USA verhängen Seeblockade iranischer Häfen – Luftangriffe auf Küstenverteidigung
Das US-Militär hat am Dienstagabend um 20:00 Uhr GMT eine Seeblockade iranischer Häfen sowie Küstengebiete erneut in Kraft gesetzt. Diese Maßnahme erfolgt als Reaktion auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, während ein zwischenzeitliches Waffenstillstandsabkommen scheitert und die Sorge vor einer Rückkehr zu einem umfassenden Krieg wächst.
Luftschläge gegen maritime Infrastruktur
Parallel zur Blockade gab das US Central Command (CENTCOM) eine neue Welle von Luftangriffen innerhalb Irans bekannt. Ziel dieser Operationen waren laut CENTCOM Küstenverteidigungssysteme, Raketen- und Drohnenstandorte sowie maritime Kapazitäten. Die US-Streitkräfte erklärten, die Angriffe dienten dazu, die iranischen Fähigkeiten zur Bekämpfung der kommerziellen Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen.
Nach Berichten iranischer Staatsmedien und offiziellen Angaben wurden unter anderem folgende Ziele getroffen:
- Die Stadt Abadan, in der sich die älteste Ölraffinerie des Nahen Ostens befindet.
- Die Hafenstadt Mahshahr sowie die Inseln Qeshm und Kish.
- Anlagen in Sirik und Bandar Abbas.
- Zuvor waren am Montagabend bereits Ziele in Bushehr und Bandar Abbas angegriffen worden.
Regionale Eskalation und iranische Gegenmaßnahmen
Iran reagierte auf die US-Offensive mit einer Serie von Vergeltungsschlägen in der Region. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) bestätigte die Attacken auf zwei Supertanker, die nach eigenen Angaben Warnungen ignoriert hatten. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, dass bei Angriffen auf zwei Schiffe in omanischen Gewässern ein Besatzungsmitglied getötet wurde. Die International Maritime Agency bestätigte insgesamt zwei Todesopfer unter Seeleuten.
Zudem weitete der Iran seine Operationen auf US-Partner in der Region aus. In Bahrain wurden Raketenwarnsirenen ausgelöst, während das Militär Kuwaits angab, feindliche Luftziele abzuwehren. Auch in Jordanien wurden US-Militäreinrichtungen angegriffen. Die IRGC warnt, dass die Zusammenarbeit mit den USA zu einer globalen Energiekrise und weiteren Verzögerungen bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus führen werde.
Das Scheitern des Waffenstillstands
Die aktuelle Eskalation markiert das Ende eines am 17. Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU). Dieses Abkommen sah eine 60-tägige Frist vor, um über das iranische Atomprogramm zu verhandeln und den Krieg dauerhaft zu beenden. Die Blockade war bereits Mitte April in Kraft gewesen und wurde Mitte Juni kurz nach der Unterzeichnung des Deals aufgehoben.
US-Präsident Donald Trump gab an, dass der Iran die aktuelle Runde der militärischen Eskalation am 7. Juli initiiert habe. Er hatte bereits letzte Woche signalisiert, dass das Abkommen beendet sei, und den Kongress formell über die Wiederaufnahme der Luftschläge informiert. Im Gegensatz dazu beschuldigt Irans Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi die USA, das MoU zerstört und alle Verpflichtungen verletzt zu haben. Er betonte, dass der Iran nun keine Verpflichtungen mehr aus diesem Abkommen habe.
Wirtschaftliche Auswirkungen und politische Kehrtwende
Die Straße von Hormus ist von strategischer Bedeutung, da vor dem Krieg etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Erdgases diese Passage nutzte. Die Instabilität führte bereits in der Vergangenheit zu massiven Preissteigerungen bei Öl und Düngemitteln.
Interessant ist die kurzfristige Änderung der US-Strategie bezüglich der Finanzierung der Sicherheit in der Meerenge: Präsident Trump hatte am Montag angekündigt, eine Gebühr von 20 % für Schiffe zu erheben, die die Straße passieren. Nur wenige Stunden vor der Wiederaufnahme der Blockade verwarf er diesen Plan jedoch. Trump erklärte via Truth Social, dass er auf Bitte von Golf-Alliierten (Königen und Emiren) die Gebühr durch Handels- und Investitionsabkommen ersetzt habe, durch die Milliarden in die USA fließen sollen.
Experten, darunter Alex Vatanka vom Middle East Institute, bewerten Trumps Strategie, den Iran durch maximalen Druck zurück an den Verhandlungstisch zu zwingen, als riskantes Glücksspiel, da der Iran tendenziell mit Vergeltung statt mit Zugeständnissen auf Druck reagiere.
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