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Gesundheit

Florida Atlantic University: UPF-Konsum erhöht Prostatakrebs-Risiko

Eine in den USA veröffentlichte Auswertung von Gesundheitsdaten zeigt einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Konsum von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln und einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs. Die Zahlen beleuchten die Rolle industriell gefertigter Nahrungsmittel im täglichen Speiseplan.

Der Konsum von ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln – oft als UPF abgekürzt – prägt seit Jahren die Ernährungsweise in vielen Industrienationen. Nach Angaben aus aktuellen Fachveröffentlichungen machen diese industriell hergestellten Produkte mittlerweile einen erheblichen Teil der täglichen Energiezufuhr aus und stehen im Fokus der medizinischen Forschung. Die Bandbreite dieser Erzeugnisse reicht von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und abgepackten Snacks bis hin zu Fertiggerichten und industriell verarbeitetem Fleisch.

Datenanalyse zum Prostata-Risiko an der Florida Atlantic University

Wissenschaftler des Charles E. Schmidt College of Medicine an der Florida Atlantic University haben den Zusammenhang zwischen dem Verzehr dieser Produkte und der Häufigkeit von Prostatakrebs untersucht. Die im American Journal of Medicine erschienene Untersuchung stützte sich auf repräsentative Daten von 17.024 erwachsenen Männern aus den USA, die im Rahmen der National Health and Nutrition Examination Survey zwischen 2003 und 2023 erhoben wurden.

Die Forscher teilten die Studienteilnehmer anhand ihres täglichen Kalorienanteils aus UPFs in verschiedene Gruppen ein. Dabei zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit einem höheren Verzehranteil ein statistisch auffälliges Risiko aufwiesen. Verglichen mit der Gruppe mit dem geringsten Konsum lag das Risiko bei den übrigen Gruppen um bis zu etwa 30 Prozent höher. Charles H.

GEOFFROY VAN DER HASSELT | AFP via Getty Images
Photo: Medical Daily

Charles H. Hennekens, M.D., FACPM, FACC, leitender Autor und erster Sir Richard Doll Professor für Medizin und Präventivmedizin in der Abteilung für Medizin und der Abteilung für Bevölkerungsgesundheit am College of Medicine der FAU, erklärte, dass bei erwachsenen Männern in dieser repräsentativen US-Bevölkerung diejenigen, die größere Mengen an UPFs konsumierten, signifikant höhere Risiken für das spätere Entstehen von Prostatakrebs aufwiesen.

Dennoch weisen Fachleute darauf hin, dass es sich um Beobachtungsdaten handelt, die einen kausalen Zusammenhang nicht abschließend beweisen.

Ernährungsqualität versus Verarbeitungsgrad im Langzeitvergleich

Während einige Arbeitsgruppen die direkten gesundheitlichen Folgen des industriellen Verarbeitungsgrades betonen, werfen andere Langzeituntersuchungen einen differenzierten Blick auf die Mechanismen. Eine Auswertung von Daten aus großangelegten US-Studien mit mehr als 200.000 erwachsenen Teilnehmern über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten untersuchte, inwieweit die allgemeine Ernährungsqualität das Risiko für chronische Erkrankungen beeinflusst wie Herzerkrankungen oder Typ-2-Diabetes.

Florida Atlantic University: UPF-Konsum erhöht Prostatakrebs-Risiko
Photo: sciencedaily.com

Die an dieser Analyse beteiligte Forscherin Xiaowen Wang von der Harvard T.H.

Xiaowen Wang, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Postdoktorandenstatus in der Abteilung für Ernährungswissenschaften in Harvard, schilderte, dass diese Ergebnisse darauf hindeuten, dass ein Großteil des Gesundheitsrisikos, das häufig ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln zugeschrieben wird, möglicherweise eher Unterschiede in der Ernährungsqualität als die Verarbeitung selbst widerspiegelt.

Dieser Aspekt verdeutlicht die methodische Herausforderung in der Ernährungswissenschaft: Industriell verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig größere Mengen an zugesetztem Zucker, Natrium und ungesunden Fetten. Dadurch überschneiden sich der rein technische Verarbeitungsgrad und die Nährstoffzusammensetzung in vielen alltäglichen Produkten stark.

Auswirkungen auf Muskelqualität und Bewegungsapparat

Neben kardiometabolischen Erkrankungen und Krebserkrankungen widmen sich Mediziner auch den strukturellen Folgen auf den Bewegungsapparat. Eine in der Fachzeitschrift Radiology veröffentlichte Untersuchung an 615 Erwachsenen nutzte Magnetresonanztomographie-Scans (MRI), um Fettablagerungen im Inneren der Oberschenkelmuskulatur zu analysieren.

New study raises alarms about health impacts and risks of ultra-processed foods

Die Studienautoren stellten fest, dass Personen mit einem höheren Anteil an ultrahochverarbeiteten Lebensmitteln in der Ernährung vermehrt intramuskuläres Fett aufwiesen. Da diese Muskelgruppen das Kniegelenk stabilisieren, könnte ein Qualitätsverlust der Muskulatur das Risiko für Kniearthrose erhöhen. Die leitende Autorin Zehra Akkaya von der University of California, San Francisco, hob hervor, dass die Ergebnisse die wichtige Rolle der Ernährung für die Muskelgesundheit im Kontext von Gelenkerkrankungen unterstreichen.

Öffentliche Gesundheit und Hürden bei der Ernährungsumstellung

Angesichts der weiten Verbreitung dieser Produkte stehen Mediziner und Gesundheitsexperten vor komplexen Herausforderungen bei der Prävention.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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