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Sport

Köbi-Kuhn-Wandbild in Zürich verschwindet wegen Neubauvorhaben

Das zehn Meter grosse Wandbild von Köbi Kuhn an der Zentralstrasse im Zürcher Sihlfeld-Quartier wird aus dem Stadtbild verschwinden. Grund für den Verlust des XXL-Gemäldes sind geplante Neubauvorhaben. Genau vor die betroffene Fassade soll ein neues Haus gebaut werden, wodurch die Liegenschaft das Porträt der Fussballikone vollständig verdecken wird. Das Kunstwerk war im Jahr 2021 anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des FC Zürich in Zusammenarbeit zwischen einem Kollektiv aus der Südkurve und dem FCZ-Museum entstanden.

Das Verschwinden eines Zürcher Wahrzeichens

Die gezeigte Darstellung zeigt Köbi Kuhn in jungen Jahren im weiss-blauen Trikot des FC Zürich in voller Aktion. In diesen Farben absolvierte die Vereinslegende eine lange Karriere und gewann unter anderem fünf Schweizer Cups. Der Ort des Wandbildes hat eine besondere historische Bedeutung: Es befindet sich nur wenige Meter von der Stelle entfernt, an der Kuhn aufgewachsen ist, und gegenüber dem ehemaligen Platz des FC Wiedikon, wo er seine ersten Dribblings zeigte. Nach seinem Tod im Jahr 2019 im Alter von 76 Jahren erinnerte das Mural fünf Jahre lang an den früheren Schweizer Nationaltrainer und langjährigen FCZ-Spieler.

Bedauern bei Fanclubs und Historikern

Der bevorstehende Abriss und die Überbauung der Fassade stossen bei Historikern und Anhängern auf Bedauern. Michael Jucker, Sporthistoriker und Direktor des FCZ-Museums, bezeichnete die Entwicklung gegenüber Medien als ein trauriges Zeichen des städtischen Wandels. Das sind natürlich unangenehme Gefühle, wenn ein Wandbild verschwindet, das so schön ist und eine Ikone darstellt, erklärte Jucker. Dass das Verschwinden ausgerechnet im 130. Jubiläumsjahr des Vereins erfolgt, bewertet der Klub-Historiker als einen tragischen Zufall der Geschichte.

Köbi-Kuhn-Wandbild in Zürich verschwindet wegen Neubauvorhaben
Photo: Tages-Anzeiger

Auch Markus Imbach, Präsident des FCZ-Fanclubs Letzi, bedauert den Verlust des grossen Werkes. Zwar war kurzzeitig die Idee erwogen worden, ein neues Wandbild zu realisieren oder das bestehende Werk zu transferieren und an einer anderen öffentlich zugänglichen Hauswand anzubringen, doch diese Pläne liessen sich nicht umsetzen. Jucker betonte zudem, dass eine Reproduktion an einem anderen Ort nicht erstrebenswert sei, da die künstlerische Kreation von einem historischen Moment lebe und man auch keinen van Gogh nach male.

Ersatzmassnahmen und internationale Vergleiche

Als offizieller Ersatz am neuen Gebäude ist eine Gedenktafel mit einem integrierten QR-Code vorgesehen. Über diesen Code soll es künftig möglich sein, eine Fotografie des früheren Wandbilds auf dem Handy zu betrachten. Darüber hinaus wird eine Fotografie des Wandgemäldes im FCZ-Museum ausgestellt, und bereits seit 2020 erinnert eine bronzene Gedenktafel an Kuhns Elternhaus an die Persönlichkeit. Fanclub-Präsident Markus Imbach kritisierte die QR-Code-Lösung allerdings als das Minimum vom Minimum, da sie das physische Kunstwerk im öffentlichen Raum nicht ersetzen könne.

Köbi-Kuhn-Wandbild in Zürich verschwindet wegen Neubauvorhaben
Photo: 20min

Das Zürcher Beispiel reiht sich in internationale Dimensionen ein, bei denen Fussballlegenden in Übergrösse an Hausfassaden geehrt werden. Ähnliche Monumente existieren für Diego Maradona in Neapel oder für Lionel Messi in seiner Heimatstadt Rosario, dessen rund 70 Meter hohes Wandbild im Juli mit drei Sternen für die Weltmeistertitel ergänzt wurde. In Zürich fordert die rege Bautätigkeit indes weitere Opfer unter den Grossgemälden, wie etwa das ebenfalls von einem Bauprojekt bedrohte Mural Quartierbewohnerin Lucia in Riesbach zeigt, wie der Watson-Bericht zusammenfasst.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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