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Gesundheit

Blutdrucksenkung senkt Demenzrisiko laut China Medical University um 15 Prozent

Eine intensive Blutdrucksenkung über vier Jahre hat das Demenzrisiko in einer großen chinesischen Bevölkerungsstudie über sieben Jahre um 15 Prozent gesenkt. Die von der China Medical University geleitete Untersuchung wurde auf dem ESC-Kongress vorgestellt und zeigt, dass geschulte nicht-ärztliche Gemeindegesundheitshelfer vor Ort wirksam zur langfristigen Demenzprävention beitragen können.

Die weltweiten Fallzahlen von Demenz steigen stetig an. Schätzungen zufolge wächst die Zahl der Betroffenen von 57 Millionen im Jahr 2019 auf voraussichtlich 153 Millionen im Jahr 2050 an. Da es bisher keine heilenden Therapien gibt, gewinnt die primäre Prävention rasant an Bedeutung. Das belegen auch aktuelle Aktionswochen und Fachgesellschaften zum Welt-Alzheimertag am 21. September 2026, bei denen Mediziner betonen, dass rund 45 Prozent der bekannten Risikofaktoren als beeinflussbar gelten.

Das Design des China Rural Hypertension Control Program

Im Zentrum dieser neuen Erkenntnisse steht das China Rural Hypertension Control Program (CRHCP). Unter der Leitung von Professor Yingxian Sun und Dr. Shanshan Zhong vom First Affiliated Hospital der China Medical University in Shenyang untersuchte ein Forschungsteam den Nutzen einer konsequenten Blutdrucktherapie in ländlichen Regionen Chinas. Insgesamt wurden 33,995 Probanden aus 326 Dörfern in eine Studie aufgenommen. Die Teilnehmenden hatten ein Durchschnittsalter von 63 Jahren, und 61 Prozent von ihnen waren Frauen.

Die Methodik des CRHCP-Projekts setzte auf ein skalierbares Modell: Statt auf hochspezialisierte Ärzte vertraute man auf geschulte nicht-ärztliche Gemeindegesundheitshelfer. Diese verteilten unter Supervision von Primärversorgern blutdrucksenkende Medikamente nach einem einfachen Stufenschema. Zielvorgabe für die Interventionsgruppe waren systolische Werte unter 130 mmHg und diastolische Werte unter 80 mmHg. Die aktive Behandlungsphase lief über vier Jahre und wurde von einer dreijährigen Beobachtungsphase ohne laufende Intervention gefolgt, sodass der gesamte Untersuchungszeitraum sieben Jahre umfasste.

Blutdrucksenkung und kognitive Ergebnisse nach sieben Jahren

Die Differenz bei den Blutdruckwerten zwischen den Gruppen fiel deutlich aus. Am Ende der sieben Jahre verzeichnete die Interventionsgruppe im Schnitt einen Rückgang des systolischen Blutdrucks um 17,6 mmHg, während es in der Standardversorgungsgruppe lediglich 2,4 mmHg waren.

Blutdrucksenkung senkt Demenzrisiko laut China Medical University um 15 Prozent
Photo: Borncity

Dieser messbare Erfolg schlug sich direkt in den kognitiven Daten nieder. Demenz trat in der intensiv behandelten Gruppe bei 8,85 Prozent der Teilnehmer auf, verglichen mit 10,55 Prozent in der Kontrollgruppe. Dies entspricht laut den präsentierten Daten auf dem ESC-Kongress 2026 einer Risikoreduktion um 15 Prozent bei einem adjustierten Risikoverhältnis von 0,85. Auch das Risiko für leichtere kognitive Beeinträchtigungen ohne Demenz sank um 13 Prozent. Schwere unerwünschte Ereignisse traten in der Interventionsgruppe mit 47,15 Prozent sogar leicht seltener auf als in der Vergleichsgruppe mit 49,78 Prozent.

„Hypertension is known to be a modifiable risk factor for dementia but there is still limited long-term evidence that blood-pressure lowering can prevent dementia at the population level.“

Professor Yingxian Sun, The First Affiliated Hospital of China Medical University

Einordnung durch internationale Experten

Die leitenden Forscher betonen, dass strukturierte und skalierbare Programme problemlos in die reguläre medizinische Grundversorgung integriert werden können. Ob sich der Ansatz eins zu eins auf stark urbanisierte westliche Industriestaaten übertragen lässt, bleibt indes Gegenstand weiterer Forschung, da die Studie primär in ländlichen Regionen Chinas stattfand.

ADALBERTO ROQUE | AFP via Getty Images
Photo: medicaldaily.com
Can Managing Blood Pressure Lower Dementia Risk?
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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