Zum Inhalt springen
Gesundheit

Aortenaneurysm wird erfolgreich gerettet durch Operation

Eine 70-jährige Patientin wurde mit einem gigantischen arteriosklerotischen Aortenaneurysma im aszendierenden Teil von 13,5 Zentimetern Durchmesser sowie einer Beteiligung des Aortenbogens von 8,7 Zentimetern an der Notaufnahme vorstellł und durch eine klappenerhaltende totale Aortenbogenersatzoperation erfolgreich gerettet.

Gigantische aszendierende Aortenaneurysmen, die konventionell ab einem Durchmesser von zehn Zentimetern definiert werden, sind in der heutigen medizinischen Praxis äußerst selten. Noch ungewöhnlicher ist ein arteriosklerotischer Ursprung, da proximale thorakale Aortenaneurysmen typischerweise mit einer medialen Degeneration, Bindegewebserkrankungen oder bikuspiden Aortenklappen in Verbindung gebracht werden. Der Fall einer Patientin, deren Aneurysma das Fünffache des normalen Durchmessers erreichte, zeigt die extremen Ausmaße auf, die eine Gefässerkrankung annehmen kann.

Klinische Präsentation und computertomographische Diagnostik bei der 70-jährigen Patientin

Die 70-jährige Frau stellte sich in der Notaufnahme mit einer einwöchigen Anamnese fortschreitender, schwerer Dyspnoe entsprechend der New York Heart Association Klasse IV sowie generalisierter Müdigkeit, Anorexie, Gewichtsverlust und nächtlichem Schwitzen vor. Ihre medizinische Vorgeschichte umfasste Typ-2-Diabetes mellitus, einen starken Tabakkonsum von über 50 Packungsjahren, eine Hypothyreose nach Schilddrüsenentfernung sowie eine Angsterkrankung mit depressiver Störung. Bei der Aufnahme zeigte sich die Patientin hämodynamisch instabil, hypotensiv und in erheblicher Atemnot.

Aortenaneurysm wird erfolgreich gerettet durch Operation
Foto: openheart.bmj.com

Eine kontrastmittelverstärkte Computertomographie des Brustkorbs machte das Ausmaß der Erkrankung deutlich. Die Untersuchung offenbarte ein aszendierendes Aortenaneurysma mit einem maximalen Durchmesser von 13,5 Zentimetern sowie ein Aneurysma des Aortenbogens von 8,7 Zentimetern.

Eingriff unter tiefem zirkulatorischem Stillstand

Angesichts der drohenden Ruptur führten die behandelnden Mediziner einen dringlichen offenen chirurgischen Eingriff durch. Die Operation umfasste eine supracoronare Aszendensersatzplastik, einen vollständigen Aortenbogenersatz unter Anwendung eines tiefen hypothermen zirkulatorischen Stillstands sowie eine separate Rekonstruktion der supraaortalen Abzweigungen unter Verwendung eines verzweigten Dacron-Graft-Implantats.

Die Histopathologie bestätigte im Anschluss ein atheromatöses Aneurysma mit thrombotischer Degeneration, während mikrobiologische Untersuchungen eine Infektion ausschlossen. So analysierten Peterss und Kollegen in einer detaillierten retrospektiven Untersuchung von 905 Patienten über einen Zeitraum von 15 Jahren die Ergebnisse von Eingriffen an der Aortenwurzel, dem aszendierenden Teil oder dem Aortenbogen bei Patienten jeglichen Alters. Dabei zeigte sich, dass ältere Patienten eine höhere Inzidenz postoperativer Komplikationen wie verlängerte Beatmung, Low-Cardiac-Output-Syndrom, Multiorganversagen und Infektionen aufweisen.

Gefässerkrankungen und anatomische Verteilung

In einer spezialisierten Kohorte von Patienten mit multifokaler FMD wiesen zehn Prozent eine Aortenbeteiligung auf, die sich als Aneurysmen, signifikante Ektasien, akute Aortensyndrome oder angeborene Anomalien manifestierte, wobei thorakale Aortenveränderungen dominierten. Die Gesamtfraktion der Aortenaneurysmen lag in dieser Gruppe bei 2,2 Prozent.

Während bei der 70-jährigen Patientin mit dem gigantischen Aneurysma eine arteriosklerotische Genese vorlag, zeigen die Daten zur systemischen Arteriopathie, dass Gefässveränderungen oft mehrere arterielle Betten umfassen. Patienten mit definierter Aortenbeteiligung bei Gefässerkrankungen waren in Studien häufiger männlich, litten vermehrt unter Bluthochdruck und wiesen ausgeprägte Beteiligungen der Nieren-, Mesenterial- und Beckengefässe auf. Der vorliegende Fall dokumentiert jedoch, dass auch bei extremen Durchmessern jenseits von zehn Zentimetern eine anatomisch zielgerichtete chirurgische Rekonstruktion den nativen Klappenapparat bewahren und eine dauerhafte Ausschaltung der Erkrankung ermöglichen kann.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.