Michigan hat im Schuljahr 2025/2026 eine historische Höchstmarke bei Impfbefreiungen verzeichnet. Rund 7,1 Prozent der Kindergarten- und Siebtklässler erhielten Ausnahmen aus medizinischen, religiösen oder philosophischen Gründen, wie amtliche Daten im September 2026 zeigen. Gesundheitsbehörden warnen vor den Folgen für die Gemeinschaftsimmunität und verweisen auf wiederkehrende Masernausbrüche.
Die Impfquote an Michiganer Schulen sinkt seit Jahren kontinuierlich. Während im Schuljahr 2020 noch eine Ausnahmesquote von 3,4 Prozent registriert wurde, kletterte dieser Wert im Jahr 2024 auf 6,2 Prozent und erreichte im aktuellen Berichtszeitraum den höchsten Stand seit zwölf Jahren laut den vom Staat veröffentlichten Daten. Bundesweite Ausbrüche und eine Zunahme von Infektionskrankheiten begleiten diese Entwicklung.
Verschiebungen bei den Ausnahmegründen und staatliche Anforderungen
Der Bundesstaat Michigan schreibt für Kinder, die in den Kindergarten oder in die siebte Klasse eintreten sowie die Schulbezirke wechseln, mindestens sechs Impfungen gegen übertragbare Krankheiten vor. Dazu gehören unter anderem Masern, Mumps, Keuchhusten und Windpocken. Dennoch gilt Michigan as einer der Bundesstaaten mit den nachsichtigsten Bestimmungen für Ausnahmen.
Von den rund 24.600 Schülern, deren Eltern im Schuljahr 2025/2026 eine Impfung ablehnten, entfielen 58 Prozent auf philosophische Beweggründe. Etwa 39,4 Prozent gaben religiöse Gründe an, während medizinische Ausnahmen lediglich 2,6 Prozent ausmachten. Im Vergleich zu früheren Jahren zeigt sich damit eine leichte Verschiebung hin zu philosophisch begründeten Verzichten bei gleichzeitigem Rückgang medizinischer Atteste.
State health officials urged parents in several counties to vaccinate babies
State health officials urged parents in several counties to vaccinate babies against measles ahead of schedule this spring as cases multiplied in Michigan. The outbreaks of the highly contagious virus — which can lead to brain swelling, deafness, and death — came as parents are opting school-age kids out of vaccinations at a record-high rate. It’s a situation state officials have spent more than a decade trying to avoid. For years, they’ve been trying to make it harder for parents to send their kids to school unvaccinated. But those efforts have backfired in places like St. Clair County, in Michigan’s conservative Thumb region.
Die Rolle der Pandemie und politische Polarisierung
Die steigenden Verweigerungsraten knüpfen an eine Entwicklung an, die während der COVID-19-Pandemie massiv an Fahrt gewann. Gesundheitsbehörden führen den Trend unter anderem auf Fehlinformationen über die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfstoffen zurück, die in dieser Zeit verbreitet wurden.

Dr. Natasha Bagdasarian, Chefmedizinerin von Michigan, erklärte, dies sei genau das, was geschehe, wenn Impfstoffe politisiert werden und Familien durch widersprüchliche Anleitungen verunsichert zurückbleiben.
Sie fügte hinzu, dass man die Konsequenzen direkt an der Rückkehr von Masern, Mumps, Keuchhusten und anderen vermeidbaren Krankheiten ablesen könne. Um gegenzusteuern, setzen öffentliche Gesundheitsbehörden verstärkt auf Aufklärung durch Hausärzte und vertrauenswürdige Persönlichkeiten vor Ort.
Lokale Behördenwege und veränderte Aufklärungspraxis
Bereits im Jahr 2015 hatte Michigan versucht, den Anstieg von Ausnahmegesuchen zu bremsen, indem Eltern vor der Beantragung eine persönliche Informationsveranstaltung beim lokalen Gesundheitsamt besuchen mussten. Dieser Schritt zeigte zunächst Wirkung, doch in den folgenden Jahren stiegen die Zahlen erneut an.
Remington Nevin ging einen neuen Weg
Im Zuge der Nachwehen strenger Pandemiemaßnahmen erwiesen sich die Präsenzveranstaltungen in einigen Regionen als zunehmend schwierig. Lokale Gesundheitsdirektoren berichteten von aufgeheizten und teils unsicheren Situationen für das Personal. In St. Clair County ging der medizinische Leiter Remington Nevin deshalb einen neuen Weg und ermöglicht es Eltern, Schulimpfbefreiungen über ein digitales Formular per E-Mail abzuwickeln. Nevin sagte auf einer Vorstandssitzung im Januar, Eltern, die sich beim Erhalt von Impfstoffen unter Druck gesetzt gefühlt hätten, würden nun eine neue Ära der Impfentscheidungsfreiheit in St. Clair County erleben. In fact, Michigan’s health agency has been helping more than 30 counties move away from a state policy once credited with sharply reducing the number of parents who opted their kids out of shots.
Gesundheitliche Risiken durch sinkende Durchimpfungsraten
In den vergangenen 100 Jahren haben pharmazeutische Unternehmen Impfstoffe gegen zahlreiche schwere Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Hepatitis A und B, Hib, Pneumokokken, Meningokokken, Rotaviren und Humane Papillomaviren entwickelt. Historische Daten verdeutlichen den enormen Rückgang von Todesfällen und Behinderungen durch diese Immunisierungen in den Vereinigten Staaten.

Cutter Laboratories im Jahr 1955
Dennoch verweisen Berichte auch auf historische Rückschläge und seltene, aber schwere Nebenwirkungen im Zuge der Impfstoffentwicklung in vergangenen Jahrzehnten, darunter das Polio-Unglück mit dem Impfstoff von Cutter Laboratories im Jahr 1955. Ungeachtet solcher historischen Vorkommnisse betonen Gesundheitsbehörden die herausragende Bedeutung der heutigen Immunisierungen.
Bagdasarian wies darauf hin, dass bei niedrigen Impfquoten von nur 30 bis 40 Prozent an bestimmten Schulen es „einfach nicht mehr möglich ist, Krankheiten wie Masern in Schach zu halten“. Wenn solche Masernfälle in Regionen mit geringer Immunisierung auftreten, sind insbesondere ungeimpfte Säuglinge, schwangere Frauen sowie immungeschwächte Personen gefährdet. Diese Gruppen sind auf eine intakte Gemeinschaftsimmunität angewiesen.”
Leser sollten bei Fragen zu Impfungen, staatlichen Bestimmungen oder gesundheitlichen Bedenken stets qualifizierte medizinische Fachkräfte, den behandelnden Kinderarzt oder lokale Gesundheitsbehörden konsultieren.
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