Nach zwölf von 23 Saisonrennen führt Kimi Antonelli die Formel-1-Weltmeisterschaft an, obwohl Mercedes laut eigener Aussage nicht mehr das schnellste Auto stellt. Während Lando Norris und McLaren nach einem großen Update in Ungarn stark aufholen, plant Mercedes erst in Malaysia für Anfang Oktober größere Neuerungen.
Die Weltmeisterschaft in der Formel 1 bleibt nach zwölf von 23 absolvierten Stationen hart umkämpft, da umfangreiche Fahrzeugupdates das Kräfteverhältnis an der Spitze verschoben haben. Der WM-Führende Kimi Antonelli musste beim Rennen in den Niederlanden zusehen, wie Lando Norris den Sieg holte und die große Keramiktrophäe vom niederländischen König Willem-Alexander überreicht bekam.
Antonelli baut WM-Führung trotz McLaren-Aufschwung aus
Trotz des verpassten Sieges baute der 19-jährige Italiener Kimi Antonelli seine Führung in der Gesamtwertung wieder aus. Lando Norris weist im WM-Rennen derzeit einen Rückstand von 83 Zählern auf, präsentiert sich nach Einschätzung von Beobachtern jedoch in Topform.
Mercedes hatte das erste Saisondrittel dominiert, sieht sich nun aber im Entwicklungsrennen gefordert. Laut Teamchef Wolff bringt ein Upgrade bei einem Topteam meist mindestens ein paar Zehntelsekunden Vorsprung, wodurch der Rückstand aufgeholt werden muss. Für alle Formel-1-Teams gilt dieselbe Budgetobergrenze von 215 Millionen US-Dollar, was umgerechnet rund 185 Millionen Euro entspricht.
Strategische Unterschiede bei der Budgetverteilung im Entwicklungsrennen
Die Verfolgte Teams wie McLaren und Ferrari verfügen über die nötigen finanziellen Mittel zur Weiterentwicklung ihrer Rennwagen, verfolgen dabei aber möglicherweise andere Strategien als Mercedes.
Die letzte große Verbesserung nahm Mercedes Ende Mai beim Grand Prix von Kanada vor. Das nächste große Upgrade des deutschen Teams ist erst in vier Rennen für den Großen Preis von Malaysia Anfang Oktober geplant.
Herausforderung beim Heimrennen in Monza für Antonelli
September in Monza. Auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in der Lombardei wird der Italiener wegen eines Motorenwechsels eine Startplatzstrafe hinnehmen müssen. Teamchef Wolff betonte, dass für ihn die gesamte Weltmeisterschaft mehr zählt als ein Prestigesieg in der italienischen Heimat.
Da Überholmanöver auf dem Highspeed-Kurs in der Lombardei verhältnismäßig einfach zu bewerkstelligen sind, dürfte sich der sportliche Schaden in Grenzen halten. Teamkollege George Russell blickte ebenfalls zuversichtlich nach Monza und erklärte, dass das Team dort etwas konkurrenzfähiger sein werde. Gleichzeitig wies der Brite darauf hin, dass auch bei Ferrari ein Motorenupgrade ansteht.
Die Konkurrenz rechnet indes damit, dass Mercedes seine Entwicklungsarbeit bald auf der Strecke umsetzt. McLaren-Teamchef Andrea Stella zeigte sich überzeugt, dass das Auto von Mercedes im Windkanal deutlich schneller ist als das Fahrzeug, das derzeit von den Silberpfeilen eingesetzt wird.