Der niederländische Farbenkonzern Akzo Nobel hat den Verkauf seines Südostasien-Dekorfarbengeschäfts an das japanische Unternehmen Nippon Paint für 1,35 Milliarden US-Dollar vereinbart. Die am 5. Oktober 2026 bekanntgegebene Transaktion umfasst sieben Länder, stärkt die Marktposition des Käufers und verschafft Akzo Nobel frische Liquidität für die anstehende Fusion mit Axalta.
Milliardendeal ordnet das Asiatisch-Pazifische Geschäft neu
Der niederländische Hersteller der Marke Dulux hat sich nach einer umfassenden Portfolio-Prüfung von seinen dekorativen Farbenaktivitäten in Südostasien getrennt. Wie das Unternehmen am Montag mitgab, fließt durch die Vereinbarung ein Betrag von 1,35 Milliarden US-Dollar in die Kassen. Nach Abzug von Steuern und Zahlungen an Minderheitsgesellschafter rechnet das Management mit Netto-Barmittelzuflüssen von etwa 1 Milliarde US-Dollar.
Die Veräußerung deckt sieben Märkte ab: Vietnam, Indonesien, Malaysia, Thailand, Singapur, Papua-Neuguinea und Australien. Für den japanischen Käufer bedeutet dieser Schritt einen erheblichen strategischen Erfolg in einer Region, in der der Ausbau des Dekorfarbengeschäfts lange im Fokus stand.
AkzoNobel-Chef Greg Poux-Guillaume erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass der erfolgreiche Abschluss der Asien-Portfolioprüfung Teil einer fortlaufenden Strategie ist, um den Geschäftsbereich auf Bereiche auszurichten, in denen differenzierte Größe erreicht und die Marktposition gestärkt werden kann.

Vom gescheiterten Übernahmeversuch zur regionalen Teileinigung
Im Juni hatten Nippon Paint und der US-amerikanische Farbanbieter Sherwin-Williams noch versucht, den gesamten niederländischen Konzern für 12,5 Milliarden Euro zu übernehmen – ein Angebot, das AkzoNobel zurückwies.
Im Juli folgte ein weiteres Angebot der Japaner über geschätzte 7,5 Milliarden Euro für die gesamte Dekorfarbensparte, das die Niederländer ebenfalls als unterbewertet ablehnten.
Grégoire Poux-Guillaume, Chief Executive Officer von AkzoNobel„Der erfolgreiche Abschluss unserer Überprüfung des Asien-Portfolios ist Teil einer fortlaufenden Strategie, unser Portfolio auf Bereiche zu konzentrieren, in denen wir eine differenzierende Größe erreichen und unsere Position stärken können.
Zuvor hatte das Amsterdamer Unternehmen bereits seine Dekorfarbensparten in Indien und Pakistan für 1,6 Milliarden beziehungsweise 50 Millionen Euro verkauft.
Finanzierung, Synergien und geplanter Zeitplan
Nippon Paint finanziert den Kauf durch Barmittel und eine Kreditzuselinie, die von der Mizuho Bank und der Sumitomo Mitsui Banking Corporation bereitgestellt wird; die Ausgabe neuer Aktien ist nicht geplant. Die Zielmärkte verzeichneten im Jahr 2025 zusammen einen Umsatz von 291 Millionen US-Dollar und ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 65 Millionen US-Dollar.
Das kombinierte Unternehmen kontrolliert nach Erhebungen des Branchenforschungsunternehmens Kusumgar, Nerlfi & Growney schätzungsweise 34 Prozent des Dekorfarbenmarktes in den sechs betroffenen Kernländern.
Unternehmensführung, Nippon Paint Holdings„Indem das Unternehmen durch diese Transaktion die Zusammenarbeit bei den Beschaffungs-, Fertigungs-, Logistik- und Vertriebsfunktionen innerhalb der Gruppe erleichtert, erwartet es eine Steigerung der betrieblichen Effizienz und die Generierung von Synergien.
Während der Abschluss für das Indonesien-Geschäft für das späte Jahr 2026 vorgesehen ist, soll die Transaktion für die übrigen Regionen bis Mitte 2027 vollständig vollzogen sein.
Börsenreaktion und Blick auf die Axalta-Fusion
An den Börsen wurde der Verkauf positiv aufgenommen. Die Aktie von Akzo Nobel legte im Handelsverlauf zu und erreichte zwischenzeitlich einen Sitzungshöchststand von 58,28 Euro, gestützt durch den erzielten Premium-Verkaufspreis und die angekündigte Kapitaldisziplin.
Auch die Papiere von Nippon Paint verzeichneten an der Tokioter Börse Kursgewinne von bis zu 1,7 Prozent. Mit dem Abschluss der asiatischen Portfolio-Bereinigung richtet Akzo Nobel den Blick nun auf den erfolgreichen Vollzug der Fusion mit dem US-amerikanischen Beschichtungsspezialisten Axalta, die im November des Vorjahres angekündigt worden war.
Auch interessant