Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen und im Westjordanland sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden. Die Angriffe treffen eine ohnehin fragile, von den USA vermittelte Waffenruhe. Parallel dazu verschärfen sich die Spannungen rund um den Persischen Golf, während Teheran und Moskau ihre Energiebeziehungen beleben wollen.
Tödliche Schläge in Dschenin und im Gazastreifen
Im besetzten Westjordanland hat das israelische Militär am Freitag bei einem Luftangriff in der Stadt Dschenin drei Palästinhaber getötet. Nach Angaben der Streitkräfte galt der gezielte Drohnenschlag einem Fahrzeug, in dem sich ein gesuchter Hamas-Aktivist und zwei Begleiter befanden. Das israelische Militär identifizierte das Ziel als Qais Bitawi und warf ihm vor, maßgeblich in den Ausbau bedeutender terroristischer Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte den Tod von Bitawi und zwei weiteren Personen.
Die Palästinensische Islamische Dschihad beanspruchte Bitawi ebenfalls als Mitglied ihrer Bewaffneten Arm, während die Hamas den Angriff als abscheuliches Verbrechen verurteilte. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu feierte die Operation auf der Plattform X als erfolgreiche Vereitelung. Verteidigungsminister Israel Katz beglückwünschte das Militär, die Polizei sowie den Inlandsgeheimdienst Schin Bet und erklärte, das Flüchtlingslager in Dschenin sei evakuiert und das Militär dort nun permanent stationiert.
Konkrete Berichte des palästinensischen Roten Halbmonds werfen zudem Schatten auf das Einsatzgeschehen vor Ort. Demnach rückten israelische Bodentruppen nach dem Drohnenangriff auf das Gelände vor, hielten Rettungskräfte kurzzeitig fest und hinderten sie daran, Verwundete oder Getötete in Krankenhäuser zu transportieren.
Fünf Tote bei Luftangriffen in Gaza
Parallel zur Eskalation im Westjordanland forderten israelische Luftangriffe im Gazastreifen am Freitag nach Angaben lokaler Krankenhausbehörden fünf weitere Menschenleben. Örtliche Ärzte am Nasser-Krankenhaus berichteten, dass bei einem Angriff auf ein Familienwohnhaus außerhalb von Chan Yunis zwei Brüder und ein weiterer Verwandter ums Leben kamen. Zwei separate Angriffe in Gaza-Stadt töteten jeweils einen Menschen, wie das Schifa-Krankenhaus mitteilte. Das israelische Militär bestätigte die Einsätze in Gaza, erklärte jedoch, von dem Vorfall in Chan Yunis keine Kenntnis zu haben.

Die neuen Opfer erhöhen die Zahl der Getöteten weiter. Gaza-Gesundheitsbehörden verzeichnen seit dem im Oktober vereinbarten Waffenstillstandsabkommen mehr als 1.300 palästinensische Todesopfer durch Luftangriffe.
Blockierte Schifffahrt und wirtschaftlicher Druck am Persischen Golf
Fernab der direkten Kampfzonen am Boden leiden auch internationale Seewege unter den anhaltenden Spannungen.

Iranische Diplomaten verhandeln währenddessen über die künftige Kontrolle der Straße von Hormus. Der iranische Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, ein potenzielles Abkommen mit Oman sehe vor, dass künftig keine Militärschiffe mehr die wichtige Handelsstraße passieren dürften. Zudem treibt Teheran wirtschaftliche Kooperationen voran: Der iranische Botschafter in Moskau kündigte an, eine Energievereinbarung aus dem Jahr 2022 wiederzubeleben.
Politische Signale in Teheran und US-Sanktionen gegen ägyptische Bank
In Teheran selbst griff die Führung hart durch. Der iranische Führer Mojtaba Khamenei untersagte am Freitag jegliche Maßnahmen, die die nationale Einheit in politischen, sicherheitspolitischen oder wirtschaftlichen Bereichen untergraben könnten.
Die US-Regierung reagiert ihrerseits mit weiterem wirtschaftlichem Druck. Washington hat beschlossen, den Betrieb einer großen ägyptischen Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten einzuschränken. Die betroffene Banque Misr wird beschuldigt, als finanzielle Lebensader für die iranische Führung zu fungieren, und soll nach Plänen des US-Finanzministeriums vom westlichen Finanzsystem getrennt werden.