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Medizinische Fachleute: Vitamin C und Zink beugen Erkältungen nicht vor

Zu Beginn der Erkältungssaison nehmen Mythen über Vorbeugung und Behandlung wieder zu. Medizinische Fachleute und Auswertungen verdeutlichen jedoch, dass Vitamin C, Zink und Hausmittel oft eine andere Wirkung zeigen als im Volksmund angenommen, während einfache Hygienemaßnahmen das Ansteckungsrisiko nachweislich senken.

Doch medizinische Institutionen und Fachleute betonen, dass sich eine bereits ausbrechende Erkältung kaum noch komplett aufhalten lässt.

Infektiologin Nina Lutz vom Stadtspital Zürich erklärte gegenüber Medienberichten zufolge, dass sich eine Verkühlung bei den ersten Anzeichen nicht mehr ganz verhindern lasse. Dennoch müsse man nicht tatenlos zusehen, auch wenn die Hoffnung auf ein abruptes Ende der Infektion durch bestimmte Lebensmittel oder Präparate meist enttäuscht werde.

Vitamin C und Zink im wissenschaftlichen Check

Der Griff zu Vitamin C gehört zu den klassischen Reaktionen bei den ersten Symptomen. Wissenschaftliche Belege für eine akute Wirksamkeit fehlen allerdings.

Systematische Auswertungen zeigen laut Berichten über Erkältungsmythen, dass regelmäßige Vitamin-C-Gaben Erkältungen im Allgemeinen nicht verhindern. Die Beschwerden können nach Einnahme zwar geringfügig kürzer andauern und schwächer ausfallen, doch nach Beginn der Symptome ist kein verlässlicher Nutzen mehr nachgewiesen.

Angeschnittenes Männergesicht mit einem Taschentuch vor der Nase
Foto: br.de

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher keine routinemäßige Einnahme von Vitamin-C-Präparaten zur Vorbeugung. Eine ausgewogene Ernährung mit fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag liefere in der Regel ausreichend Vitamin C, wie Analysen zu Gesundheitsfragen darlegen.

Etwas anders stellt sich die Situation bei Zink dar. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sowie Einschätzungen von Fachleuten beugt Zink Erkältungen zwar ebenfalls nicht überzeugend vor, könnte aber bei sehr früher Einnahme innerhalb der ersten 24 Stunden nach den ersten Symptomen die Krankheitsdauer etwas verkürzen.

Bislang gibt es keine gesicherten Belege, dass Zink Erkältungen vorbeugt. Eine Studienauswertung (Metaanalyse) kommt jedoch zum Ergebnis, dass Zink in sehr hohen Dosen (45-300 mg/Tag über 14 Tage) bei Erkältungskrankheiten verwendet, die Krankheitsdauer um bis zu zwei Tage verkürzen kann.

Verbraucherzentrale, via Utopia

Derartige Mengen können jedoch Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Verdauungsbeschwerden verursachen und sind teilweise verschreibungspflichtig. Auch eine größere Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 mit mehr als 8.500 Teilnehmern bewertete die Evidenz zu Zink als eher gering.

Medizinische Fachleute: Vitamin C und Zink beugen Erkältungen nicht vor
Foto: Heute

Händewaschen als wirksamer Schutz

Während eingenommene Präparate oft wirkungslos bleiben, zeigt die Handhygiene messbare Erfolge. Unsere Hände gelten als Keimüberträger Nummer eins.

Laut Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden rund 80 Prozent der ansteckenden Krankheiten über die Hände übertragen. Wer sich nach dem Berühren von Türklinken oder Haltestangen ins Gesicht fasst, überträgt Erreger schnell auf die Schleimhäute.

Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife über 20 bis 30 Sekunden senkt das Ansteckungsrisiko spürbar, bietet allerdings keinen vollständigen Schutz, da Viren auch über die Luft übertragen werden.

Richtiger Umgang mit Schnupfen und Nasensprays

Der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte warnt jedoch davor, zu kräftig in Taschentücher zu schnäuzen, da dabei Druck im Naseninneren entsteht.

Abschwellende Nasensprays mit den Wirkstoffen Oxymetazolin und Xylometazolin helfen zwar zuverlässig, können bei zu langer Anwendung jedoch zu einer körperlichen Abhängigkeit führen. Nasenspülungen mit Salzlösung können die Beschwerden hingegen erleichtern, wobei die Belege für einen vorbeugenden Nutzen unter Fachleuten umstritten bleiben.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.