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Welt

Trump setzt Luftangriffe auf den Iran für diplomatische Gespräche aus

US-Präsident Donald Trump hat die Luftangriffe auf den Iran ausgesetzt, um diplomatische Verhandlungen zu ermöglichen.

Die US-Militärführung hat die Bombardierungen nach 13 Nächten eskalierender Angriffe gestoppt. Wie der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, am Sonntag gegenüber Fox News erklärte, wolle der Präsident den Gesprächen Raum geben.

Diplomatie im Schatten der Ölpreise und der Straße von Hormus

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Eskalation waren unmittelbar spürbar. In der vergangenen Woche kletterten die Ölpreise erstmals seit Mai auf 100 Dollar pro Barrel. Nach der Ankündigung der Pause fielen die Preise am Montagmorgen deutlich auf 91 Dollar.

Zentraler Streitpunkt bleibt die Kontrolle über die Straße von Hormus. Zwar hatten die USA und der Iran im Juni ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um militärische Operationen zu stoppen und die Straße wieder zu öffnen, doch dieser Deal zerbrach am 13. Juli, als iranische Kräfte Tanker angriffen. Die USA reagierten mit der Wiederaufnahme von Luftschlägen und einer Seeblockade iranischer Häfen.

Die britische Regierung sieht sich hier in einer klaren Position. Verteidigungsminister Wes Streeting betonte gegenüber der BBC, dass man bei der Sicherung der kommerziellen Schifffahrt in der Straße von Hormus absolut mit den USA abgestimmt sei.

Militärische Kapazitäten und die Strategie von Mike Waltz

Trotz der diplomatischen Öffnung warnt die US-Administration vor einer Fehlinterpretation der Pause. Mike Waltz wies gegenüber NBC zurück, dass Trump eine Eskalation dauerhaft ausgeschlossen habe.

Photo: www3.nhk.or.jp

The US military… has everything that it needs to conduct this campaign as effectively as it needs to be

Mike Waltz, US ambassador to the UN

Waltz dementierte damit Berichte der New York Times, wonach US-Beamte vor einer gefährlichen Erschöpfung der Vorräte an Luftabwehrmunition gewarnt hätten. Parallel dazu signalisierte Trump seine Härte auf Truth Social, wo er KI-generierte Bilder von US-Flugzeugen zeigte, die iranische Schiffe und die Insel Kharg bombardieren.

Die Rolle Russlands und die Ablehnung durch Emmanuel Macron

Ein ungewöhnlicher Vorschlag von Donald Trump stieß international auf Widerstand: Die Idee, Wladimir Putin als Vermittler im Israel-Iran-Konflikt einzusetzen.

Trump pauses attacks on Iran to make room for talks, says ambassador

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wies dies während eines Besuchs in Grönland entschieden zurück. Er argumentierte, dass Russland aufgrund des aktuellen Hochintensitätskonflikts in der Ukraine und der Missachtung der UN-Charta keine Glaubwürdigkeit als Mediator besitze.

I do not believe that Russia, which is now engaged in a high-intensity conflict and has decided not to respect the UN Charter for several years now, can be a mediator

Emmanuel Macron, President of France

Eskalationsdynamik: Raketenangriffe und Opferzahlen

Die diplomatischen Bemühungen stehen im krassen Gegensatz zur Gewalt der vorangegangenen Tage. Laut Berichten von France24 kam es am Montag zu einer neuen Welle iranischer Raketenangriffe auf Israel. Die israelische Armee (IDF) identifizierte Raketenstarts aus dem Iran und wies die Bevölkerung an, Schutzräume aufzusuchen.

Photo: economictimes.indiatimes.com
  • Opfer: Der Rettungsdienst Magen David Adom meldete drei Tote und 74 Verletzte.
  • Zerstörungen: In Petah Tikva wurde ein Wohngebäude schwer beschädigt; in Haifa wurden Brände in einem Kraftwerk nahe des Hafens beobachtet.
  • Technik: Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, dass die jüngste Operation angesichts der Unterstützung der USA und westlicher Mächte durch neue Initiativen und Kapazitäten zu maximalen Treffern auf Ziele in den besetzten Gebieten geführt habe.

Die Gesamtzahl der Opfer seit Beginn des Krieges im Februar liegt laut offiziellen Zahlen im tausendfachen Bereich, wobei die Mehrheit der Toten aus dem Iran und dem Libanon stammt.

Ausblick: Das Treffen im Weißen Haus und regionale Vermittler

Ob die aktuelle Pause eine taktische Zäsur oder einen echten Wendepunkt darstellt, bleibt ungewiss. Ein hochrangiger iranischer Beamter äußerte gegenüber Reuters Skepsis hinsichtlich der Pause und erklärte, es gebe mehr Skepsis als Optimismus und die vorherrschende Ansicht sei, dass die Pause taktisch sei. Gleichzeitig gibt es laut Anadolu-Nachrichtenagentur Vorschläge aus Pakistan und Pakistan/Katar für eine gemeinsame Deeskalationsformel, die eine Rückkehr zu den Positionen vor dem 9. Juli als ersten Schritt vorsieht.

Photo: France24

Die nächsten Stunden werden durch ein entscheidendes Treffen geprägt: Präsident Trump empfängt am Dienstag den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu im Weißen Haus. Dieses Gespräch findet statt, während die Konfliktparteien versuchen, den Kurs der Diplomatie zu bewerten.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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