Israel hat die Richtlinien für Angriffe auf Hamas-Mitglieder im Gazastreifen verschärft, wobei nun die Zustimmung von Generalstabschef Eyal Zamir erforderlich ist. Diese Maßnahme ist Teil eines Fahrplans des von US-Präsident Donald Trump gegründeten Gaza-Friedensrats, der eine vollständige Entwaffnung der Hamas als Bedingung für einen israelischen Abzug vorsieht.
Die politische Führung Israels hat die Vorgaben für militärische Operationen im Gazastreifen grundlegend geändert.
Diese Verschärfung korreliert mit einem Plan des Gaza-Friedensrats, der ein Ende aller Kampfhandlungen und die Übergabe von Waffen durch die Hamas sowie weitere bewaffnete Gruppierungen vorsieht.
Der Friedensrat und die Bedingung der Entwaffnung
Der von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene Friedensrat überwacht die Nachkriegsordnung und den Wiederaufbau des Küstengebiets. Trotz Berichten über einen möglichen Abzug stellte der Rat über die Plattform X klar, dass ein vollständiger Rückzug der israelischen Armee hinter die sogenannte gelbe Linie erst nach dem vollständigen Abschluss der Waffenabgabe erfolgen wird.
Diese Forderung umfasst laut dem Friedensrat sowohl leichte als auch schwere Waffen sowie die gesamten Tunnelsysteme. In einem Gespräch zwischen dem Hohen Vertreter des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, dem US-Berater Aryeh Lightstone und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde ein gemeinsames Verständnis über die Ziele formuliert: die vollständige Übergabe der Waffen palästinensischer Gruppierungen und der Übergang zu einer zivilen Regierungsführung.
Fortgesetzte Gewalt trotz formeller Waffenruhe
Obwohl seit Oktober 2025 formell eine Waffenruhe im Gaza-Krieg besteht, kommt es weiterhin zu tödlichen Konfrontationen. Die israelische Armee hat zuletzt mutmaßliche Mitglieder der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Jihad (PIJ) getötet. So meldete ORF, dass bei Luftangriffen auf Gaza-Stadt, Deir al-Balah und Chan Junis mindestens 15 Menschen getötet wurden – die höchste Zahl innerhalb eines Tages seit Wochen.
Die Opferzahlen werden von den Seiten unterschiedlich bewertet. Während das israelische Militär angab, dass ein Angriff in Deir al-Balah zwei Kommandeure der Hamas-Elitetruppe Nuchba sowie weitere militärische Ziele in Gaza-Stadt und Dschabalija traf, berichten Mediziner von zwei getöteten Ehepaaren und zwei Kindern. Ein weiterer Vorfall, über den Der Standard berichtete, forderte drei Tote bei Drohnenangriffen in Gaza und Deir al-Balah.
Skeptizismus in der israelischen Regierung
Innerhalb des israelischen Sicherheitskabinetts gibt es erhebliche Zweifel an der Umsetzung des Friedensplans. Energieminister Eli Cohen äußerte sich gegenüber dem israelischen Armeesender skeptisch darüber, ob die Hamas tatsächlich bereit sei, ihre Waffen niederzulegen.

Eli Cohen, Energieminister, bezweifelte stark, dass eine solche Entwaffnung tatsächlich geschehen werde.
Cohen betonte zudem, dass Israel nicht zu einem Stopp der Angriffe verpflichtet sei. Sollte die Entwaffnung ausbleiben, forderte er, dass Israel die vollständige Kontrolle über das Küstengebiet übernehmen müsse.
Diplomatischer Druck und regionale Risiken
Die internationale Gemeinschaft, insbesondere Ägypten, Katar und die Türkei, hat die israelischen Angriffe in dem zerstörten Gebiet scharf verurteilt. US-Außenminister Antony Blinken drängte Israel dazu, den Schutz ziviler Palästinenser zu verbessern und die humanitäre Hilfe zu steigern.

Blinken warnte vor den Folgen einer humanitären Katastrophe, da es sonst no partners for peace
geben würde. Während die USA eine humanitäre Pause zur Unterstützung der Hilfslieferungen fordern, lehnt Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ein temporäres Waffenstillstandsabkommen ab, sofern dieses nicht die Rückkehr aller Geiseln beinhaltet.
Parallel zur Lage in Gaza wächst die Spannung an der Nordgrenze zu Libanon. Die israelische Armee meldete eine hohe Alarmbereitschaft aufgrund von Angriffen der Hisbollah mit Drohnen und Mörserfeuer. Rear Adm. Daniel Hagari bestätigte, dass die Hisbollah-Angriffe Zivilisten verwundet hätten und Israel mit Kampfflugzeugen und Hubschraubern retaliert habe.
Die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts bleibt hoch, da die Hisbollah laut Hassan Nasrallah nicht durch US-Warnungen abgeschreckt werde. Eine Eskalation könnte zudem den Iran in den Krieg ziehen, der sowohl die Hamas als auch die Hisbollah unterstützt.
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