Im anhaltenden Krieg mit den Vereinigten Staaten hat Iran eine neue und verschärfte Vergeltungsstrategie angekündigt. Nach Angaben von Mohammad Bagher Ghalibaf, dem iranischen Chefunterhändler und Parlamentssprecher, ist die Ära angemessener Reaktionen beendet, wie tagesschau.de berichtet. Ghalibaf erklärte, dass künftig jede Aggression gegen iranische Interessen schneller, schwerer und schmerzhafter beantwortet werde und die bisherigen Angriffe auf Stützpunkte erst der Anfang gewesen seien.
Iran droht den USA mit neuer Vergeltungsstrategie und greift Militärschiffe an
Im Zuge dieser Eskalation setzten iranische Streitkräfte nach Angaben des Staatsfernsehens zum ersten Mal in diesem Konflikt Raketen direkt gegen US-Militärschiffe ein. Der Chef des Sicherheitsrats, Mohsen Rezaei, bezeichnete diesen Vorfall als einen ersten Test, der für die USA bereits die Hölle bedeutet habe. Das für die Region zuständige US-Kommando CENTCOM bestätigte den Angriff auf Militärschiffe, teilte jedoch mit, dass es keine Schäden gegeben habe.
Frische Bedingungen für die Beendigung des Krieges
Teheran hat unterdessen über den Sicherheitschef Mohsen Rezaei neue Bedingungen zur Beendigung des Konflikts an die Regierung von US-Präsident Donald Trump übermittelt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters laut einem Bericht der Independent meldet, fordern die iranischen Behörden die Beendigung des Krieges an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder sowie die Aufhebung der US-Seeblockade.
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte, dass Teheran nach der Übermittlung dieser Bedingungen bisher noch keine Antwort von der US-Seite erhalten habe. Die Gespräche werden demnach über qatarische und pakistanische Mediatoren fortgeführt.
Auswirkungen auf den Schiffsverkehr und die Wirtschaft
Durch die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen in der Straße von Hormus ist der dortige Schiffsverkehr auf den niedrigsten Stand seit Mai gesunken. Der Ölpreis ist infolge der Spannungen über 100 US-Dollar je Barrel gestiegen. Investitionsbanken wie JP Morgan erklärten, dass es angesichts des unvorhersehbaren Ausgangs des Krieges äußerst schwierig sei, die weitere Entwicklung des Ölmarktes zu modellieren.

Sicherheitsratschef Rezaei kündigte zudem an, dass Iran im Persischen Golf eine Sperrzone einrichten werde. Kritiker und Politikanalysten wie Nader Karimi Juni bezweifeln jedoch, dass Teheran seine Strategie fundamental ändert und den Export von Öl vollständig unterbinden wird, da sich das Land damit selbst wirtschaftlich schädigen würde.
Hintergrund und politische Lage im US-Wahlkampf
Der militärische Konflikt, der Ende Februar durch Luftangriffe der USA und Israels begonnen hatte, dauert bereits ein halbes Jahr an. Obwohl im Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet worden war, flammten die Kämpfe rasch wieder auf. Der Krieg hat nach Analysen von tagesspiegel.de im Iran vor allem die Position radikaler Kräfte und des Militärapparats gestärkt.
Für US-Präsident Donald Trump kommt die anhaltende Krise zu einem politisch brisanten Zeitpunkt, da in den Vereinigten Staaten in rund zwei Monaten Kongresswahlen stattfinden. Beobachter weisen darauf hin, dass die Fortdauer des ungelösten Konflikts und die steigenden Kosten für Kraftstoffe für die regierenden Republikaner erhebliche innenpolitische Folgen haben könnten.
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