Bei den Filmfestspielen von Venedig hat Hollywoodstar George Clooney über das Älterwerden und seine veränderten Prioritäten gesprochen. Im Alter von 65 Jahren verzichtet der Schauspieler derzeit auf Regiearbeiten, um mehr Zeit mit seiner Frau Amal und den neunjährigen Zwillingen zu verbringen, während er gleichzeitig Einblick in sein Familienleben und seine Sicht auf die USA gab.
Wehmut im Badezimmer und der Blick auf das Älterwerden
Eigentlich hat George Clooney (65) allen Grund zum Strahlen. Der Schauspieler erhielt bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk, blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück und führt nach eigenen Angaben eine glückliche Familie. Doch ausgerechnet im Alltag holt ihn die Melancholie ein, wie er bei einer Pressekonferenz vor der Eröffnungs-Gala am Mittwochabend verriet.
Dieses kleine Detail steht für den Schauspieler sinnbildlich für einen größeren Gedanken. Alles, was mit dem Älterwerden zu tun habe, mache ihn ein bisschen melancholisch. Gleichzeitig betonte der Oscarpreisträger jedoch seine tiefe Dankbarkeit für sein heutiges Leben und erklärte, er schätze sich sehr glücklich, eine unglaubliche Frau zu haben, die er sehr liebe und die ihn liebe, sowie tolle Kinder.
Familienleben mit Amal Clooney und der Verzicht auf Regie
Mit seiner Frau, der renommierten Menschenrechtsanwältin Amal Clooney (48), hat der Hollywoodstar neunjährige Zwillinge. Das Paar heiratete 2014 in Venedig – genau dort, wo Clooney nun mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt wurde. Amal und George waren zuvor gemeinsam in Venedig eingetroffen. Die Familie beeinflusst inzwischen maßgeblich seine beruflichen Entscheidungen.
Während er in früheren Jahren, als er richtig in Fahrt war, zeitweise bis zu drei Filme pro Jahr drehte, lässt sich dieses Pensum heute nicht mehr mit seinem Alltag vereinbaren. In seinem Leben gebe es zu viele andere Dinge, um die er sich kümmern müsse – vor allem andere Menschen. Vor allem seine Leidenschaft für das Filmemachen hinter der Kamera muss derzeit ruhen.
Als Schauspieler könne er nach einigen Monaten Drehzeit – bei einer Mitspielzeit von etwa drei Monaten – wieder nach Hause zurückkehren und hin- und herfahren, während eine Regiearbeit eine einjährige Abwesenheit bedeutet, bei der es keine Möglichkeit gibt, zurückzufahren.
Politische Lage in den USA und die Sorge um die Demokratie
Neben seinem Privatleben äußerte sich der bekennende Demokrat in Venedig auch einmal mehr kritisch zur politischen Situation in seinem Heimatland. Die Lage in den Vereinigten Staaten beschrieb er als „Kakistokratie, was ein Land beschreibt, das von den am wenigsten qualifizierten Menschen regiert wird.
„Ich bin immer sehr optimistisch, gleichzeitig denke ich, dass wir uns gerade in einer unglücklichen Zeit befinden. Ich glaube, das ist noch milde ausgedrückt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir all das überstehen werden.“
Er sei alt genug, das Jahr 1968 in den USA miterlebt zu haben, führte der Schauspieler aus. Damals stand jede Stadt in den Vereinigten Staaten in Flammen, Martin Luther King und Bobby Kennedy wurden ermordet, es gab jede Menge Gewalt, und das Kapitol war von Panzern umzingelt. Man habe schon andere schwierige Zeiten gehabt, und dies sei eine davon.
Trotz der Feststellung, dass das Land möglicherweise gerade eine Kakistokratie erlebe, zeigte er sich zuversichtlich: Man werde das überstehen. Am 3. November stehen in den USA Zwischenwahlen an, die für ein Gleichgewicht sorgen sollten, und im Jahr 2028 folgen Präsidentschaftswahlen, mit denen man hoffentlich wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehren wird.
Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.
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