Theft Auto VI beendet. Wie PC Games Hardware berichtet, hielt Take-Two Interactive im Rahmen seines Earnings Call zum abgelaufenen Geschäftsjahr am Donnerstagabend am Termin des 19. November 2026 fest. Damit rückt das Open-World-Epos, das ursprünglich bereits für den Herbst 2025 geplant war, endgültig in greifbare Nähe.
Die Verzögerungen waren laut Unternehmensangaben primär auf Qualitätssicherungsmaßnahmen zurückzuführen. Zelnick zerstreute damit gezielt die Gerüchte über eine mögliche vierte Verschiebung. Das Spiel, welches als eines der teuersten Videospiele der Geschichte gilt, wird primär für die aktuelle Konsolengeneration – PlayStation 5 und Xbox Series X|S – optimiert.
„Wir sind überzeugt, dass das Geschäftsjahr 2027 neue Rekordwerte mit Blick auf die operative Performance aufstellen wird – befeuert vom Launch von Grand Theft Auto 6 am 19. November.“
Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive
Die 8-Milliarden-Dollar-Prognose

Die finanziellen Erwartungen von Take-Two sind aggressiv und spiegeln die enorme Marktmacht der GTA-Serie wider. Laut GamesWirtschaft prognostiziert der Publisher für das laufende Geschäftsjahr 2027, das am 31. März 2027 endet, einen massiven Anstieg der Net Bookings. Diese Kennzahl, welche sämtliche digitalen und physischen Produkte sowie Services wie In-Game-Werbung und Fanartikel umfasst, soll von zuletzt 6,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf einen Bereich zwischen 8 und 8,2 Milliarden US-Dollar anwachsen.
Obwohl GTA 6 der zentrale Wachstumstreiber ist, stützt sich das Unternehmen auf ein breites Portfolio an Dauerbrennern, um die Stabilität zu gewährleisten. Zu den wichtigsten Umsatzquellen gehören:
Börsenreaktion und Finanzkennzahlen
Die Wall Street reagierte unmittelbar auf die Bestätigung des Release-Termins. Wie Der Aktionär berichtet, sprang die Aktie von Take-Two nachbörslich um rund acht Prozent in die Höhe. Die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 übertrafen die Analystenschätzungen deutlich. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich von 1,58 Milliarden auf 1,68 Milliarden US-Dollar und lag damit über der FactSet-Prognose von 1,55 Milliarden US-Dollar.
Besonders auffällig ist die Verschiebung des Geschäftsmodells hin zu wiederkehrenden Einnahmen. In-Game-Käufe und virtuelle Währungen machten bereits 81 Prozent der gesamten Erlöse aus, wobei dieser Bereich um 12 Prozent wuchs. Auch die operative Bilanz zeigt eine drastische Erholung: Der Jahresverlust reduzierte sich von 4,48 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 298,2 Millionen US-Dollar.
Die PC-Wartezeit und die Grenzen der KI

Während Konsolenspieler ein Datum haben, bleibt die Situation für PC-Nutzer unklar. Take-Two äußerte sich im Earnings Call nicht zu einer Windows-Version. Branchenexperten ziehen Parallelen zu GTA 5, dessen PC-Version erst rund 19 Monate nach dem Konsolenstart erschien, was einen Release von GTA 6 auf dem PC erst für 2027 oder 2028 wahrscheinlich macht.
Parallel zur Release-Planung positioniert sich Zelnick kritisch gegenüber dem aktuellen KI-Hype in der Spieleentwicklung. In einem Interview, das Yahoo! Finanzen Deutschland zitiert, räumte er ein, dass KI-Tools wie Claude von Anthropic oder Gemini von Google die Effizienz bei der Erstellung von Assets steigern. Er bestritt jedoch, dass KI die notwendige Originalität für einen Blockbuster-Hit erzeugen könne.
„Klone verkaufen sich nicht“
Strauss Zelnick, CEO von Take-Two Interactive
Zelnick argumentiert, dass KI-Modelle naturgemäß rückwärtsgerichtet seien, da sie auf bestehenden Datensätzen basieren. Während die Technologie die Hürden für die Entwicklung einfacher Spiele senke, führe dies bei AAA-Produktionen paradoxerweise zu mehr Arbeit, da die gestiegenen kreativen Ambitionen den Effizienzgewinn durch KI wieder auffressen.